Wann sind Sie zuletzt in Dinslaken Bus und Bahn gefahren und wie hat es funktioniert?

Die Bahn nutze ich seit vielen Jahren regelmäßig für den Weg zu meiner Arbeitsstelle im Düsseldorfer Landtag, hin und wieder nutze ich auch innerstädtisch die Buslinien. Die Zuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel ist schwankend, was die hauptsächliche Baustelle für die Zukunft ist.

Dinslaken hat in die Erstellung eines Stadtbuskonzeptes investiert, um den ÖPNV zu verbessern. Sehen sie eine Chance, es trotz Haushaltssicherung umzusetzen?

Ich halte das Stadtbuskonzept für gut und wichtig, um die öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver zu machen und damit auch die Verkehrssituation in unserer Stadt zu beruhigen. Angesichts der Haushaltssituation wäre es aber unredlich, eine sehr schnelle Lösung zu versprechen – ich finde aber, dass der Kreis Wesel einen Teil der Ausschüttungen, die er von der NIAG jährlich erhält, in genau solche Projekte in den Kreis-Kommunen investieren sollte.

Beim Fahrradklimatest des ADFC schneidet Dinslaken regelmäßig schlecht ab. Wie wollen Sie als Bürgermeister für bessere Radverbindungen in Dinslaken sorgen?

Gegenüber manch anderen Städten haben wir einen Vorteil: Wir sind Mitgliedskommune der Emschergenossenschaft, die wir dadurch in vielen Fällen ausschreibungsfrei mit dem Bau bzw. der Sanierung von Radwegen beauftragten können. Mit Mitteln aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes könnten wir auch die nötige Unterstützung bekommen, schrittweise zunächst die wichtigsten Radwege zu modernisieren.

Bleiben unter Ihnen als Bürgermeister die Parkplatzgebühren so hoch wie aktuell?

Ich finde es wichtig, transparent und ehrlich mit den Bürgerinnen und Bürgern zu sprechen. Deshalb: Angesichts der schwierigen Haushaltslage wäre es unfair, eine Senkung der Parkgebühren in Aussicht zu stellen.

Wie kann man die Dinslakener Innenstadt verbessern?

Wann waren Sie zuletzt in der Innenstadt shoppen?

Dinslaken ist zum Einkaufen immer meine erste Anlaufstelle, letzte Woche habe ich für einen Kindergeburtstag eingekauft. Und das auch mit Erfolg, das Geburtstagskind hat sich gefreut und ich habe lokal eingekauft.

Wann waren Sie zuletzt im Centro in Oberhausen shoppen? 

Ich kann meine Einkaufsbesuche im Centro insgesamt an einer Hand abzählen. Das letzte Mal liegt fast zwei Jahre zurück, denn ich möchte Dinslaken als Einkaufsstadt unterstützen.

Steckbrief: Simon Panke

Name: Simon Panke (SPD)
Alter: 39 Jahre
Beruf: Abgeordneten-Büroleiter im Landtag NRW
Motto: „Bürgermeister für alle - Neustart für Dinslaken!“

Welche Geschäfte fehlen in Dinslaken?

Die Auswahl an Bekleidungsgeschäften für Menschen im Alter 25-45 könnte noch etwas größer sein. Und genau diese Altersgruppe kauft viel online, eine größere lokale Produktpalette könnte der Innenstadt helfen.

Einige Eigentümer lassen ihre Immobilien in der Innenstadt vergammeln – was möchten Sie als Bürgermeister dagegen tun?

Das geht nur über das kontinuierliche Gespräch – und ich würde mich als Bürgermeister direkt persönlich einschalten, um Eigentümer zu motivieren. Ich sehe beim Leerstand – neben Geschäftsansiedlungen -  auch großes Potenzial, an dieser Stelle für barrierefreien Wohnraum zu sorgen, was einerseits älteren Menschen in Dinslaken entgegenkommt, andererseits aber auch der Fußläufigkeit der Geschäfte.

Der Neutorplatz ist der heißeste Ort in Dinslaken – wie würden Sie dort für ein besseres Klima sorgen?

