Bruno Rasch war schon in der Jugend leidenschaftlicher Tänzer. In Kuttno (jetzt Polen) wurde er am 12.01.1944 geboren. Doch schon früh ging es mit der Familie über Dresden nach Voerde. Gerade 20 Jahre alt – er absolvierte seinen Grundwehrdienst – ging er während seines Heimaturlaubs natürlich aufs Tanzparkett.

Kennernlernen auf der Tanzfläche im Haus Kretschmer

In Friedrichsfeld gab es das angesagte Tanzlokal „Kretschmer“. Durch Zufall war an diesem Abend auch Gisela Quinders, eine gebürtige Rheinbergerin, die schon lange mit ihrer Familie in Ginderich wohnte, im „Kretschmer“. Ihr Bruder hatte sie mitgenommen, der eine Freundin aus Friedrichsfeld ausführte. Und der junge Soldat Bruno bat Gisela zum Tanz. „Na ja, so gut konnte Gisela noch nicht tanzen“, bemerkt Bruno Rasch. Zeit genug hatte er, ihren Tanzstil zu verbessern: Gisela (79) und Bruno Rasch sind jetzt 60 Jahre sehr glücklich – wie beide versichern – verheiratet. Heute ist ihre Diamantene Hochzeit.

Denn bei diesen ersten Tänzen im „Kretschmer“ ist es nicht geblieben Täglich schrieben sich die beiden Briefe, denn Bruno Rasch war zu dieser Zeit in Lingen/Ems stationiert. „WhatsApp gabs zu dieser Zeit halt nicht“, sagt Gisela Rasch mit einem Lächeln auf den Lippen. Wenn Bruno fürs Wochenende nach Hause kam, traf er natürlich seine Gisela. Weniger als ein Jahr später heirateten die beiden am 24. September 1965 im Wasserschloss Haus Voerde.

Viele Trennungen und viele Freiräume

Aber auch nach Brunos Wehrdienst waren die beiden das eine oder andere Mal getrennt. Der Stahlbauschlosser Bruno war beruflich in ganz Deutschland unterwegs – die Eheleute konnten sich nur am Wochenende sehen. „Das war aber nicht schlimm“, bemerkt Gisela. „Das Wiedersehen war immer wieder schön – immer wieder Herzklopfen, immer wieder neu verliebt“.

„Es ist wichtig, dem Partner Freiräume einzugestehen“, versichert Gisela Rasch. So war es für sie selbstverständlich, dass ihr Ehemann an etlichen Wochenenden und Abenden Sport trieb (Tischtennis und Fußball beim TV Voerde) oder auch Doppelkopf spielte. „Wenn da jemand sagte: ‚Warum lässt du deinen Mann so viel alleine unternehmen?‘, hatte ich dafür kein Verständnis. Ich habe Vertrauen in meinen Mann, warum sollte ich seine Hobbys beschneiden?“, so Gisela.

Gemeinsame Unternehmungen und 60 glückliche Jahre

Natürlich wurde auch gemeinsam vieles unternommen. Die Urlaube in Bayern oder die Kreuzfahrten sind in guter Erinnerung. „Wir haben auch mit Freunden gekegelt.“ Zufriedenheit über die gemeinsamen 60 Jahre ist beiden anzumerken. „Wir würden jederzeit wieder heiraten“, versichern beide und schauen sich dabei an, als hätte die Zeit seit ihrem ersten Tanzabend im Haus Kretschmer vor fast 61 Jahren stillgestanden.

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Die Eheleute Rasch haben zwei Söhne und inzwischen vier Enkelkinder. Am Tag der Diamanthochzeit geht es eher ruhig zu, Gratulanten werden im eigenen Haus in Voerde empfangen. Am kommenden Samstag wird dann mit der Familie groß gefeiert. Dann wird Bruno Rasch auch wieder schelmisch erklären, warum seine Frau den Garten pflegt: „Heißt ja nicht umsonst Mutterboden, das ist was für Frauen“.