Am 11. September 1965 titelte die Zeitung in Dinslaken: „Matrose und Kindermädchen fanden sich“. In der Rubrik „Das Brautpaar der Woche“ wurden Ute und Erich Langer vorgestellt. Der Artikel endet mit dem Satz: „Das muss ja eine gute Ehe werden.
Wir haben noch nie Streit gehabt – ich werde manchmal schon etwas lauter, aber mein Mann ist sehr gleichmütig, er gibt keine Widerworte
Ute Langer scherzhaft über ihren Erich
Sechzig Jahre später bestätigen Ute (79) und Erich Langer (85): „Wir haben eine tolle Zeit gehabt, wir haben glückliche Jahre durchlebt“. Ute Langer ergänzt: „Wir haben noch nie Streit gehabt – ich werde manchmal schon etwas lauter, aber mein Mann ist sehr gleichmütig, er gibt keine Widerworte“. Sie schmunzelt kurz. Und dann sprudelt es aus Ute Langer heraus - aus der langen gemeinsamen Zeit gibt es viel zu erzählen. Aus Felsberg (jetzt Tschechei) stammt Erich, 1945 kam er mit seiner Familie nach Neckarbischofsheim, die Geburtsstadt von Ute.
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Kurz nach seiner Bäckerlehre zog es ihn aber hinaus aufs Wasser. Binnenschiffer (auch auf einem großen Pott gen Westafrika war er unterwegs) war er mit großer Leidenschaft.
So sprach er Ute damals zum ersten Mal an
Das erste Mal begegnetet sich das Paar in der Tanzschule in Neckarbischofsheim. „Dein Petticoat guckt vor“ sprach er sie an. Und erhielt zunächst die etwas schnippische Antwort, dass ihn das nichts anginge. Aber danach entwickelte sich etwas zwischen den beiden, ein gemeinsamer Aufenthalt in Heidelberg war dann Grundstein der Beziehung. Mit Eheschließung (inzwischen lebte Ute in Dinslaken), entschloss sich Erich, sein Leben auf schwankenden Schiffsplanken aufzugeben. Er fand Arbeit bei Ancor, war auch 25 Jahre bei der Steag beschäftigt. Ute hatte eine Haushaltungsschule besucht, war später dann Kindermädchen und passionierte Köchin. „Lange habe ich auf der Trabrennbahn für Fahrer und Trainer gekocht, auch in Gaststätten habe ich für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt“ erinnert sich Ute.
Die Langers sind leidenschaftliche Camper
Bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung gab es sicherlich eines nicht: Langeweile. „Seit 33 Jahren haben wir den Camper in Hünxe am Wesel-Dattel-Kanal stehen, da hat Erich – er war schon Rentner – zwei Kindern im Alter von fünf und elf Jahren – das Leben gerettet. Das Wasser im Wesel-Dattel-Kanal war mit 10 Grad schon sehr kühl, als er sich in Unterhose ins Wasser stürzte.“ Beide sind noch immer sehr nachdenklich, denn für die Rettungsaktion habe es von den Eltern der Kinder noch nicht mal ein Dankeschön gegeben.
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„Begeisterte Ski-Fahrer waren beide auch“. Erich und Ute waren alpin unterwegs, sind die eine oder andere Piste heruntergesaust. Vorher hatte Ute immer schon einige Runden auf der Loipe gedreht. Viele Touren unternahmen die Beiden im Urlaub mit Segelbooten, die Erich souverän steuerte. Auch die Urlaube mit dem Camper in Ungarn blieben beide in guter Erinnerung. „Ich habe da dann immer für arme Leute gekocht, habe Koffer voller Kleidung an Bedürftige verschenkt“, erinnert sich die Ehefrau.

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Soll da noch für anderes Zeit sein? „Ja, doch – wir haben 27 Kreuzfahrten mitgemacht“ stellt Ute Langer fest, erinnert an Kapitäne, die ihr Champagner ausgegeben haben oder auch, wie Erich dann bei Festivitäten auch mal zu seiner Jazz-Trompete griff und den „Mitternachtsblues“ zum Besten gab. Heute kommt nahezu jeden Tag das Schachbrett auf den Tisch oder es wird eine Partie Rommé gespielt.
Die Langers haben einen verheirateten Sohn und mit Gina eine Enkelin, auf die beide sehr stolz sind. „Sie ist Krankenschwester in einem Auffanglager und muss da sehr viel leisten“, erzählt Ute Langer.




