Nur einen Tag feiern ist nicht genug. Für das Dorffest Hiesfeld ließ die Werbegemeinschaft Hiesfeld den Dorfkern entlang der Sterkrader Straße für zwei Tage sperren. Zu satten Electrobeats wurde am Samstag bis in die späten Abendstunden ein Feierabendmarkt gefeiert und am Sonntag ging es mit Livemusik, Kindertrödelmarkt und verkaufsoffenem Sonntag ab den Mittagstunden weiter. Vor allem aber ist das Dorffest der Werbegemeinschaft das, was der Name sagt: Eine Gelegenheit für die Hiesfelder Geschäfte, aber auch Vereine und Institutionen, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Hiesfelder Carneval Club sucht neuen Festsaal
„Kölsche Tön“ beschallen die Sterkrader Straße am Sonntag bereits ab 11.15 Uhr. Ist denn schon wieder Karnevalssession? Nein, aber beim Dorffest präsentiert sich der Hiesfelder Carneval Club (HCC) in Lila-weiß samt Tanzgarde. Die Mädchen bieten Glitzer-Tattoos an und im Zelt nebenan werden Grillwürstchen gebrutzelt und Waffeln gebacken. Der HCC präsentiert sich zum zweiten Mal beim Dorffest. „Erstens ist dies unser Stadtteil“, erklärt der HCC-Vorsitzende Hardy Staar. „Und wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass es auch hier noch Leute gibt, die uns gar nicht kennen“.
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Das überrascht, denn die Jecken vom HCC mischen seit 26 Jahren im Dinslakener Karneval mit. Am 11.11. wird der Sessionsstart bei Maaß gefeiert. „Und dann beginnt auch der Vorverkauf für die Prunksitzung am 6. Februar in der Aula des Gustav-Heinemann-Gymnasiums“, so HCC-Pressesprecher Mark Karbach. Getrübte Aussichten für den Verein. „Noch zwei Jahre“, blickt Hardy Staar in die Zukunft, „dann gibt es die Aula nicht mehr“. Einen Saal für 400 Personen braucht der HCC für die Prunksitzung, „und die Kathrin-Türks-Halle können wir uns als kleiner Verein definitiv nicht leisten“, so Staar. „Wer einen geeigneten Saal weiß oder uns ein Zelt aufbauen würde, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden“.
Sicherheit geht vor: Neue Auflagen verändern das Festkonzept
Einschränkungen. Sie betreffen auch das Dorffest selbst. Das Sicherheitskonzept musste weiter verschärft werden. Und dies Straßenbarrieren bedeuten, dass es auf an der Krengelstraße Ecke Jahnplatz keine Kinderkarussells mehr gibt. Was sich dagegen an fast jedem zweiten Stand dreht, sind Glücksräder, der Trend unter den Anbietern dieses Jahr.
Standortvorteil Festmeile: Konsequenzen der Verkleinerung
Durch die verkleinerte Festmeile wird es zum Glücksspiel, an welchem Standort man sein Geschäft hat. Optiker Thorsten Weißenfels hat mit seiner Frau, die das benachbarte „Lotta‘s“ auf der Friedenstraße hat, gemeinsame Sache gemacht und nicht nur einen Eiswagen bestellt, sondern auch mit Alexx Marrone für einen eigenen Showact gesorgt. Der Sänger mit der Reibeisenstimme und der Gitarre singt ein paar Hundert Meter entfernt vom Bühnenprogramm von Cesare Siglarski und seinen Acoustic-Musikerfreunden.
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Pech dagegen hat Frank Richartz. Er hat in seiner Metzgerei nicht nur Fleisch gegen Kuchen getauscht, er wollte auch dem Shanty Chor Hiesfeld Freibier spendieren. Doch die Seebären zeigten sich wasserscheu und sagten ihren Auftritt wegen des angekündigten Regens aus Sorge um ihre Instrumente kurzfristig ab. Und das Freibier muss er nun selbst trinken? „Das ist nicht schlimm“, lacht Richartz. Kein Kinderkarussell gegenüber und kein Programm vor dem Ladenlokal: Das enttäuschte.
Das waren die Publikumsmagnete beim Dorffest
Viel Trubel herrschte im Kern des Geschehens: Familien schufen beim Kindertrödelmarkt auf der Hohlstraße Platz fürs nächste Trendspielzeug, auf der Sterkrader Straße waren „Stitch“-Plüschtiere der Renner. Bei der „Lesemaus“ war der Leselöwe zu Gast. Auch das „Herz-Café“ der Diakonie war zumindest mit seinem Stand an die Sterkrader Straße gerückt und machte – ebenfalls durch Gewinne am Glücksrad – auf seine Angebote der Tagespflege auf der benachbarten Kirchstraße aufmerksam.
Brandschutztag der Feuerwehr Hiesfeld
Sichtbar sein. Da hatte es die Feuerwehr trotz der verkürzten Festmeile leicht: Auf den Brandschutztag rund um die Feuerwache machte bereits weit vor den Absperrungen die Fahne der Feuerwehr Hiesfeld aufmerksam. Sie war weithin sichtbar, da sie an der Drehleiter in 23 Metern Höhe über dem Hiesfelder Hof hing. Gleich dahinter boten die offenen Löschfahrzeuge Einblicke in die Feuerwehrtechnik und lenkten die Besucher weiter zur Wache selbst. Hier gab es nicht nur – wie allerorts an diesem Tag in Hiesfeld – Gegrilltes, Kuchen und Waffeln, sondern auch eine Hüpfburg für Kinder. Und der Nachwuchs der Feuerwehr selbst übte den Umgang mit Feuerlöschern: eine heiße Sache für Groß und Klein.
Ein Glücksrad drehte sich auch am Stand der Kita Hl. Geist. Und schräg gegenüber fand sich am Sonntag das P-Dorf. Ausgezeichnet mit dem Titel Faires Jugendhaus lud es Kinder ein, „Vielfaltspuppen“ zu basteln. Abends zierte eine ganze Kette dieser Pappfiguren den Stand. Auf den Rückseiten der Puppen beantworteten die Kinder die Frage ‚Was bedeutet Vielfalt für Dich?‘. Auch das Dorffest selbst mit seinen vielen Ständen, die die Gemeinschaft im Stadtteil lebendig machen, war ein Beispiel für gelebte Vielfalt.





