Auf dem Schulgelände der Gesamtschule Hiesfeld und des Gustav-Heinemann-Gymnasiums an der Kirchstraße in Dinslaken-Hiesfeld lief am Montagnachmittag ein massiver Polizeieinsatz. Gegen Mittag, kurz vor Ende der sechsten Stunde, wurde der gesamte Bereich um die Schulen abgesperrt, die Schüler sollten in ihren Klassen bleiben. In den sozialen Medien verbreitete sich das Gerücht, es handele sich um einen Amoklauf. Nach etwa zwei Stunden konnte die Polizei Entwarnung geben.

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Einige Schülerinnen und Schüler hatten aus dem Schulgebäude per Handy ihre Eltern informiert. Eine Mutter rief daraufhin das Gymnasium an und erhielt, so schrieb sie auf Facebook, die Auskunft, dass es sich um eine Übung handele. Das bestätigte die Kreispolizei Wesel allerdings nicht. Es handele sich nicht um eine Übung. Die Polizei sei wegen einer „verdächtigen Feststellung“ alarmiert worden. Worum es sich dabei genau handele, dazu wollte die Behörde zu diesem Zeitpunkt nichts sagen.

Via Facebook bat die Polizei darum, den Bereich um das Schulzentrum zu meiden und sich nicht an Spekulationen zu beteiligen. Bürgermeisterin Michaela Eislöffel übermittelte von der Polizei die Nachricht, dass die Schüler in Sicherheit seien.

Polizeieinsatz in Dinslaken.
© NRZ | aha

Ein Schüler hatte einen Mann mit einem „verdächtigen Gegenstand“ gesehen

Was wirklich passiert ist: Ein Schüler der Gesamtschule hatte aus dem Fenster auf dem Schulgelände „eine verdächtige männliche Person mit einem verdächtigen Gegenstand“ beobachtet, erklärte vor Ort Henner Störmer, Sprecher der Kreispolizei Wesel. Die Schule alarmierte daraufhin die Polizei. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler sei in den Klassen geblieben, andere, die ohnehin Schulschluss hatten, seien gegangen.

Viele Eltern warteten vor den Absperrungen

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Hunderte Eltern strömten zu den Schulgeländen, parkten auf den Seitenstreifen der Oberhausener StraßeKarl-Heinz-Klingen-Straße. Während sie hinter den Absperrungen rund um das Schulzentrum warteten, gingen die Einsatzkräfte ins Gebäude - weil sie Schutzwesten und schwarze Kleidung trugen, verbreitete sich das Gerücht, das SEK sei in der Schule im Einsatz. Tatsächlich handelte es sich aber um die übliche Schutzkleidung der Polizei, klärte Henner Störmer auf. Die Einsatzkräfte durchsuchten beide Schulgelände an der Kirchstraße nach dem verdächtigen Mann, gleichzeitig wurde der Schüler, ein Siebtklässler, genauer befragt, was er gesehen hatte.

Wir haben einen relativ großen personellen Aufwand betrieben, da die Schule derzeit im Vollbetrieb läuft

Henner Störmer, Sprecher der Kreispolizei Wesel

„Wir haben einen relativ großen personellen Aufwand betrieben, da die Schule derzeit im Vollbetrieb läuft“, erklärte Henner Störmer das massive Polizeiaufgebot: Aufgabe der Polizei sei nicht nur, herauszufinden, was geschehen sei, sondern auch Gefahren abzuwenden, so der Polizeisprecher. Deswegen seien die Einsatzkräfte auch darauf vorbereitet gewesen, die Schulen zu räumen.

Viele Eltern warteten vor den Absperrungen der Polizei rund um die Schulgebäude an der Kirchstraße in Dinslaken.
Viele Eltern warteten vor den Absperrungen der Polizei rund um die Schulgebäude an der Kirchstraße in Dinslaken.© NRZ | aha

Gegen 15 Uhr konnten die Einsatzkräfte und die Eltern aufatmen. Die Schülerinnen und Schüler beider Schulen wurden nach und nach von ihren Lehrerinnen und Lehrern sowie der Polizei begleitet nach draußen geführt. Die Durchsuchung sei abgeschlossen, so Störmer, sie habe „weder zur Ergreifung noch Erkennung dieser Person geführt, noch zur Auffindung eines Gegenstandes“, so Störmer. Damit konnte die Polizei „glücklicherweise“, so der Sprecher, Entwarnung geben: „Es hat keine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal gegeben“, die Schülerinnen und Schüler wurden draußen in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten gegeben - „und haben den Rest des Tages frei“, so Störmer.

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Und während sich hunderte Kinder und Jugendliche auf dem Parkplatz an der Kirchstraße sammelten, berichtete einer der Polizisten von einem Mädchen, das hoffnungsvoll gefragt habe, ob nun die ganze Woche schulfrei sei. Das ist aber nicht der Fall. Alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Gesamtschule müssen und dürfen zum Glück am Dienstag wieder zur Schule gehen.

Vor drei Jahren gab es einen ähnlichen Einsatz an der Ernst-Barlach-Gesamtschule in der Innenstadt. Dort hatte ein Schüler ein Schreckschuss-Pistole mit in die Schule gebracht.

Liveticker zum Einsatz