Wann sind Sie zuletzt in Dinslaken Bus und Bahn gefahren und wie hat es funktioniert?
Im letzten Herbst mit dem Schienenersatzverkehr von Duisburg nach Dinslaken. Ich war froh, dass ich die Haltestelle des Ersatzbus nach langem Suchen gefunden hatte. Ich bin in Dinslaken angekommen!
Dinslaken hat in die Erstellung eines Stadtbuskonzeptes investiert, um den ÖPNV zu verbessern. Sehen Sie eine Chance, es trotz Haushaltssicherung umzusetzen?
Dinslaken braucht einen besseren ÖPNV, er ist zentral für die Zukunft unserer Stadt, den Klimaschutz und die soziale Teilhabe. Ich setze auf klare Prioritäten und gezielte Fördermittelakquise, um auch das Stadtbuskonzept Schritt für Schritt umzusetzen.
Beim Fahrradklimatest des ADFC schneidet Dinslaken regelmäßig schlecht ab. Wie wollen Sie als Bürgermeisterin für bessere Radverbindungen in Dinslaken sorgen?
In der aktuellen finanziellen Situation der Stadt ist der Neubau von Radwegen nur in Einzelfällen umzusetzen, weil diese Maßnahmen zu kostenintensiv sind. Als Alternative sehe ich den Ausbau von Fahrradstraßen. Die Sicherheit von Radfahrenden sowie Fußgängerinnen und Fußgängern sollte Vorrang vor dem Autoverkehr haben.
Bleiben unter Ihnen als Bürgermeisterin die Parkplatzgebühren so hoch wie aktuell?
Die Höhe der Parkgebühren kann nur gemeinsam mit dem Rat geändert werden. Eine Änderung der aktuellen Verordnung plane ich nicht.
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Wann waren Sie zuletzt in der Innenstadt shoppen?
Letzten Samstag!
Wann waren Sie zuletzt im Centro in Oberhausen shoppen?
Das weiß ich nicht genau, aber im gesamten letzten Jahr war ich zwei oder dreimal im Centro um gezielt einzukaufen.

Welche Geschäfte fehlen in Dinslaken?
Mehr individuelle Geschäfte, Konzepte mit Alleinstellungsmerkmal und Erlebnischarakter. Dinslaken hat Potenzial, gerade in unserer Innenstadt. Ich habe mich 2021 dafür eingesetzt, dass wir uns um die Landesfördermittel für „Lebendige Innenstädte“ bewerben. Durch das Förderprogramm konnten wir unseren Standard halten und an der ein oder anderen Stelle, wie in der Duisburger Straße ausbauen. Auch konnten wir Fördergelder nutzen, um den Neutor Platz mit den großen Pflanzkübeln und den Sitzbänken attraktiver zu gestalten. Gemeinsam mit verschiedenen Fachbereichen aus der Verwaltung und lokalen Akteuren sorgen wir dafür, dass unsere Innenstadt ein lebendiges Zentrum bleibt.
Steckbrief: Michaela Eislöffel
Name: Michaela Eislöffel (parteilos)
Alter: 59 Jahre
Beruf: Bürgermeisterin
Motto: „Dinslaken - meine Partei seid ihr!“
Einige Eigentümer lassen ihre Immobilien in der Innenstadt vergammeln – was möchten Sie als Bürgermeisterin dagegen tun?
Die Stadtverwaltung setzt auf Gespräche mit Eigentümerinnen und Eigentümern. Wer Immobilien in unserer Innenstadt verkommen lässt, schadet der Stadtgemeinschaft. Ich bin dafür, dass alle notwendigen rechtlichen Schritte ausgeschöpft werden, denn das muss uns unsere Stadt wert sein.
Der Neutorplatz ist der heißeste Ort in Dinslaken – wie würden Sie dort für ein besseres Klima sorgen?
Über ein Förderprogramm, welches die Wirtschaftsförderung eingeworben hat, konnten wir Anfang 2024, 20 Pflanzkübel mit Bäumen und Sitzbänken auf dem Neutorplatz aufstellen. Diese tragen auch zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Im Sommer müssen die Wasserspiele angestellt sein, um den Ort zu kühlen. Weitere Maßnahmen für die Innenstadt, sowohl für den Neutorplatz, aber auch für den Altmarkt müssen folgen.
Hier gibt es Infos zur Kommunalwahl in Dinslaken
Informationen zur Kommunalwahl in Dinslaken gibt es auf einer eigenen Seite der NRZ Dinslaken.
Informationen zu allen Kandidaten und Kandidatinnen, die in Dinslaken bei der Kommunalwahl 2025 antreten, gibt es hier.
Laut Handlungskonzept Wohnen 2030 fehlen in Dinslaken rund 2000 Wohnungen. Sollte Dinslaken mehr Grünflächen für den Wohnungsbau nutzen?
Wir haben in unserer Stadt verschiedene Orte, an denen Wohnbebauung geplant ist wie beispielsweise an der ehemaligen Trabrennbahn. Die Erschließung hat oberste Priorität. Wertvolle Grünstrukturen sollten mit Blick auf den Klimawandel und Klimafolgeanpassungmaßnahmen besonderen Schutz erfahren.
Ich setze mich konsequent dafür ein, dass wir zusätzlichen sozialverträglichen Wohnraum schaffen
Michaela Eislöffel (parteilos)
Wird Dinslaken mit Ihnen als Bürgermeisterin städtische Grundstücke preiswert verkaufen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?
