Im Dezember 2024 kam die schmerzliche räumliche Trennung. Christa Pollmann (85) musste ins Pflegeheim, Heinrich Pollmann (88) blieb in der eigenen Wohnung. „Das war die schwerste Zäsur in unserer Ehe“ – beide fühlen sich jetzt abends allein. Aber wenn Heinrich, zumindest jeden zweiten Tag, seine Frau besucht, huscht ein Lächeln über das Gesicht von Christa. Wenn – wie bei der diamantenen Hochzeit am 17. September. Beide nebeneinander sitzend, wird unisono verkündet, dass sie eine gute und zufriedene Ehe führen und das einzige Manko sei, dass sie jetzt nicht mehr Tag und Nacht zusammen sein können.

Christa betont, dass die Ehe auch gute Voraussetzungen hatte. „Wir standen finanziell immer gut da, mussten auf wenig verzichten“, erzählt sie. „Das mag profan klingen, bietet für eine Ehe aber ein gutes Polster.“ Daneben waren es auch und gerade die gemeinsamen Hobbys der beiden, die zusammenschweißten. Gemeinsam wurde die Welt erkundet. „Von Petersburg bis New York, wir haben sehr viel gesehen“, erinnert sich Heinrich. „Mein Mann suchte die Reiseziele oft danach aus, welche Kunstmuseen dort beheimatet sind, aber ich bin auch auf meine Kosten gekommen“, schränkt Christa etwas ein. Kunst ist für Heinrich von großer Bedeutung. Nicht nur konsumierend, nein bis heute malt er, hat sein eigenes Atelier.

Fast 30 Jahre lang tanzten Christa und Heinrich Pollmann aus Dinslaken mit Begeisterung

Sportlich sind beide auch gewesen, Christa berichtet über ihre Erfolge beim Tischtennis: „Wir spielten Verbandsliga, das war damals die zweithöchste Liga“. „Und ich habe sie zu ihren Auswärtsspielen gefahren“, ergänzt Heinrich. Beide versuchten sich danach am Tennis, wann immer es möglich war, ging es zum Skifahren in die Berge. Fast 30 Jahre lang tanzten die beiden mit Begeisterung. Zumindest einmal pro Woche wurden die Standardtänze einstudiert. „Ach, ich habe den Tango so geliebt“, Christas Augen leuchten. „Ich weniger“, Heinrich tendierte eher Richtung Slow-Fox. Mit Freunden wurden auch regelmäßig „Karten gekloppt“. Zunächst Doppelkopf, aber auch Skat.

„Die Rollenverteilung in unserer Ehe war von vornherein klar geregelt, ich habe alles in die Hand genommen, was die Finanzen betraf, Heinrich kümmerte sich um den Rest“, betont Christa. „Ja, ich habe sogar gekocht“, schmunzelt Heinrich.

Das Ehepaar aus Dinslaken hat inzwischen 2 Töchter und 3 Enkelkinder

Schwere Zeiten in der Ehe gab es nur, als der Bautechniker Heinrich mit nur 51 Jahren seinen Arbeitsplatz verlor. Aber das sahen die Beiden auch als Chance. Die Lehrerin Christa sattelte mit einem Studium obenauf und erwarb die Lehrberechtigung für die Sekundarstufe 2. „Und die Abfindung von Heinrich wurde in eine große Reise investiert“, erzählt Christa.

Von Petersburg bis New York, wir haben sehr viel gesehen.

Christa Pollmann

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass ein Cousin, der mit einer Freundin von Christa „liiert“ war, die Hambornerin und den Walsumer 1963 zusammenbrachte, die Beiden haben in Ihrer jetzt 60-jährigen Ehe das Beste daraus gemacht.

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2 Töchter und inzwischen 3 Enkelkinder haben die Pollmanns. Am Mittwoch, 17. September, wird das Ehejubiläum nur ein wenig gefeiert. Die große Feier, die mit einem Gottesdienst in der Dinslakener Stadtkirche startet – hier konnte sogar Ronnie Schneider als Pastor reaktiviert werden – findet dann am kommenden Samstag, 20. September, mit Familie und Freunden statt.