Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Dinslaken hat eine umfassende Anfrage zum Stand des Wohnungsbaus an die Stadtverwaltung gerichtet. Darin fragt die Fraktion beispielsweise, wie hoch die Zahl der genehmigten Bauanträge seit Juni 2024 ist oder wie die Stadt die 2022 getroffenen Annahmen zur Schaffung neuen Wohnraums heute betrachtet.

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Ziel ist es, einen aktuellen und transparenten Überblick über genehmigte und realisierte Wohneinheiten, den Anteil sozial geförderten Wohnraums sowie den Umsetzungsstand zentraler Wohnbauprojekte zu erhalten.

Grüne Dinslaken: Hintergrund der Anfrage ist das „Handlungskonzept Wohnen 2030“

Hintergrund der Anfrage ist das „Handlungskonzept Wohnen 2030“ aus dem Jahr 2018, das von einem Bedarf von rund 1864 neuen Wohneinheiten bis 2030 ausgeht. Seitdem hat sich jedoch vieles verändert. Die Einwohnerzahl ist leicht gesunken, im Regionalplan wurde mittlerweile der Flächenbedarf für den Wohnungsbau in Dinslaken deutlich abgesenkt und Vorhaben wie das Solar Quartier Lohberg sind in der Umsetzung. Andere, wie die Bebauung der Trabrennbahn, werden in den nächsten Jahren folgen. Aus früheren Antworten der Verwaltung auf Anfragen der Grünen geht hervor, dass zwischen 2018 und Mitte 2024 Baugenehmigungen für 754 Wohneinheiten erteilt wurden. Zusätzlich stehen weitere Vorhaben in den Startlöchern. Auf dem Trabrennbahnareal sind mit rund 880 Wohneinheiten über 200 mehr geplant als 2018 veranschlagt.

Rico Koske, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erklärt dazu: „Damit sind wir schon ziemlich nah an den damaligen Bedarfsprognosen. Bevor nun weitere Freiflächen im Stadtgebiet für den Wohnungsbau überplant werden, sollte zunächst der tatsächliche Bedarf überprüft werden.“ Klar sei, dass „dringend Wohnraum“ benötigt werde, aber viele Vorhaben aktuell vor ihrer Umsetzung seien und die Rahmenbedingungen sich geändert hätten. „Außerdem braucht es innovative Konzepte, die nicht die Bebauung von freien Flächen vorsehen, sondern mit Nachverdichtung im Bestand und generationengerechten Lösungen Wohnraum schaffen. Wir brauchen also dringend eine Aktualisierung des Konzepts Wohnen 2030“, fordert Koske.

Um bezahlbaren Wohnraum für alle sicherzustellen, brauchen wir einfach einen aktuellen und guten Überblick. Bezahlbarer Wohnraum ist eine der sozialen Fragen in unserer Zeit.

Kerstin Engel, Sprecherin für Stadtentwicklung der Grünen Ratsfraktion Dinslaken

Kerstin Engel, Sprecherin für Stadtentwicklung der Grünen Ratsfraktion, ergänzt: „Um bezahlbaren Wohnraum für alle sicherzustellen, brauchen wir einfach einen aktuellen und guten Überblick. Bezahlbarer Wohnraum ist eine der sozialen Fragen in unserer Zeit.“ 2020 habe die Quote für geförderten Wohnbau in Dinslaken bei nur sieben Prozent gelegen. Gleichzeitig seien die Mieten weiter gestiegen.

„Auf viele Dinge haben wir auf kommunaler Ebene keinen Einfluss, aber beim Thema Wohnen können wir selbst entscheiden“, so Engel. Außerdem wurde nach langer Erarbeitung 2025 endlich der Masterplan Grün verabschiedet. Nun müssten die Ergebnisse auch in der Stadtentwicklung berücksichtigt werden. Frischluftschneisen und Grünfinger sollten nicht nur auf dem Papier existieren. „Uns geht es darum, Weichen für eine gerechte und nachhaltige Stadt in den nächsten Jahrzehnten zu stellen. Wir wollen Entscheidungen auf Basis verlässlicher Zahlen treffen, die transparent und für alle nachvollziehbar sind“, sagt Engel.