Ich setze mich konsequent dafür ein, dass wir zusätzlichen sozialverträglichen Wohnraum schaffen. In der derzeitigen Haushalt Situation kann sich die Stadt Dinslaken sich einen Verkauf von wertvollen Baugrund zu niedrigen Preisen nicht leisten. Ein Projekt wie die Entwicklung des Trabrennbahnareals muss öffentlich gefördert werden. Deshalb habe ich bereits erste Gespräche mit den zuständigen Ministerien geführt.
Werden Sie Bauprojekte befürworten, auch wenn dadurch keine bezahlbaren Wohnungen entstehen?
Ich setze mich klar für bezahlbaren Wohnraum ein, weil Wohnen kein Luxus sein darf. Bauprojekte ohne bezahlbare Wohnungen befürworte ich nur, wenn sie zur sozialen Durchmischung beitragen oder andere städtebauliche Vorteile für Dinslaken mit sich bringen.
Dinslaken ist auf dem Weg in die Haushaltssicherung. Eine der wenigen Einnahmequellen von Kommunen ist die Grundsteuer. Wird die Grundsteuer mit Ihnen als Bürgermeisterin stabil bleiben?
In unserer aktuellen Haushaltssituation wäre es unseriös, derartiges zu versprechen. Unsere Stadt muss handlungsfähig bleiben und ich setze mich im Falle einer notwendigen Grundsteuererhöhung dafür ein, dass diese sozial verträglich ist. Soziale Gerechtigkeit hat für mich oberste Priorität.
An der Trabrennbahn sollen rund 600 Wohnungen gebaut werden. Wann werden Ihrer Einschätzung nach die ersten Menschen einziehen können?
Der Baubeginn hängt von unserem Zukunftssicherungskonzept ab. Wenn wir 2026 einen genehmigungsfähigen Haushalt haben, können die ersten Arbeiten bereits 2027 beginnen. Ansonsten schieben sich die Maßnahmen nach hinten.
Bleiben die Kita-Gebühren in Ihrer Amtszeit stabil?
Ich würde die Kita-Gebühren am liebsten komplett abschaffen, denn frühkindliche Bildung sollte kostenlos sein. Leider lässt unsere aktuelle Haushaltslage das nicht zu. Ich setze mich aber dafür ein, dass die Beiträge stabil bleiben und Familien nicht zusätzlich belastet werden.
Dinslaken fehlen Gewerbesteuereinnahmen. Werden Sie die Gewerbesteuer erhöhen?
Ich halte eine Erhöhung der Gewerbesteuer aktuell nicht für den richtigen Weg, denn wir wollen Dinslaken als Standort für Unternehmen attraktiv halten.
Wie werden Sie für mehr Gewerbesteuereinnahmen sorgen?
Wir haben nur noch wenige freie Gewerbeflächen, deshalb ist es umso wichtiger, dass sich dort Unternehmen ansiedeln, die gut zu Dinslaken passen und solide Gewerbesteuern zahlen. Ich setze auf eine gezielte Auswahl und enge Begleitung dieser Betriebe. So schaffen wir neue Arbeitsplätze und stärken gleichzeitig die Einnahmen unserer Stadt.

In der Haushaltssicherung kann Dinslaken nur noch Pflichtaufgaben bezahlen. Welche drei freiwilligen Leistungen sollten Ihrer Meinung nach auf jeden Fall erhalten werden?
Auch in schwierigen Haushaltslagen müssen wir das bewahren, was unsere Stadtgesellschaft zusammenhält. Deshalb setze ich mich besonders dafür ein, dass Angebote in der frühkindlichen Bildung sowie im Sport und in der Kultur erhalten bleiben. Diese Bereiche sichern unsere Zukunft, stärken den sozialen Zusammenhalt und machen Dinslaken lebens- und liebenswert.
Wo kann man im Haushalt sparen?
In unserer angespannten Haushaltslage prüfen wir alle Bereiche der Verwaltung sorgfältig auf mögliche Einsparpotenziale. Ich bin überzeugt, dass wir durch die Priorisierung einzelner Aufgaben und effizientere Abläufe zukünftig Spielräume schaffen werden.
Werden Sie in Ihrer Amtszeit bei der Stadtverwaltung sparen?
Wir sind bereits in den Haushaltskonsolidierungsprozess eingestiegen und haben 2 Millionen Euro im Bereich der Verwaltung eingespart. Weitere Potenziale durch Optimierung von Abläufen werde ich weiter verfolgen.
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Sehen Sie eine Möglichkeit, alle Bezirkssportanlagen zu erhalten? Wenn nicht: Welche würden Sie am ehesten aufgeben?
Ich weiß, wie wichtig jede einzelne Bezirkssportanlage für die Stadtteile ist, deshalb werde ich keine Entscheidung über ihre Zukunft ohne gründliche Prüfung und den Dialog mit den Vereinen treffen. Gemeinsam suchen wir nach tragfähigen Lösungen und Finanzierungen.
Die Trabrennbahn wird bald nicht mehr für die Martinikirmes zur Verfügung stehen. Wohin sollte die Kirmes Ihrer Meinung nach ziehen?
Ganz klar: wieder zurück in die Innenstadt. Das wäre mein Herzenswunsch.
Wie werden Sie den Wahlsieg feiern?
Die Wahlabende, ich gehe davon aus, es wird eine Stichwahl geben, werde ich mit meiner Familie, Freundinnen und Freunden, sowie den Menschen verbringen, die mich während des Wahlkampfes unterstützt haben.



