„Ich kann es kaum fassen“, „Mich hat der Anblick total glücklich gemacht, ich bin unendlich dankbar dafür“ – oder auch „Die Ufos kommen“ – so reagieren Menschen auf Facebook auf ein Wetterphänomen, das in Dinslaken, Voerde und Hünxe allerhöchsten Seltenheitswert hat: In der Nacht von Montag auf Dienstag flackerten Polarlichter am Himmel über der Region und waren mit bloßem Auge zu sehen.

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Viele Menschen fotografierten das seltene Himmelsschauspiel, die Bilder fluten die sozialen Medien. Auch Stefan Weber, professioneller Fotograf aus Hünxe, hat sich seine Kamera geschnappt und ist nach draußen gestürmt. „Ich habe gegen 22 Uhr in Jogginghose und Schlappen auf der Straße gestanden“, erzählt er. Die Bilder, die dabei herauskamen, sind wunderschön: Der Nachthimmel über Hünxe strahlt grün und rot – wie sonst nur im hohen Norden.

Sonnensturm sorgte für das seltene Schauspiel

Verantwortlich für das Phänomen ist ein sogenannter geomagnetischer Sonnensturm, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. „Wir hatten eine stärkere Eruption der Sonne, und die ist jetzt bei uns angekommen“, sagte Markus Bayer, Meteorologe beim DWD. Durch die Eruption flogen Teilchen von der Sonne in Richtung Erde. Sie werden bei Sonnenstürmen vom Erdmagnetfeld in Richtung Pole gelenkt und dringen in die Erdatmosphäre ein, so der DWD: „In den oberen Schichten der Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und regen diese zum Leuchten an.“ 

Der geomagnetische Sturm erreichte Montagabend die zweithöchste Stufe G4, wie die US-Atmosphärenbehörde NOAA berichtete. Möglich seien bei dieser Stärke unter anderem Auswirkungen auf Satelliten. So könne auch das GPS-System ausfallen.

Die Eruptionswolke der Sonne habe die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden bewältigt, berichtete die Astronomie-Plattform „Spaceweather“. Das sei extrem schnell. Normalerweise benötige eine solche Wolke für diese Strecke drei bis vier Tage. Am Abend des 20. Januar sind wohl kaum Chancen, Polarlichter zu sehen: Der Himmel soll laut Aurora-Polarlicht-Vorhersage bedeckt sein.

Stefan Webers Leidenschaft sind Wetterphänomene

Der Hünxer Fotograf Stefan Weber war lange in der IT tätig – und hat dann sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit einigen Jahren arbeitet er als professioneller Fotograf, gibt auch Kurse. Wetterphänomene wie etwa Gewitter sind seine große Leidenschaft. Eine Auswahl seiner Bilder ist auf seiner Homepage (https://www.stefanweber-fotografie.de) und auf seiner Facebookseite „Gehaltene Momente“ zu finden. (mit dpa)