Mit einer Fachveranstaltung verband die Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums Münster die offizielle Eröffnung der neuen Räume im Johannahaus. Bei der Veranstaltung war „Beziehung“ der zentrale Begriff. Akteure der Kinder- und Jugendhilfe, Partner aus dem Gesundheitssektor und dem pastoralen Raume sowie Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft waren der Einladung gefolgt.

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Die EFL-Beratungsstelle hat eine besondere Beziehung zu Dinslaken. Darauf verwies Carolin Schlütter, Leiterin der EFL-Beratungsstelle. 1969 wurde in der Stadt die Arbeit aufgenommen. Viele Jahre war die EFL im Johannahaus untergebracht, an diesen pastoralen Ort kehrte sie nach den umfangreichen Umbauarbeiten jetzt zurück. Für diese Möglichkeit dankte Schlütter der katholischen Kirchengemeinde St. Vincentius.

Ein zentraler Baustein

Aktuell umfasst das Team der EFL Dinslaken/Wesel sieben Mitarbeiterinnen. Im Jahr 2024 nahmen knapp 400 Personen in über 1000 Kontakten das Angebot in Dinslaken in Anspruch. Die Beratung ist kostenlos und erfolgt unabhängig von der Religionszugehörigkeit für Familien, Paare und Einzelpersonen. Stellenleiterin Carolin Schlütter betonte, insbesondere vor dem Hintergrund der immer komplexeren Anliegen der Klientinnen und Klienten sei die Netzwerkarbeit ein zentraler Baustein der EFL-Arbeit.

Menschen in Krisen brauchen Orte, an denen sie gehört werden

Andrea Stachon-Groth

Andrea Stachon-Groth, Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster, betonte: „Menschen in Krisen brauchen Orte, an denen sie gehört werden, an denen sie professionelle Unterstützung erfahren, an denen sie so angenommen werden, wie sie sind, und Wertschätzung erfahren.“ Stachon-Groth warb dafür, Vielfalt als Bereicherung und Chance zu sehen. Dies sei die Alternative zu „autoritärer Eindeutigkeit oder gleichgültiger Bedeutungslosigkeit“. Dafür brauche es die Kompetenz zu „Aushandlungsprozessen“ in Familie, Politik und Kirche. Bei Erlangung dieser Kompetenz unterstütze die EFL die Ratsuchenden, so die Verantwortliche des Bistums Münster.

Keine Randgruppe

Ein Schwerpunkt der EFL ist die Beratung im Kontext von Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI). In seinem Vortrag betonte Prof. Dr. Agostino Mazziotta von der Fachhochschule Münster, Beziehung sei „ein Grundbedürfnis des Menschen“. Wer in Beziehung lebe, lebe länger und gesünder. Der Referent nannte drei zentrale Merkmale der Liebe: Intimität, Leidenschaft, Verbindlichkeit. Dabei prägen laut Mazziotta Normen das Bild von Liebe; wer davon abweiche, erfahre oft Abwertung und Ausgrenzung. Aktuell finde ein Wertewandel hin zu mehr Vielfalt statt, sagte der Referent und nannte als Beispiel die „Ehe für alle“. Mazziotta betonte, die Gruppe der schwulen, lesbischen, trans- oder bisexuellen Menschen sei „keine Randgruppe“.

Die EFL ist in Dinslaken erreichbar unter 02064/58645 oder unter efl-dinslaken@bistum-muenster.de.