Ich möchte mich dazu mit der AG Flächenentsiegelung der Dinslakener Klimagespräche beraten, ebenso mit den anliegenden Gewerbetreibenden. Eine Veränderung wird aufgrund der vielfältig und rege genutzten Fläche nicht leicht werden, aber mit Kreativität und Kommunikation können wir schrittweise für Verbesserung sorgen.

Laut Handlungskonzept Wohnen 2030 fehlen in Dinslaken rund 2000 Wohnungen. Sollte Dinslaken mehr Grünflächen für den Wohnungsbau nutzen?

Ich möchte als Bürgermeister zunächst ansetzen bei bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen, die uns im großen Stil fehlen. Wenn wir älteren Menschen ein attraktives Angebot machen können, ihr Eigenheim oder große Wohnung gegen eine altersgerechtere, barrierefreie und erschwingliche Wohnung zu tauschen, dann wird neuer Wohnraum frei – und wir können bestenfalls auf zusätzliche Flächenversiegelung verzichten.

Wenn die Grundsteuer B steigt, wird das Wohnen in Dinslaken teurer.
Wenn die Grundsteuer B steigt, wird das Wohnen in Dinslaken teurer. © FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Wird Dinslaken mit Ihnen als Bürgermeister städtische Grundstücke preiswert verkaufen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?

Wenn die richtigen Partner da sind und es langfristige Mietpreisbindungen gibt – dann ja. Neben der Fortführung der guten Zusammenarbeit mit der Wohnbau halte ich es dabei für sinnvoll, auch über die Einbindung einer regional aktiven Genossenschaft nachzudenken.

Werden Sie Bauprojekte befürworten, auch wenn dadurch keine bezahlbaren Wohnungen entstehen?

Bei Bauprojekten auf städtischen Grundstücken: ganz klares Nein. Wohnen ist eine der ganz großen sozialen Fragen unserer Zeit – und ich will erreichen, dass alle Menschen von ihrem Einkommen gut leben können.

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Dinslaken ist auf dem Weg in die Haushaltssicherung. Eine der wenigen Einnahmequellen von Kommunen ist die Grundsteuer. Wird die Grundsteuer mit Ihnen als Bürgermeister stabil bleiben?

Ich schenke den Dinslakener Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein ein: Zwar will ich zunächst über andere Wege den Haushalt sanieren, aber möglicherweise wird das ohne eine ergänzende Anpassung der Grundsteuer nicht funktionieren können. Zuerst muss die Stadt aber beim Schließen der Haushaltslücke bei sich selbst ansetzen.

An der Trabrennbahn sollen rund 600 Wohnungen gebaut werden. Wann werden Ihrer Einschätzung nach die ersten Menschen einziehen können?

Klar ist: Es muss jetzt endlich Schwung in das Projekt kommen, da wir zur Linderung des Wohndruckes in Dinslaken ganz dringend auf das neue Quartier angewiesen sind. Als Bürgermeister schalte ich hier erst einen Gang runter, wenn die Klingelschilder angebracht sind.

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Bleiben die Kita-Gebühren in Ihrer Amtszeit stabil?

Ich werde als Bürgermeister alles dafür tun, damit die Kita-Gebühren nicht steigen – das ist für mich ein ganz wichtiger Baustein für ein familienfreundliches Dinslaken und deshalb haben wir uns kürzlich auch gegen die Pläne der Stadt gestemmt, als die Geschwisterkindregelung abgeschafft werden sollte. Aber: Bei neuen Tarifabschlüssen kann es sein, dass die Kita-Träger ihre steigenden Ausgaben refinanzieren müssen – eine Erhöhung der Gebühren ist für mich als Sozialdemokraten aber immer die wirklich allerletzte Option.

Dinslaken fehlen Gewerbesteuereinnahmen. Werden Sie die Gewerbesteuer erhöhen?

Die Gewerbesteuern sind erst kürzlich erhöht worden. Wir brauchen mehr Betriebe, die hier Gewerbesteuern zahlen, anstatt noch stärker steigenden Steuern – und dafür will ich die Wirtschaftsförderung ankurbeln und Dinslaken für Unternehmen attraktiver machen.

