Frauen gehen shoppen, Männer gehen einkaufen, sagt das Klischee. Reihenweise Studien befassen sich mit dem unterschiedlichen Kaufverhalten von Frauen und Männern – gerade, wenn es um Bekleidung geht. Susanne Worrall braucht das alles nicht. Die Mitarbeiterin des Herrenmodegeschäfts Engbers in Dinslaken weiß aus Erfahrung, was Männer gerne tragen. Und sie schafft, woran viele Ehefrauen verzweifeln: Dass die Herren in die Kabine gehen, mehrere Teile anprobieren – und sogar andere, als die gewohnten. Engbers feiert im Oktober 30-jähriges Bestehen in der Dinslakener Innenstadt. Susanne Worrall ist seit 20 Jahren dabei. Ein doppeltes Jubiläum.
1995 wurde das Geschäft an der Neustraße in Dinslaken eröffnet
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1995 wurde das Geschäft an der Neustraße eröffnet. Damit ist es eines der älteren in der Innenstadt. Obwohl das Ladenlokal nicht besonders groß ist, gehöre es „zu den erfolgreichsten Stores unseres Unternehmens“, sagt Bernd Bosch, Geschäftsführer von Engbers. Das Gronauer Unternehmen hat in fast 80 Jahren mehr als 300 Filialen in Deutschland und Österreich aufgebaut. Bosch stellt die „enge Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern“ und das „große Engagements unseres motivierten Teams“ als besondere Stärken der Dinslakener Filiale heraus.
Ich bin hier geboren, wohne hier und hier gehe ich auch in Rente.
Susanne Worrall arbeitet mit kurzer Unterbrechung seit 20 Jahren im Engbers-Store in Dinslaken
Das motivierte Team – das sind Susanne Worrall und ihre Kollegin Bettina Zanella, beide 59 Jahre alt. Dass Susanne Worrall vor 20 Jahren zu Engbers gekommen ist, ist dem Zufall zu verdanken. „Verkäuferin gesucht“ – dieses Schild vor dem Geschäft hat sie beim Bummel durch die Innenstadt entdeckt. „Ich bin dann reingegangen“, sagt sie. Danach war sie nur kurz, für die Kinderzeit, weg, – unter anderem in der Duisburger Engers-Filiale, bis sie wieder nach Dinslaken kam. „Nach Hause“, wie sie sagt: „Ich bin hier geboren, wohne hier, und hier gehe ich auch in Rente“. Auch Bettina Zanella ist schon seit fünf Jahren dabei.
Die Dinslakener Filiale wurde im vergangenen Jahr modernisiert
Einer der erfolgreichsten Stores des Unternehmens – in Dinslaken? Vielleicht liege es an „unserer Freundlichkeit“, meint Susanne Worrall, „und an der Qualität sowieso“, ergänzt sie. Die Filiale, die im vergangenen Jahr modernisiert wurde, habe zahlreiche Stammkunden, berichten die Mitarbeiterinnen. Dazu gehören auch viele jüngere Männer. „Mittlerweile kommen die Söhne von den Vätern, die wir kennen.“ Denn auch junge Männer würden „zunehmend auf Qualität“ achten: „Einmal kaufen ist ja am Ende auch günstiger, als mehrmals zu gehen“, findet Susanne Worrall.
Manche Kleidungsstücke seien bereits seit 20 Jahren Dauerbrenner. Das Basic-T-Shirt etwa. Schlichte Baumwolle – aber „das weiße T-Shirt ist auch wirklich weiß und nicht durchsichtig“, wirbt Susanne Worrall. Auch die Basic-Jeans – mittlerweile mit Stretch – seien seit vielen Jahren beliebt. Männer würden vor allem schätzen, dass sie die Hosen auch im Büro tragen können, weil sie nicht so stark ausgewaschen seien und weil der Bund hinten etwas höher sei, damit beim Bücken nichts herausschaut. Auch große Größen seien heute oftmals gefragt.

Männer seien nämlich gar keine Shoppingmuffel. Sie seien beim Einkauf „unkompliziert und für alles offen“, findet Susanne Worrall. „Einfach mal ausprobieren“, sagen die Verkäuferinnen, wenn Kunden nicht immer zu Gewohntem greifen sollen. Dazu gehöre dann aber auch „dass man ehrlich ist und sagt, wenn das Kleidungsstück dann doch nicht das Richtige ist“.

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„Gucken Sie mal, was ich heute anhabe“, hätten schon Kunden später im Vorbeigehen ins Geschäft gerufen, andere hätten sich für die nette Beratung bedankt, sogar schriftlich. Der Job im Einzelhandel sei schon „anstrengend“, sagt Susanne Worrall – aber solche Resonanz mache die Arbeit „einfach schön. Das macht wirklich Spaß.“
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Das Jubiläum wird vom 1. bis 13. Oktober gefeiert – mit selbstgebackenem Kuchen
Das Jubiläum feiert der Engbers-Store vom 1. bis 13. Oktober. Die Kunden und Kundinnen sind eingeladen, mit einem Sekt auf das Jubiläum anzustoßen oder einen Kaffee zu trinken. Dazu gibt es Kuchen und Flammkuchen. „Selbstgebacken“, verrät Susanne Worrall, die offenbar nicht nur weiß, was Männer gerne anziehen – sondern auch, was sie gerne essen.





