Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat Verbesserungswünsche an den Nahverkehrsplan des Kreises Wesel und vermisst eine entsprechende Stellungnahme der Stadt Dinslaken. Die Frist zur Abgabe einer solchen Stellungnahme ende am Freitag, 23. Januar, so die Grünen: „Eine politische Beratung in den zuständigen Gremien scheint vor Ablauf dieser Frist leider nicht mehr möglich zu sein.“

Gerade in Zeiten einer angespannten Haushaltslage sei es „von besonderer Bedeutung, bestehende Strukturen und Infrastrukturen bestmöglich und effizient zu nutzen“, so die Grünen: „Eine zukunftsfähige, moderne Mobilitätspolitik mit einem funktionierenden und attraktiven ÖPNV ist dabei ein zentraler Standortfaktor für Dinslaken.“

Es gebe einige Maßnahmen, die nach Ansicht der Grünen „dringend in den Nahverkehrsplan aufgenommen oder mit einer höheren Priorisierung versehen“ werden müssen. Vieles sei „mit geringem oder keinem zusätzlichen finanziellen Mittelaufwand“ verbunden, sodass ein Einvernehmen mit dem Kreis und den anderen Kommunen anzunehmen sei.

Das wollen die Grünen priorisieren

Die Stadt Dinslaken hat in den vergangenen Jahren ein Stadtbuskonzept erstellen lassen - übrigens vom selben Verkehrsbüro, das auch den Nahverkehrsplan des Kreises Wesel fortschreibt. Dieses war auch nahezu fertig - nun fehlt der Stadt aber das Geld zur Umsetzung. Deswegen sollten nach Ansicht der Grünen Elemente des Stadtbuskonzepts „mit höherer Priorität“ in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden, vor allem Maßnahmen mit interkommunaler Bedeutung. „Eine Umsetzung des Konzepts in städtischer Verantwortung scheint zum jetzigen Zeitpunkt zunächst nicht realisierbar. Erste Verbesserungen sollten jedoch auch über die bestehenden Strukturen erreicht und im NVP priorisiert werden.“

Täglich (außer Samstag)

Dinslaken-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Auch die Anbindung der Walsumbahn ist in Form der Erschließung des geplanten Haltepunkts der Walsumbahn in Eppinghoven über eine Linie des Stadtbuskonzepts vorgesehen. „Unabhängig von der Umsetzung des gesamten Stadtbuskonzepts sollte die Anbindung der Walsumbahn jedoch als vorrangige Maßnahme behandelt und rechtzeitig sichergestellt werden“, so die Grünen.

Plan im Netz

Der Kreis Wesel ist für die Planung, Organisation und Ausgestaltung des straßengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Stadt-, Vorort- und Regionalverkehr zuständig. Der Nahverkehrsplan des Kreises Wesel ist auf der Homepage des Kreises zu finden: www.kreis-wesel.de/system/files/2025-11/Entwurf%20NVP%20Fortschreibung.pdf.

Auch im Mobilitätskonzept vorgeschlagene Maßnahmen zur Verbesserung der Anbindung an den ÖPNV, wie etwa die Verlegung von Haltestellen und die Änderung der Linienführung der Linie 19 „sollten sich mit Blick auf die anstehende Entwicklung der Trabrennbahn im NVP wiederfinden“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Buslinie 19 sollte, so finden die Grüne, bis zur Fliehburg verlängert werden. Das sei „mit geringem Aufwand umsetzbar und würde die Erreichbarkeit des Gebiets deutlich verbessern“. Die Linie sollte nach Ansicht der Fraktion „daher ausdrücklich im Nahverkehrsplan verankert werden“. Die Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Grünen in der Ratssitzung im Dezember fanden diese „nicht zufriedenstellend“.

Anbindung an Nachbarstädte sei „unzureichend“

Die aktuelle Anbindung Dinslakens an Nachbarstädte sei „unzureichend“. Wechselseitige Linienverlängerungen könnten hier nach Meinung der Grünen „kostenschonend Abhilfe schaffen“, vor allem bei Verbindungen in Städte außerhalb des Kreises Wesel wie etwa nach Oberhausen. Auch eine Anbindung des Gewerbegebiets Dinslaken-Süd sei schon im Nahverkehrsplan 2017 vorgesehen gewesen - in Form einer Verlängerung einer Linie der Oberhausener STOAG ins Gewerbegebiet sowie eines Anschluss an die Linie 25. „Diese Maßnahme sollte erneut in die Fortschreibung des NVP aufgenommen werden, idealerweise mit durchgehender Linienführung bis in die Innenstadt“, so die Grünen.

Wir erwarten, dass die Stadt Dinslaken ihre Rolle im Beteiligungsverfahren aktiv wahrnimmt und sich für einen leistungsfähigen und zukunftsorientierten ÖPNV einsetzt.

Grüne Dinslaken

Sie fordern außerdem die Umsetzung der XBus-Linie Dinslaken–Hünxe–Schermbeck „mit hoher Priorität“ zu verfolgen und dafür auch entsprechende Landesfördermittel einzusetzen und die Taktung von Bus und Bahn in Dinslaken bessere abzustimmen. Das erhöhe die Attraktivität des ÖPNV.

Mehr aus Dinslaken,Voerde und Hünxe

Alle Nachrichten aus Dinslaken, Voerde und Hünxe lesen Sie hier. +++ Abonnieren Sie unseren Newsletter per Mail oder folgen Sie uns bei Whatsapp, Instagram und Facebook +++

„Wir erwarten, dass die Stadt Dinslaken ihre Rolle im Beteiligungsverfahren aktiv wahrnimmt und sich für einen leistungsfähigen und zukunftsorientierten ÖPNV einsetzt. Eine funktionierender öffentlicher Nahverkehr ist eine zentraler Baustein für eine gerechte und nachhaltige Stadt“, so die Grünen.

Das sagt die Stadt Dinslaken

Die Stadtverwaltung kann beruhigen: Mit dem Kreis Wesel sei eine Fristverlängerung abgestimmt worden, heißt es aus der Pressestelle. Die Stellungnahme der Stadt Dinslaken zum Entwurf des Nahverkehrsplans des Kreis Wesel sei aktuell in interner Abstimmung und werde fristgerecht abgegeben. Sie werde der Politik in Dinslaken in mehreren Sitzungen im März vorgelegt. „Da die Sitzungsfolgen des Kreises und der Stadt Dinslaken nicht aufeinander abgestimmt werden können, wird die Stellungnahme der Stadtverwaltung dann vorbehaltlich des Beschlusses des Rates der Stadt Dinslaken erfolgen. Dies ist mit dem Kreis Wesel abgestimmt worden“, so die Stadtverwaltung auf Nachfrage der NRZ.