Fast genau vier Jahre ist es her, dass der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist. In der Anfangszeit haben sich in Dinslaken, Voerde und Hünxe zahlreiche Initiativen gebildet, die mit Sach-, Kleider- und Lebensmittelspenden die Menschen vor Ort im Kriegsgebiet unterstützten. Doch was ist davon nach vier Jahren noch übrig?

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Aktuell gebe es seitens der Stadt Dinslaken „keine gesonderten Spenden- oder Unterstützungsaktionen speziell für Menschen aus der Ukraine“, erklärt Stadtsprecherin Verena Barton auf Nachfrage der Redaktion. Die geflüchteten Ukrainer seien mittlerweile „in die regulären Unterstützungsstrukturen eingebunden“ worden. Somit unterstütze die Stadt die Menschen aus der Ukraine heute in gleicher Weise wie andere Schutz suchende Personen auch: „durch Unterbringung, soziale Beratung, finanzielle Leistungen sowie durch die Anbindung an bestehende Integrations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote“.

Was das bürgerschaftliche Engagement betrifft, stellt die Stadt fest, dass „die sehr hohe Spenden- und Hilfsbereitschaft aus der Anfangszeit des Krieges naturgemäß zurückgegangen ist“, sagt Barton. Gleichwohl gebe es jedoch weiterhin „engagierte Initiativen, Vereine und Einzelpersonen, die sich – teils auch überregional oder international – für die Unterstützung der Menschen in der Ukraine oder der hier lebenden Geflüchteten einsetzen“. Sie werden jedoch nicht mehr durch die Stadt Dinslaken koordiniert.

Bürgerhilfe Dinslaken: Sammelstelle an der Friedrich-Ebert-Straße

Eine Initiative, die bereits 2022 aktiv war und auch immer noch für geflüchtete Menschen aus der Ukraine Sach- und Kleiderspenden sammelt, ist die von der Bürgerhilfe Dinslaken. Im Kost-Nix-Laden an der Friedrich-Ebert-Straße 44 können Bürger immer noch montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 13 Uhr Kleidung oder Haushaltsgegenstände abgeben.

Diese würden dann von geflüchteten Ukrainern abgeholt und oft an ihre Familien, die immer noch in der umkämpften Heimat leben, geschickt, erklärt Sandra Bubacz. Sie ist im Vorstand der Bürgerhilfe tätig und die Kost-Nix-Laden-Leiterin. Auch Kerzenwachs werde nach wie vor gesammelt und über den Weltladen in die Ukraine gesendet.

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Derzeit nimmt der Kost-Nix-Laden jedoch keine Spenden mehr an. Nach Erscheinen dieses Artikels sei die Spendenbereitschaft unter den Menschen so groß gewesen, dass das Team mit Spenden überrannt worden sei. „Wir sind überwältigt und voller Dankbarkeit“, erklärt Sandra Bubacz im Gespräch mit der NRZ. Doch sie sagt auch: „Wir wissen langsam nicht mehr, wohin mit all den Sachen. Wir haben noch nicht mal geschafft, alles genau durchzusehen.“ Wegen der Massen an Spenden würden einige Kleidungsstücke nun auch im Kost-Nix-Laden angeboten. Das hätte Bubacz mit den Spendern bereits abgestimmt.

Ukraine-Hilfe in Dinslaken-Hiesfeld an der Kirchstraße 101-103

Warme Kleidung und auch Schuhe sowie Decken gegen die niedrigen Temperaturen werden derzeit auch „dringend“ noch von der Ukraine-Hilfe von Martha Schlosser gesammelt. Seit 2022 hilft die Initiative den Menschen im Kriegsgebiet. „Gerade rund um diesen traurigen Jahrestag ist es wichtig, nicht wegzusehen und weiterhin zusammenzustehen“, appelliert Schlosser auf Nachfrage der NRZ.

Benötigt werden neben wärmenden Sachen auch haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, nicht verschreibungspflichtige Medikamente, Generatoren und Schlafsäcke. „Jede noch so kleine Unterstützung hilft“, betont Schlosser. Die Sammelstelle an der Kirchstraße 101–103 ist mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Gerade rund um diesen traurigen Jahrestag ist es wichtig, nicht wegzusehen und weiterhin zusammenzustehen.

Martha Schlosser

Ferner bietet die Ukraine-Hilfe jeden Sonntag einen Gottesdienst in ukrainischer Sprache für geflüchtete Menschen im Gemeindehaus Hiesfeld an. „Dieser ist für viele ein wichtiger Ort der Hoffnung, des Trostes und der seelischen Stärkung geworden. Es wird gemeinsam gesungen, für die Familien gebetet und es ist Raum, Leid, Sorgen und Trauer zu teilen. Denn fast jede Familie hier hat noch Angehörige in der Ukraine und lebt täglich mit Angst und Sehnsucht“, berichtet die Organisatorin der Spendenhilfe.

Sprachkurse in Hünxe

Die evangelische Kirchengemeinde Hünxe bietet derzeit generell zwei Angebote für Geflüchtete Menschen:

1. ein Sprachkurs mit dem den Geflüchteten Hilfestellung für Alltagssituationen (z.B. Einkauf, Wohnung, Verkehr) gegeben wird, aber auch, soweit der Kenntnisstand der Teilnehmenden dies ermöglicht, vertiefend z.B. die Grammatik erarbeitet wird. Der Kurs findet dienstags und donnerstags jeweils von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr im Gemeindezentrum „Unsere Arche“ in Bruckhausen statt.

2. die „Mosaik-Gruppe“, die der Sprachförderung und damit verbunden der Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen dient. Daneben finden gemeinsame Aktionen zur Integration statt. Die Gruppe trifft sich donnerstags von 18.15 Uhr bis 19.30 Uhr im Gemeindezentrum „Unsere Arche“ in Bruckhausen. 

Gesprächskreise der evangelischen Kirchengemeinde Dinslaken

Sich über Sorgen und Ängste austauschen, können die in Dinslaken untergekommenen Geflüchteten aus der Ukraine auch während eines Gesprächskreises, der jeden Freitag ab 19 Uhr stattfindet. Organisiert wird dieser von der evangelischen Kirchengemeinde im Gemeindehaus Hiesfeld. Dort findet auch ein Bibelgesprächskreis statt, immer sonntags von 13 bis 18 Uhr, unter der Leitung des ukrainischen Diakons Oleksandr Ivoninskyi.

In Verbindung mit der katholischen Kirchengemeinde bietet auch die evangelische Kirchengemeinde in Spellen-Friedrichsfeld einen Ort zum Austausch unter den Ukrainern an. An jedem vierten Samstag findet der „Gedeckte Tisch“ statt – „mit rund 100 Menschen, viele kommen aus der Ukraine“, erklärt Tanja Henkel, Sprecherin des evangelischen Kirchenkreises Dinslaken, auf NRZ-Anfrage.

Zudem steht den Ukraine-Flüchtlingen das Psychosoziale Zentrum für Geflüchtete der Diakonie im evangelischen Kirchenkreis Dinslaken als kostenlose Beratungsstelle zur Verfügung. Derzeit würden dort sieben Klienten aus der Ukraine betreut.