Wie werden Sie für mehr Gewerbesteuereinnahmen sorgen?

Über deutlich mehr Geschwindigkeit in der Entwicklung von Gewerbeflächen und über städtische Vergabekriterien, die wesentliche Punkte für eine Grundstücksvergabe in den Vordergrund stellen. Das betrifft vor allem die Höhe der zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen, die Anzahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze und die Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr.

Zu den freiwilligen Leistungen in Dinslaken gehört auch die Unterstützung für das Frauenhaus.
Zu den freiwilligen Leistungen in Dinslaken gehört auch die Unterstützung für das Frauenhaus. © dpa | Peter Steffen

In der Haushaltssicherung kann Dinslaken nur noch Pflichtaufgaben bezahlen. Welche drei freiwilligen Leistungen sollten Ihrer Meinung nach auf jeden Fall erhalten werden?

Alle Jugendzentren, die Burghofbühne und die Förderung für das Frauenhaus. Im Grundsatz ist aber mein Anspruch, dass wir alle diese freiwilligen Leistungen erhalten, weil sie für den Zusammenhalt, die Stadtgesellschaft und die Lebensqualität in Dinslaken unglaublich wichtig sind.

Wo kann man im Haushalt sparen?

Der Personaletat ist sehr groß – mit viel Augenmaß in der Neustrukturierung, durch Bündelung von Aufgaben und Nicht-Nachbesetzung von Stellen muss hier etwas geschehen. Zudem müssen wir uns bei allen (Bau-)Projekten wieder auf die Zweckmäßigkeit ausrichten - dazu gehört auch, dass Fälle wie der millionenschwere Neubau der noch funktionstüchtigen Kita Douvermannstraße nicht mehr vorkommen dürfen.

Werden Sie in Ihrer Amtszeit bei der Stadtverwaltung sparen?

Klare Antwort: Ja!

Ich stehe dafür, alle Bezirkssportanlagen zu erhalten. Die Vereine, die vielen Ehrenamtlichen und die Sporttreibenden haben es verdient, dass nicht an ihnen vorbei neue Verhältnisse geschaffen werden.

Simon Panke, Bürgermeisterkandidat der SPD Dinslaken

Sehen Sie eine Möglichkeit, alle Bezirkssportanlagen zu erhalten? Wenn nicht: Welche würden Sie am ehesten aufgeben?

Ich stehe dafür, alle Bezirkssportanlagen zu erhalten. Die Vereine, die vielen Ehrenamtlichen und die Sporttreibenden haben es verdient, dass nicht an ihnen vorbei neue Verhältnisse geschaffen werden.

Die Trabrennbahn wird bald nicht mehr für die Martinikirmes zur Verfügung stehen. Wohin sollte die Kirmes Ihrer Meinung nach ziehen?

Hier gibt es Infos zur Kommunalwahl in Dinslaken

Informationen zur Kommunalwahl in Dinslaken gibt es auf einer eigenen Seite der NRZ Dinslaken.

Informationen zu allen Kandidaten und Kandidatinnen, die in Dinslaken bei der Kommunalwahl 2025 antreten, gibt es hier.

Es gibt aus meiner Sicht nur zwei ernsthafte Alternativen: Entweder wird eine Fläche auf dem MCS-Gelände freigehalten, oder es gelänge, die Kirmes wieder zurück in die Innen- und Altstadt zu holen. In Sterkrade klappt das mit der Fronleichnamskirmes auch – aber zu dieser Frage möchte ich mich noch mit allen Beteiligten, vor allem auch den Schaustellern und Anwohnern, austauschen.

Wie werden Sie Ihren Wahlsieg feiern?

Wenn es denn so kommen sollte: mit viel Respekt vor der bevorstehenden Aufgabe, mit Demut angesichts des Vertrauens und voller Freude über die große Ehre, Bürgermeister meiner Herzensstadt sein zu dürfen. Aber auch ausgelassen - mit meiner Freundin, meiner Familie, meinen Freundinnen und Freunden innerhalb und außerhalb der SPD - und überhaupt ganz vielen Menschen, die mich in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren unterstützt haben.