Der Internationale Bund West (IB) hat Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet - und in diesem Kontext seine Angebote auf Kostendeckung überprüft. Eltern an vier Grundschulen in Dinslaken sollen nun das Mittagessen im Offenen Ganztag pauschal bezahlen und nicht mehr pro tatsächlich eingenommenem Essen - auch in den Ferien. Die ursprüngliche Forderung von 79 Euro hat IB überarbeitet. Nun sollen es, wie berichtet, 75 Euro sein.
Diese Fragen stellen betroffene Eltern in Dinslaken
Die Einführung der monatlichen Pauschale sorge „bei nahezu allen betroffenen Eltern in Dinslaken für erhebliche Irritationen – vor allem, weil wesentliche Fragen bislang unbeantwortet bleiben“, schreibt dazu Hans-Georg Hellebrand, betroffener Vater und CDU-Ratsherr in Dinslaken.

„Pauschalen können sinnvoll sein und Planungssicherheit schaffen“, so Hellebrand weiter – Voraussetzung dafür sei aber Transparenz. „Ist das Essen denn tatsächlich in diesem Umfang teurer geworden? Wie haben sich die reinen Verpflegungskosten konkret entwickelt? Oder werden über die Pauschale möglicherweise andere Kosten querfinanziert?“ – sind seine Fragen.
Besteht dann auch ein Anspruch darauf, die Verpflegung in den Ferien zu nutzen, selbst wenn das eigene Kind gar nicht betreut wird? Oder zahlen Familien für eine Leistung, die faktisch nicht in Anspruch genommen werden kann?
Hans-Georg Hellebrand, Vater und CDU-Ratsherr
„Wenn auch Ferienzeiten vollständig eingerechnet werden, stellt sich zudem eine grundsätzliche Frage: Besteht dann auch ein Anspruch darauf, die Verpflegung in den Ferien zu nutzen, selbst wenn das eigene Kind gar nicht betreut wird? Oder zahlen Familien für eine Leistung, die faktisch nicht in Anspruch genommen werden kann?“, so Hellebrand.

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In seinem Fall würde die angedachte Erhöhung, auf den Durchschnitt der letzten sechs Monate gerechnet, einer Steigerung „von stattlichen 60 Prozent entsprechen“, schreibt er. Auch das werfe „Fragen nach der Nachvollziehbarkeit und Angemessenheit“ auf.
Hat die Stadt einen Notfallplan?
Vor dem Hintergrund des laufenden Eigenverwaltungsverfahrens des IB sei die Situation „besonders sensibel. Wird intern ebenfalls gespart und strukturell konsolidiert? Oder werden steigende Belastungen einseitig an die Familien weitergegeben? Und vor allem stellt sich eine grundsätzliche Frage: Hat die Stadt Dinslaken eigentlich einen belastbaren Notfallplan für den Fall einer Insolvenz des Trägers – oder würden Familien und Schulen im Ernstfall ins Leere laufen?“, so Hellebrand-
Viele Haushalte stünden „selbst unter erheblichem finanziellen Druck, auch durch die zu erwartende Anhebung kommunaler Steuern und Gebühren“, so der Vater. Und weiter: „Eltern erwarten keine Sonderrechte – aber Offenheit, Fairness und nachvollziehbare Entscheidungen.“ Eine transparente Darstellung der Kalkulation sowie klare Aussagen zur weiteren Preisentwicklung seien „unerlässlich“.
Hellebrand: „Gute Ganztagsbetreuung lebt vom Vertrauen zwischen Träger, Stadt und Eltern. Dieses Vertrauen entsteht durch Dialog und Transparenz – nicht durch pauschale Mehrbelastungen ohne umfassende Erklärung.“




