Die Bewohner des Neubaugebiets Nelkenstraße in Drevenack warten weiter auf Entlastung. Fast acht Monate sind vergangen, seit die Hünxer Politik grünes Licht für verkehrsberuhigende Maßnahmen im Neubaugebiet gab, nachdem sich Anwohner beschwert hatten. Umgesetzt wurden bislang jedoch kaum etwas davon. „Wann wird es denn da verkehrsberuhigende Maßnahmen geben?“, fragte Heike Kohlhase, Fraktionsvorsitzende der Grünen, jetzt im Gemeinderat. „Darauf hätte ich gerne eine Antwort, weil ich immer wieder darauf angesprochen werde.“

Maßnahmen beschlossen, aber noch nicht umgesetzt

Im Ausschuss für Bürgerangelegenheiten hatten sich die Bewohner des Neubaugebietes über die Verkehrssituation vor Ort beschwert. Sie sahen durch den Durchgangsverkehr zwischen Dorfkern und Schermbecker Landstraße vor allem ihre Kinder gefährdet, weil nicht alle Fahrer dort auf das vorgeschriebene Tempo 30 achten. Eigentlich wollten die Anwohner, dass es im Neubaugebiet in Zukunft nur Spielstraßen gibt. Das ist allerdings vor dem Endausbau nicht möglich.

Und so waren den Anwohnern des Neubaugebietes in Drevenack zwei Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit versprochen worden: Zum einen die Installation von Lampen, zum anderen das Aufstellen von Blumenkübeln, um den Verkehrsfluss auszubremsen. Zusätzlich dazu warteten auch viele der Anwohner auf die Gestaltung des Spielplatzes vor Ort. Bisher wurden allerdings lediglich die versprochenen Lampen installiert.

Tempokontrolle ergab 22 Kilometer pro Stunde im Durchschnitt

Der Grund dafür ist, dass man den Verkehr im Neubaugebiet gemessen hatte, was bereits im Februar als Maßnahme beschlossen worden war. Die Messung ergab in der aktuellen Tempo-30-Zone eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 22 Kilometer pro Stunde, erklärte Klaus Lehmann, der in der Gemeinde Hünxe für den Straßenbau zuständig ist. „Wir haben daher Prioritäten in anderen Bereichen gesehen, weil es vor Ort nicht viel zu optimieren gibt“, erklärte er.

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Zumal es auch an anderen Stellen in der Gemeinde ähnliche Bedarfe gebe, wo Bürger teilweise schon länger auf Maßnahmen warten würden. Die Nelkenstraße stehe weiterhin auf der Aufgabenliste. „Wir sind nur noch nicht dazu gekommen“, so Klaus Lehmann. Beim Spielplatz, so erläuterte Lehmann, habe man einen Teil umgesetzt. Eine Aussage, die wörtlich zu nehmen war, wie nach einem Einwurf von Heike Kohlhase deutlich wurde: Denn es steht bisher genau ein Spielgerät für die Kinder zur Verfügung – eine Schaukel.

Bürgern eine Rückmeldung geben

Heike Kohlhase nutzte die Situation für eine grundsätzliche Kritik: „Die Menschen verstehen nicht, warum Maßnahmen beschlossen und dann nicht umgesetzt werden“, gab sie zu bedenken. Insbesondere, wenn sich Bürger, wie im Fall des Neubaugebiets Nelkenstraße geschehen, direkt an die Politik wenden und ihren Anliegen auch stattgegeben wird, wäre es wichtig, wenn die entsprechend beschlossenen Maßnahmen dann auch schnell umgesetzt werden. „Das sorgt am Ende sonst für Politikverdrossenheit“, so Heike Kohlhase.

Darum ist keine Spielstraße möglich

Generell ist schon geplant, dass die neuen Straßen im Neubaugebiet am Ende zu Spielstraßen werden. Momentan gilt dort „nur“ Tempo 30. Allerdings befindet sich die Straße noch nicht im Endausbau, weil eigentlich noch Mehrfamilienhäuser vor Ort geplant sind. Bautätigkeiten würden eine schon fertige Straße wieder beschädigen.

Auch ein vorzeitiger Teilausbau kommt nicht infrage, weil das unverhältnismäßige Extrakosten verursachen würde, da die Maßnahme dann doppelt ausgeschrieben werden musste. Da sich das noch etwas hinziehen kann – zuletzt war von 2027 die Rede – waren die Behelfsmaßnahmen beschlossen worden.

Die Ratsfrau schlug zudem eine Alternative vor: „Wenn das nicht geht, dann wäre zumindest eine Rückmeldung an die Bürger gut“, schloss Kohlhase. Klaus Lehmann sicherte zu, die Anwohner entsprechend zu informieren. „Das bekommen wir hin.“ Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen wurde jedoch nicht genannt.