Bis Anfang des Monats hatten die Bewerberinnen und Bewerber Zeit gehabt, ein selbst gesungenes Lied als Audiodatei einzuschicken, um darauf zu hoffen, unter den sechs Finalisten zu sein. Vier junge Frauen und zwei männliche Aspiranten traten schließlich am Samstag (27. September) beim großen Finale des Gesangswettbewerbs „Hünxe – deine Stimme“ im Konzertsaal des evangelischen Jugendzentrums an. Vor 60 Zuschauenden traten sie auf die Bühne und stellten jeweils zwei Songs vor, die von den Juroren Reingard Modrow, Esben Quist und Marco Rohde bewertet wurden.

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Den Anfang machte die 18-jährige Martine Langefeld aus Dinslaken, die schon durch ihr mutiges Outfit beeindruckte, das zu ihrem Auftaktsong „Du hast den Farbfilm vergessen“ passte, mit dem Nina Hagen in der ehemaligen DDR berühmt geworden war. Für ihre Performance erntete Martine Langefeld schon viel Applaus vom Publikum, das vorwiegend aus den Fanclubs der Finalisten bestand. Nach Martines zweitem Song, „Whatever Lola gets“ kamen die Juroren das erste Mal zu Wort. Sie lobten die 18-Jährige für ihren Mut und sahen bei ihrem Auftritt sogar Ähnlichkeiten zum amerikanischen Leinwandstar Marilyn Monroe.

Als zweite Sängerin ging Gesa Schnieder aus Rhede auf die Bühne. Keine Unbekannte, denn die 33-jährige Moderatorin hatte sich schon in den vergangenen beiden Jahren für das Finale qualifiziert. Sie startete mit einem hinreißenden Vortrag von „Skinny love“ und erzeugte im Saal schon echte Gänsehautgefühle. Gesa Schnieder hatte ihre Bühnenperformance schon als Reisebegleiterin auf der Aida eingeübt. Ihr zweiter Song „Halleluja“ brachte das Publikum zum ersten Mal zum Mitsingen. Jurorin Reingard Modrow, die Gesa im vergangenen Jahr Verbesserungsvorschläge gemacht hatte, bescheinigte ihr anschließend: „Du hast viel Stimme gegeben und mich dabei voll abgeholt.“

Mit Kathrin Strauch nahm auch eine Hünxerin an dem Gesangswettbewerb teil

Mit Josefine Stamm aus Dorsten stellte sich danach eine Schülerin der Abiturklasse dem Publikum, die auch schon in einer Band singt. Sie traute sich an „Six feet under“ von Billie Eilish heran, was ihr vom Juroren Esben Quist das Lob einer „schönen Klangfarbe“ einbrachte. Und auch Marco Rohde sprach von einer „tollen Stimme“.

Kathrin Strauch aus Hünxe ging als letzte der vier Sängerinnen auf die Bühne, die sie sich schon so oft angesehen hatte, weil sie hier ihre Jugend verbrachte. Singen „liegt mir im Blut“, erzählte die 27-jährige Studentin dem Moderatoren und Jugendleiter Thomas Lendzian vor ihrem Auftritt. Mit „Too close“ von Alex Clare haute sie dann so richtig „einen raus“, begleitet von Lichteffekten, mit denen Max und Henrik von der Technik eine tolle Konzertatmosphäre erzeugten. Kathrin Strauch erntete viel Lob von den Juroren, sie habe sich bei ihrem Auftritt „super gesteigert“ und sei ein „Typ Sängerin“.

Die Jury: Esben Quist, Reingard Modrow und Marco Rohde.
Die Jury: Esben Quist, Reingard Modrow und Marco Rohde.© FUNKE Foto Services | Sabine Stein

Als erster männlicher Finalist übernahm Philipp Mallon aus Duisburg-Walsum das Mikrofon und präsentierte dem Publikum einen komplett selbst komponierten Song als Singer-Song-Writer. Der 19-Jährige kommt aus einer Musikerfamilie und möchte auch in dieser Schiene studieren. Sein zweites Stück hatte Philipp dem Musical „Hamilton“ entliehen, beeindruckte durch gekonnte Rhythmus-Wechsel und bekam dafür von den Juroren viel Lob, die kaum glauben konnten, „wie jemand soviel Text behalten kann“.

Du hast viel Stimme gegeben und mich dabei voll abgeholt.

Jurorin Reingard Modrow über den Auftritt von Gesa Schnieder, der späteren Gewinnerin des Gesangswettbewerbs.

Als letzter Aspirant auf die 500-Euro-Prämie hatte sich Nico Frenzer qualifiziert – und das zum achten Mal. Es müsste doch „irgendwann mal klappen“ ließ er Moderator Thomas Lendzian und das Publikum wissen. Nico Frenzer performte als Rapper und das so gut, dass Juror Marco Rohde ihn doch gerne mal „neben anderen Größen wie Bushido“ sehen würde. Mit dem Stück „Seid bereit“ aus dem „König der Löwen“, im ganz eigenen Stil vorgetragen, startete er und zeigte dem Publikum, dass er sich dieses Jahr gut vorbereitet hatte. Und dann im zweiten Song wurde es richtig laut – der 30-jährige aus Duisburg-Walsum holte sogar seinen Bruder Chris dazu und die beiden hauten raus: „Heute wird sich flüssig ernährt.“ Dabei brachte er sogar das Publikum zum Mitsingen.

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Auch die Juroren mussten sich danach erstmal wieder beruhigen, hatte sich doch die Musikrichtung im Saal um 180 Grad gedreht. Reingard Modrow fand Nicos Auftritt „geil“ und Esben Quist bescheinigte ihm, dass er den Saal „zum Kochen gebracht“ habe.

Sie landeten bei „Hünxe – deine Stimme“ auf den Plätzen zwei und drei

Die Juroren zogen sich zur Beratung zurück, währenddessen Vorjahressiegerin Masha Krasnoborodko noch einmal mit ihrem Sieg-Song „Prirva“ von der ukrainischen Band „The hardkiss“ bezauberte. Und dann kam die Entscheidung – die Juroren erkoren Gesa Schnieder aus Rhede zur Gewinnerin von „Hünxe – deine Stimme“. Auf dem zweiten Platz folgte Kathrin Strauch, und Dritte wurde Josefine Stamm.