Anke Schmidt ist sauer. Seit acht Jahren wohnt sie an der Ludwig-Richter-Straße in Hiesfeld und hat ihr Auto „schon immer“ an der Straße direkt vor dem Haus geparkt, wie sie in einer Mail an die Redaktion schreibt. Nun aber habe die Stadt Dinslaken die Anwohner aufgefordert, ihre Fahrzeuge nicht mehr vor dem Haus zu parken. Der Grund: Die Fahrbahnbreite werde durch die parkenden Autos so sehr verringert, dass größere Fahrzeuge wie die Müllabfuhr und auch Feuerwehr und Rettungsdienst die Straße nicht mehr passieren können.
Mehr aus Dinslaken,Voerde und Hünxe
Alle Nachrichten aus Dinslaken, Voerde und Hünxe lesen Sie hier. +++ Abonnieren Sie unseren Newsletter per Mail oder folgen Sie uns bei Whatsapp, Instagram und Facebook +++
Im Gespräch mit der NRZ bestätigt Schmidt, dass die Fahrbahn wegen der Fahrzeuge am Fahrbahnrand zwar schmaler ist, sie sagt aber auch: „Klar, es kommt schonmal vor, dass die Müllabfuhr mit einem Rad über den Bordstein fahren muss. Bis jetzt sind aber alle immer durchgekommen. Es war nie ein Problem, aber auf einmal stört es.“
Parkverbot: Dinslakenerin ärgert sich über den Kommunikationsweg, den die Stadt gewählt hat
Schmidt beklagt aber nicht nur den Umstand, dass sie nicht mehr vor ihrem Haus parken darf – zumal es in der Umgebung „leider“ nicht genügend Ausweichmöglichkeiten gibt, damit alle Anwohner ihre Autos an einem anderen Ort abstellen können. Die Dinslakenerin ärgert sich auch über den Kommunikationsweg, den die Stadt gewählt hat, um ihr und ihren Nachbarn mitzuteilen, dass das Parken an der Ludwig-Richter-Straße nicht gestattet ist.
Das Schreiben der Stadt hätten die Anwohner nämlich lediglich an den Windschutzscheiben ihrer Autos befestigt vorgefunden. „Wir waren zu der Zeit aber 14 Tage im Urlaub, mit dem Auto“, betont Schmidt. Dementsprechend hätte sie die Info auch nur durch ihre Nachbarn erreicht.
Lesen Sie weitere Themen aus Dinslaken
Stadt Dinslaken informiert Anwohner bis Ende September mit Infozetteln an den betroffenen Fahrzeugen
Auf Nachfrage bei der Stadt bestätigt Sprecher Marcel Sturm, dass die Anwohner tatsächlich durch Infozettel „an den betroffenen Fahrzeugen“ auf ein generelles Halte- beziehungsweise Parkverbot an der Ludwig-Richter-Straße hingewiesen wurden: „Eine Verteilung wird noch bis Ende September stattfinden.“ Bereits jetzt habe sich ein „positiver Effekt“ gezeigt: „Die Straße ist nunmehr an vielen Stellen frei.“

Täglich (außer Samstag)
Dinslaken-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Neu ist das Parkverbot übrigens nicht, betont der Stadtsprecher. Ein Handlungsdruck habe sich nur jetzt ergeben, da die Müllabfuhr darauf hingewiesen habe, dass ihr Fahrzeug die Straße nicht mehr passieren kann. Bei einem anschließenden Ortstermin mit der Feuerwehr habe auch diese bestätigt, dass ihre Einsatzfahrzeuge im Ernstfall blockiert wären. „Aus Gründen der Sicherheit und Gefahrenabwehr wurde deshalb gezielt auf das bestehende Parkverbot hingewiesen. In einem solchen Sachverhalt ist die Ordnungsbehörde verpflichtet, tätig zu werden, um die öffentliche Sicherheit sicherzustellen“, begründet Sturm den Handlungsbedarf.
Welche Strafe droht bei Missachten des Parkverbotes?
Wer das bestehende Parkverbot missachtet und dadurch die Durchfahrt für Einsatz- oder Versorgungsfahrzeuge behindert, muss mit einem Verwarn- bzw. Bußgeld nach dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog rechnen, erklärt Stadtsprecher Marcel Sturm. Je nach Art des Verstoßes und der konkreten Behinderung können Bußgelder von derzeit 35 Euro bis zu 100 Euro fällig werden.
Als Ausweichmöglichkeit stehen den Anwohnern Parkflächen an der benachbarten Albrecht-Dürrer-Straße zur Verfügung. „Darüber hinaus verfügen einige Anwohner über Garagen oder private Stellplätze auf ihren Grundstücken“, so Sturm. Doch das reicht bei weitem nicht, ist Anke Schmidt überzeugt.
„Das ist doch nur eine Verschiebung des Problems. Die Albrecht-Dürrer-Straße steht doch auch voll“, ärgert sich die Dinslakenerin. Sie ist sich sicher: Die Straße hätte von vornherein nicht so schmal gebaut werden dürfen. „Jetzt gibt es das Problem mit den Autos und keiner tut etwas dagegen.“








