Mit einem unerwarteten Auftakt begann der Tag der offenen Tür der Musikschule – dass das Orchester unter der Leitung von Lena Reimann die Gäste mit „Smoke on the Water“ begrüßen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet. Es war ein kleiner Hinweis darauf, wie vielfältig und bunt das Angebot der Musikschule Voerde ist. Davon konnten sich die Besucherinnen und Besucher nach dem kleinen Eröffnungsprogramm selbst überzeugen.

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Seit 2023 findet der Unterricht im Blauen Gebäude an der Allee statt. Früher gehörte es zur ehemaligen Realschule, heute zur Comenius-Gesamtschule – und mit dieser wird sich die Musikschule perspektivisch das Gebäude teilen. Zwei Räume werden seit diesem Schuljahr von der Gesamtschule in dem Blauen Gebäude genutzt, dennoch zeigte sich Lena Reimann, die nicht nur das Orchester leitet, sondern auch erste Vorsitzende der Musikschule ist, „sehr froh“ in diesem Gebäude zu sein und hofft, „dass wir das Problem der Räume in den Griff bekommen.“

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Abgesehen von der Frage der Räumlichkeiten war das vergangene Jahr für den ehrenamtlich tätigen Vorstand der Musikschule in anderer Hinsicht herausfordernd: Die Musikschule musste nach dem „Herrenberg-Urteil“ ihr System umstellen. Die neue vertragliche Lösung sieht nun so aus, dass die freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten die Verträge mit den Schülerinnen und Schülern schließen.

Auf diese Weise kann die Musikschule Voerde ihr Kursangebot aufrechterhalten. „Wir sind ein positives Beispiel für andere Musikschulen“, so Lena Reimann, „wir kämpfen für den Fortbestand der Musikschule.“

Der Tag der offenen Tür, an dem auch die beiden neuen Dozierenden Kseniia Tarusina (Gesang und Stimmbildung) und Sven Köpp (Gitarre und E-Gitarre) sich und ihre Fächer vorstellten, sei ein „tolles Ausrufezeichen, dass es mit der Musikschule weitergeht“, sagte die erste Vorsitzende.

Neue Räumlichkeiten für Kulturarbeit nötig

Auch Bürgermeister Dirk Haarmann lobte den Einsatz des Musikschulteams angesichts der „existenziellen Bedrohung“, die das Urteil im letzten Jahr mit sich gebracht habe. Die Musik stand beim Tag der offenen Tür im Vordergrund, daher gratulierte Haarmann zu 24 Jahren Musikschule – in dem Bewusstsein, dass im kommenden Jahr ein besonderes Jubiläum ansteht. „Dann wird es Sie auch noch geben, das kann ich Ihnen versprechen“, so der Bürgermeister.

Beim Thema Räumlichkeiten sagte Dirk Haarmann ebenfalls Unterstützung zu. Es werde untersucht, ob das alte Gebäude der Realschule nicht abgerissen, sondern nachgenutzt werden könne. Denn nicht nur die Gesamtschule und die Musikschule benötigen Platz, auch der Förderverein der Bücherei braucht Platz zum Lagern der Bücher. „Neue Räumlichkeiten für die Kulturarbeit werden dringend benötigt. Sie können mich beim Wort nehmen, das werden wir hinbekommen“, versprach Bürgermeister Dirk Haarmann.

So fühlt sich eine Gitarre in der Hand an

Anschließend stand die Kultur im Mittelpunkt. Bei der offenen Orchesterprobe übten die Musikerinnen und Musiker Georges Bizets „Carmen“, genauer das bekannte „Habanera“. Nach ein paar Takten winkte Lena Reimann ab. „Ich hätte gerne mehr Oboe“, so die Dirigentin, und zum Schluss der Passage „mehr Fortissimo, da könnt ihr richtig reinhauen.“ Gesagt, getan. Und nach einem instrumentalen Durchlauf gab es das Stück noch mit Gesang und Kseniia Tarusina stellte sich dem Publikum vor. Eine sehr schöne musikalische Einladung, um sich anschließend in den einzelnen Räumen die unterschiedlichsten Instrumente anzuhören und auszuprobieren. Vom Klavier ertönt die Melodie aus „Die fabelhafte Welt der Amelie“, dazwischen mischen sich Schlagzeug, Saxophon und Querflöte.

„Das ist ein guter Synergieeffekt“

Positiv gestimmt waren auch Jutta Kurka und Mascha Gores vom Vorstand des Fördervereins der Bücherei in Voerde. Im vergangenen Jahr waren sie das erste Mal beim Tag der offenen Tür der Musikschule dabei und da es gut funktioniert habe, waren sie diesmal wieder mit von der Partie. „Das ist ein guter Synergieeffekt“, meinte Mascha Gores, denn manche Besucher kämen nur wegen des Bücherverkaufs und andere nur für die Musik – und würden sich dann vor Ort noch für das jeweils andere interessieren.

Es ist auch einfach eine schöne Atmosphäre, mit ein bisschen Musik im Hintergrund in den Bücherkisten nach Romanen, Sachbüchern, Biografien, Koch- oder Kinderbüchern zu stöbern und für kleines Geld – Taschenbücher gab es für einen Euro, gebundene Bücher für zwei Euro pro Stück – mit nach Hause zu nehmen. Der Erlös ist für die Bücherei in Voerde. Der Tag der offenen Tür der Musikschule war somit auch ein guter Tag für die Kultur in Voerde.

Bei Sven Köpp konnte man ausprobieren, wie es sich anfühlt, eine Gitarre in der Hand zu halten. Eine schöne Gelegenheit, die auch Samantha Meyer und ihr Sohn Mateo gerne wahrnehmen. Mateo lernt bereits Schlagzeug in der Musikschule Voerde, erzählt Mutter Samantha, habe aber auch schon oft gesagt „Mama, ich möchte gerne auch Gitarre ausprobieren.“ Sven Köpp zeigt ihm, wie man die E-Gitarre für Kinder – die beliebteste seiner ausgestellten Gitarren – richtig hält. „Fühlt sich gut an“, meint Mateo lächelnd.

Auch der Gitarrenlehrer ist mit der Resonanz am Tag der offenen Tür zufrieden. Seit Dezember 2024 unterrichtet er an der Musikschule Voerde und hat mittlerweile etwa 17 Schüler – vielleicht werden es in der kommenden Zeit noch ein paar mehr, denn seine Anmeldezettel für einen Schnupperkurs waren weg, wie Lena Reimann am Ende des Tags der offenen Tür berichtete. Die erste Vorsitzende war ebenfalls sehr zufrieden: „Es gab viel Interesse am Musikunterricht“, freute sie sich.