Baum pflanzen oder Wurst auf den Grill - Die „Baumpflanz-Challenge“ hat Voerde erreicht und auf Instagram und Facebook tauchen immer mehr Beiträge auf, in denen Vereine stolz ihre frisch gepflanzten Bäumchen präsentieren. Aber worum geht es bei der Challenge überhaupt?

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Bei der Baumpflanz-Challenge nominieren sich Vereine gegenseitig dazu, innerhalb einer bestimmten Zeit einen Baum zu pflanzen. Das ist mal eine Woche, mal haben sie nur 48 Stunden Zeit. Ist der Baum gepflanzt, werden drei weitere Vereine nominiert.

Wer in Voerde nicht pflanzt, muss zum Grillen einladen

Schaffen die einzelnen Vereine es nicht, den Baum in der vorgegebenen Zeit zu pflanzen, wartet eine Strafe: Sie müssen den Verein, der sie nominierte, zum Grillen einladen. Eine ziemlich humane Strafe, die vielleicht sogar verlockender ist, als innerhalb kürzester Zeit einen Baum zu beschaffen und in die Erde zu befördern. Und doch nehmen Voerder Vereine die Challenge bereitwillig an und posten die Aktion fleißig im Netz.

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„Ich habe unsere Nominierung gesehen und dachte mir erstmal: Ui, ein Baum“, erzählt die Jugendleitung vom Voerder Karnevalsverein Carolin Kirchner. Bis dahin hätten sie noch nichts von der Aktion gehört, die Überraschung sei daher groß gewesen, als sie von dem Tambourkorps Voerde nominiert wurden.

Voerder Karnevalsverein pflanzt Birnenbaum im Seniorenpark

„Dann haben wir uns gesagt: Okay, wie wollen wir das umsetzen?“, so Kirchner. Die Schwierigkeit sei vor allem gewesen, zu überlegen, welchen Baum man überhaupt kaufen wolle und wo man ihn pflanzen könnte. Innerhalb des Vorstands machten sie sich dann Gedanken darüber, wo Platz für ihren Baum wäre. „Da kamen wir auf die Idee, ob wir den Baum nicht im Carpe Diem, im Senioren-Park, einpflanzen können.“

Darüber habe sich der Leiter des Seniorenparks und langjähriger Unterstützer des Vereins Carsten Wohlfarth schließlich sehr gefreut und die Voerder machten sich auf, ein Bäumchen zu kaufen. „Wir haben uns für einen Birnenbaum entschieden, der dann hoffentlich nächstes Jahr leckere Früchte bringt“, so Kirchner.

Tambourkorps Voerde pflanzen Süßkirschenbaum in Garten

Für Michael Meister, 2. Vorsitzender des Tambourkorps Voerde, kam die eigene Nominierung zur Baumpflanz-Challenge ebenfalls überraschend, sie wurden vom Junggesellenschützen-Verein Hünxe über Instagram nominiert. Sein Verein erhielt ebenfalls 48 Stunden Zeit, um einen Baum, einen Platz zu finden und die nötige Muskelkraft zu mobilisieren, ihn zu pflanzen. „Ja, wir dachten uns: warum nicht. Das ist ja was Gutes, nicht so eine Blödsinns-Aktion. Bäume pflanzen ist ja schonmal eine ganz tolle Sache.“

Er führte die Aktion schließlich mit der Jugend des Tambourkorps durch: „Wir haben den Baum dann in den Garten der Eltern eines Mitglieds gepflanzt“, erzählt Meister. Eine Süßkirsche ist es geworden, nach Wunsch der Eltern ein Obstbaum, denn in ihrem Garten wird der Baum immerhin viele Jahre stehen.

Immer mehr Vereine in Voerde und Umgebung pflanzen Bäume

„Das scheint jetzt hier ja richtig große Ausmaße zu nehmen“, so Carolin Kirchner vom Voerder Karnevalsverein, „mittlerweile machen ja auch Feuerwehrgruppen, DLRG-Gruppen und immer größere Vereine mit. Wenn man überlegt, wer da jetzt alles einen Baum pflanzt.“ Die 48 Stunden, die sie für die Aktion Zeit hatten, empfand sie aber als etwas knapp: „Das war nicht so ganz ohne. Aber für die Nachhaltigkeit finde ich das toll. Den Gedanken dahinter, grüner zu werden und den Umweltschutz im Blick zu haben, finde ich schön.“ Ihren Nominierten gab sie eine Woche Zeit, um auch sicherzugehen, dass die Challenge für sie machbar sei.

Bisher scheint sich noch kein nominierter Verein lieber für das Grillen entschieden zu haben - und Voerde ist durch die Aktion in den vergangenen Tagen um einige Bäume grüner geworden.