Das „Streetfood-Drink-&-Music-Festival“, das am vergangenen Wochenende (26. bis 28. September) in der Voerder Innenstadt auf dem Rathausplatz lief, erfüllte aus Sicht einiger Besucher nicht die von dem privaten Veranstalter im Vorfeld geschürten Erwartungen. Das zeigt ein Blick auf Kommentare in der Facebookgruppe „Voerde aktuell“. Dort hagelt es Kritik für das Event.

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Eine Nutzerin hat dort am Samstagabend einen Beitrag mit einem Foto von der kleinen, leeren Bühne veröffentlicht, in dem sie unter anderem die zwar angekündigte, aber fehlende Live-Musik moniert. Sie schildert, dass viele Besucher „direkt wieder gegangen“ seien oder sich in den umliegenden Imbissen wieder getroffen hätten, „weil es dort wesentlich günstiger war“. Natürlich bezahle man für „besondere Sachen“ auch gern mal etwas mehr, aber dann müsse auch die Atmosphäre stimmig sein.

Auf diesen Beitrag gibt es unzählige Reaktionen, von denen viele in die gleiche Richtung gehen. Ein großer Punkt sind die Preise für Speisen und Getränke: „Wer soll sich denn sowas bald noch leisten können?“, lautet eine Frage. Ein Nutzer kommentiert, dass „die jetzt sogenannten ,Foodtrucks‘“ früher „Imbisswagen“ hießen und es da preislich und vom Angebot her passender gewesen sei. Eine Kommentatorin macht den Versuch einer Erklärung. Sie verweist auf „hohe Standgebühren, Fahrtkosten der Wagen“, die Ware inklusive Mitarbeiter müssten erstmal dahin kommen – dazu Strom, Versicherungen.

Nicht nur die aus Sicht einiger Besucher zu hohen Preise werden moniert. „Billige Hip-Hop-Mucke vom Stick geht gar nicht. Live-Musik wäre schon für eine angenehme Stimmung von Vorteil gewesen“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Bei einem Gang über den Rathausplatz am späten Sonntagnachmittag präsentierte sich die kleine Bühne wie auch die davor platzierten Sonnenliegestühle als menschenleer. Einzig eine Lautsprecherbox war in dem Anhänger in einer Ecke platziert, aus der Musik „aus der Konserve“ dröhnte. In Konkurrenz dazu trat der benachbarte Essensstand, an dem es ebenfalls laute Musik gab.

Auf der kleinen Bühne stand auch am späten Sonntagnachmittag lediglich eine Lautsprecherbox, die Musik „aus der Konserve“ wiedergab.
Auf der kleinen Bühne stand auch am späten Sonntagnachmittag lediglich eine Lautsprecherbox, die Musik „aus der Konserve“ wiedergab.© NRZ | P.K.

Von einer Band war nichts zu sehen. Mit Live-Musik wäre die Stimmung eine andere, meinte denn auch eine Streetfood-Festival-Besucherin am Sonntagnachmittag im Gespräch mit der NRZ. Außerdem hätte sie sich eine größere Getränkeauswahl statt allein Bier und Softgetränke gewünscht. Mindestens am Eröffnungstag waren noch Cocktails und Wein im Angebot. In einem Leserbrief an die NRZ heißt es, dass Standbetreiber sogar überlegt hätten, ob sie am Sonntag öffnen sollten, da wegen der „Umstände wenig Umsatz war“.

Gedränge herrschte am Sonntagnachmittag jedenfalls vor den Ständen nicht. Ein Anbieter erklärte gegenüber der NRZ, dass der Umsatz zum Beispiel beim Stadtfest in Friedrichsfeld drei- bis viermal so hoch sei. Immerhin herrschte auf den Sitzbänken keine gähnende Leere. Die Reihen waren gut besetzt. Einige Besucherinnen und Besucher verweilten am letzten Veranstaltungstag auf dem Rathausplatz, um dort etwas zu essen und zu trinken. Ausgelassene Stimmung allerdings sieht anders aus.

Angekündigte XXL-Hüpfburg entpuppte sich als deutlich kleinere Ausgabe

Ein weiterer Kritikpunkt: Der Veranstalter des „Streetfood-Drink-&-Music-Festivals“ hatte auch eine XXL-Hüpfburg und Kinderschminken angekündigt. „Auch nix“, konstatiert eine Facebook-Nutzerin in der Gruppe „Voerde aktuell“. Immerhin wurde am Sonntag die Miniatur-Ausgabe einer Hüpfburg gesichtet. Die kam am späten Nachmittag allerdings buchstäblich erstmal zum Erliegen. Offenbar, so eine Beobachtung, war der Hüpfburg die Puste ausgegangen, nachdem zu viele Kinder gleichzeitig darauf herumgesprungen waren.

Die Urteile zu dem Event fallen wenig schmeichelhaft aus: „Enttäuschung pur“, kommentiert eine Nutzerin bei „Voerde aktuell“. In den Kommentaren auf der Facebookseite der NRZ Dinslaken sind Bewertungen wie „absoluter Reinfall“ oder eine „komplett trostlose Veranstaltung“ zu finden. In einem Leserbrief an die NRZ wird die Veranstaltung ein „Riesen-Flop“ genannt.

Der vermeintliche Schuldige ist denn auch schnell ausgemacht: die Stadt, die in dem Fall aber gar nicht Veranstalter ist. Sogar der Bürgermeister wird in die Pflicht genommen – er hätte das Festival „besser organisieren sollen“. Die Stadt wird in den sozialen Medien direkt angesprochen, sprich, markiert oder angeschrieben – weshalb sie sich auf Facebook zu Wort meldet. In der Stellungnahme weist sie darauf hin, dass es sich bei dem Streetfood-Festival um ein privates Event gehandelt habe. Dafür habe ein externer Veranstalter ein „Sondernutzungsrecht“ der Fläche am Rathausplatz zugesprochen bekommen. Darüber hinaus seien die Stadt Voerde und die städtische Wirtschaftsförderung in keiner Weise an der Veranstaltung beteiligt gewesen.

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Das Streetfood-Festival sei von einem Unternehmen als Veranstalter auf eigene Verantwortung organisiert worden. „Die Stadt Voerde war nicht Initiatorin, sondern hat die Durchführung lediglich im Rahmen der erforderlichen Genehmigungen begleitet“, erklärt Stadtpressesprecher Thorben Lucht am Montag (29. September) auf NRZ-Anfrage. Das Unternehmen, die „Streetfood Agentur“ mit Sitz in Oberhausen, habe zum ersten Mal in Voerde eine Veranstaltung durchgeführt. Die Stadt werde im Nachgang ein Gespräch mit der Firma führen, „um Erfahrungen und Abläufe gemeinsam zu reflektieren“. Ob mit dem Veranstalter im nächsten Jahr erneut ein Streetfood-Festival in Voerde geplant wird, werde seitens der Stadt von den Ergebnissen des Nachgesprächs abhängen sowie von den eigenen Interessen des Veranstalters, kündigt Lucht an.

Das Fazit der Stadt: „Grundsätzlich ist externe Initiative bei der Organisation und Ausrichtung von Veranstaltungen in Voerde ausdrücklich erwünscht und zu begrüßen.“

Der Veranstalter des „Streetfood-Drink-&-Music-Festivals“ hat am Montag auf NRZ-Anfrage bislang keine Stellungnahme abgegeben.