Als Vereins- und Familienmensch kümmerte sich Wilhelm Josten nicht nur um den Zusammenhalt in seinem Geburtsort Möllen, er lebte dieses Zusammenhalten auch. Es gab wohl keinen Verein, keine Institution, die sich nicht auf das Wort und die Tat jenes Mannes verlassen konnte. Nicht nur Möllen, auch die Stadt Voerde und darüber hinaus, hat mit Wilhelm Josten jetzt einen wertvollen Menschen verloren. Wilhelm Josten starb bereits am 25. August. Für ihn sei es eine Erlösung gewesen, schreibt seine Familie in ihrer Traueranzeige. Denn so richtig hatte sich Wilhelm Josten nie von seinem Schlaganfall 2019 erholt.
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Das war nur kurz nach der Verleihung des Voerder Vogels gewesen. Bürgermeister Dirk Haarmann hatte bei der Verleihung im Oktober 2019 treffende Worte gefunden: „Wilhelm Josten hat sich in vorbildlicher Art und Weise für seine Heimatstadt und die Belange der hier lebenden Menschen eingesetzt“. Vor allem für Möllen habe er sich stark gemacht. Viele Möllener werden sich noch an die 875-Jahr-Feier erinnern, die es ohne Wilhelm Josten und seinem Freund Helmut Schneider nie gegeben hätte.
Vom Auszubildenden zum Vorsitzenden des Familienrats
Am 26. Januar 1945 wurde Wilhelm Josten als jüngstes von vier Kindern in Möllen geboren. Er besuchte die Volksschule in Möllen, wechselte dann zur Realschule Walsum und begann 1961 eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann in der Firma Hövelmann, damals nur ein kleines regionales Unternehmen. Wie die Firma wuchs, so startete auch Wilhelm Josten eine beispiellose Karriere, wurde Prokurist, stand schließlich auch dem Familienrat der Hövelmann-Gruppe als Vorsitzender vor. Für ihn bedeutete seine Familie und sein Beruf viel.
Letzeres so viel, dass er bei einem Glas Gerolsteiner, das ihm in der NRZ-Redaktion serviert wurde, ein wenig die Nase rümpfte. Man entschuldigte sich, derzeit kein Hövelmann-Produkt anbieten zu können. Er lachte sein herzliches Lachen und antworte: „Nun gut, dieses Wasser findet noch Gnade vor meinen Augen.“
Diese Auszeichnung machte Wilhelm Josten stolz
Die Jahresfeier für Möllen richtete er aus und für alle Helfer und Helferinnen später dann eine Fahrt mit Übernachtung in Hasellünne und einem Ritterschmaus. Seine Art, sich bei Freunden und auch bei der Verfasserin dieser Zeilen zu bedanken. Wilhelm Josten war ein Mann mit einem großem Herzen, das nun leider nicht mehr schlägt.
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Zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen wurden ihm in seiner beruflichen Laufbahn zuteil. Sie haben ihn glücklich gemacht, sie haben ihn aber auch Bescheidenheit gelehrt, denn Wilhelm Josten wusste, ohne Unterstützung wäre dies nicht möglich gewesen. Eine tiefe Dankbarkeit empfand er auch für die Auszeichnung des Heimatvereins Voerde. Nach Heimatforscher Hermann Klein, Ex-Bürgermeister Leonhard Spitzer und den langjährigen ehemaligen Rektor der Realschule, Friedrich Potz, war er der vierte Preisträger des neuen Vogels. Das machte ihn stolz.
Trotz aller beruflichen Erfolge war Wilhelm Josten bodenständig geblieben, in Möllen verwurzelt, in Vereinen, in Institutionen. Er und seine „Möllener Freunde“ haben so manches angeregt und umgesetzt. Aus Möllen ist er übrigens nur einmal kurz mit seiner Familie fortgezogen – nach Eppinghoven, was damals noch zu Voerde gehörte. Er ist Möllen immer treu geblieben.


