Knapp zweieinhalb Monate ist Louis Paul Leske alt, als er am Rotbach getauft wird. Louis Paul ist einer von 52 Täuflingen, die am ersten Samstag im September in und rund um die Friedenskirche für die Pop-Up-Taufe des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken angemeldet wurden.
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Als Louis Eltern, Stefanie Leske und Philipp Schumacher, auf die Aktion des Kirchenkreises aufmerksam wurden, haben sie sich spontan entschieden, dass ihr Sohn so getauft werden soll. „Eine Pop-Up-Taufe ist etwas Neues, was Zeitgemäßes und unkonventionell“, erklärt Stefanie Leske. „Das hat uns sofort angesprochen, tradierte Tauffeiern in der Kirche sind nicht so unser Ding“, fügt sie hinzu.
Das sagen die Eltern nach der Taufe am Rotbach
Nach der Taufe von Louis, die am Rotbachwanderweg Superintendent David Bongartz durchführte, ist sie und die Taufgemeinschaft begeistert. „Das hat unsere Erwartungen übertroffen, die Ansprache so herzlich und individuell, die Taufstation einfach aber nett und das direkt am Rotbach.“

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Stefanie Leske und Philipp Schumacher sind sichtlich angetan und angerührt von dieser „neuen Art der Taufe“. Und auch der Taufspruch, den sich die Eltern aussuchten, passt zur Location: „Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist / und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten …“.
Wie Louis Eltern sind alle, die bei der Pop-Up-Taufe dabei sind, mehr als zufrieden. 17 Pastoren, Pastorinnen, Prädikanten taufen parallel an einfach aber liebevoll hergerichteten Stationen: am Rotbach, in der Friedenskirche. Auf dem Gelände des Kindergartens gibt es Sand, Liegestühle und Planschbecken, hoch oben auf dem Klettergerüst können Täuflinge nach der Taufe „runterrutschen“, dann noch die Station mit Badewanne.

Wer mehr Ruhe wünscht, empfängt die Taufe im Pflanzgarten. Auf dem Gelände dann noch etliche Sitzecken, in denen die Pastorinnen und Pastorinnen mit den jeweiligen Taufgesellschaften die Vorgespräche führen. Es gibt keine Hektik, höchst individuell die Ansprachen bei der Taufe – bei älteren Kindern wird der Dialog mit den Kindern gesucht. Es ist feierlich, in freudiger Atmosphäre. Und am Schluss jeder Zeremonie trägt die gesamte Taufgemeinschaft auf der linken Hand ein „Engels-Tattoo“ – natürlich nur aufgeklebt.
Kirche taucht dort auf, wo man sie nicht erwartet
Nach dem Erfolg der Pop-Up-Hochzeit in 2024, an der 98 Paare kirchlich heirateten, entstand die Idee einer Pop-Up-Taufe beim Evangelischen Kirchenkreis Dinslaken Anfang 2025. Und auch hier ist der Kirchenkreis Dinslaken Vorreiter. „Viele andere Kirchenkreise beäugen dieses neue Format“, erklärt Tanja Henkel, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit beim Kirchenkreis Dinslaken. „Es gehört zu unserer Vision der ,menschenskirche‘. Insbesondere der Leitsatz: `Kirche taucht mit mobilen Projekten mit klarem christlichem Profil dort auf, wo man sie nicht erwartet‘ trägt diese Aktion.“
Offen, zugewandt und lebensnah
Pop-up bedeutet übersetzt „plötzlich auftauchen, erscheinen“. Die Pop-up-Taufe ist somit eine temporäre erlebnisorientierte Veranstaltung, die an einem unerwarteten Ort (z.B. am Rotbach, an einer Badewanne, etc.) für einen kurzen Zeitpunkt stattfindet.
Der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken hat so – wie im vergangenen Jahr mit der Pop-up-Hochzeit – einen Teil des Weges in die „menschenskirche“ der Zukunft ausprobiert: Offen, zugewandt und lebensnah soll Glauben nahegebracht werden. Die Resonanz war beachtlich. Mehr als 52 Täuflinge im Alter zwischen zwei Monaten und 34 Jahren wurden in die „Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen“.
Neben den Pastorinnen und Pastoren unterstützten ca. 30 ehrenamtliche Helfer aus den Gemeinden des Kirchenkreises am Veranstaltungstag.
Mit begleitenden Getränke-, Kuchen-, Waffelständen, mit einem Kinderbüchertisch und einer Station, in der Taufkerzen bemalt und beklebt werden können, wird dem weiteren Leitsatz „wir brauchen keine Kirche, sondern bunte Orte des Zusammenseins, die für jeden offen sind“ gerecht.
Jede Taufe war individuell und feierlich. Ob für Annabel aus Aldenrade in der Kirche, für Freddie am Rotbach, Luisa und Leonard an der Badewanne oder Mika am Planschbecken – alle erhielten ihren einmaligen, aber lebensbegleitenden Segen. Und wer noch keine Idee für seinen „Taufspruch“ hatte, erhielt Inspiration vom Wahl-O-Mat „Taufspruch“ - in einem Kirchenraum wurden „thematisch sortiert“ viele Möglichkeiten offeriert – im Vorgespräch wurden aber auch individuell zugeschnittene Taufsprüche festgelegt.




