Zusammenfassung
- Am 23. März schließen Apotheken deutschlandweit aus Protest gegen unveränderte Honorare und gestiegene Kosten.
- Für Patientinnen und Patienten bedeutet das, dass an diesem Tag meist nur Notfall-Apotheken geöffnet sind.
- Apotheker fordern eine bessere finanzielle Ausstattung, um die Versorgung vor Ort zu sichern und weitere Schließungen zu verhindern.
Seit Jahren warnen Apotheker vor einem Sterben der Betriebe, jetzt greifen sie zu einer drastischen Maßnahme: Am 23. März sollen bundesweit Apotheken aus Protest schließen. Auch in Dinslaken, Voerde und Hünxe soll es an diesem Tag hauptsächlich über die Notfall-Apotheken Medizin geben. Bis spätestens 14 Uhr wollen die Apotheken schließen. Kundinnen und Kunden sollten Rezepte schon vorher einlösen, heißt es in einem Schreiben der Apotheker-Kammer Nordrhein. Ein Dinslakener Apotheker findet deutliche Worte.

„Wer die Vor-Ort-Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt, gefährdet die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung für Bürgerinnen und Bürger“, sagt Lukas Heuking, Sprecher der Apotheken in Dinslaken, Voerde und Hünxe. Seit 13 Jahren seien die Honorare für verschreibungspflichtige Medikamente nicht mehr erhöht worden. Dabei machten sie rund 85 Prozent des Umsatzes aus. Zugleich seien die Betriebskosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Für Miete, Personal, Energie und Digitalisierung seien heute 65 Prozent mehr fällig. Immer mehr Apotheken würden in die roten Zahlen rutschen, müssten schließen.
Apothekenschließungen im Kreis Wesel: Unterfinanzierung verschärft Lage
Der Verband spricht von 20 Prozent, die seit 2013 schließen mussten. Online-Apotheken wie das niederländische Unternehmen DocMorris machen das Geschäft der lokalen Anbieter schwer. Das spürt vor allem der ländliche Raum. 2024 schlossen allein sechs Apotheken im Kreis Wesel. Nur eine wurde neu eröffnet. Die Zahl der Apotheken reduzierte sich binnen zehn Jahren bis 2024 um zehn.
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Schuld daran ist aus Sicht des Verbands die Unterfinanzierung. Derzeit laufen im Deutschen Bundestag die Beratungen zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Die Koalition aus CDU und SPD hatte in ihrem Vertrag eine Stärkung der Apotheken angekündigt. Der Protesttag am 23. März soll auf die Dringlichkeit hinweisen. Unter anderem in Düsseldorf wollen Apothekerinnen und Apotheker gemeinsam protestieren. Heuking: „Mit unserem Protest stärken wir der Bundesregierung den Rücken, damit die angekündigte Apothekenstärkung jetzt schnell umgesetzt wird. Es geht nicht um die Interessen einzelner Betriebe, sondern um die Zukunft einer sicheren, persönlichen und flächendeckenden Arzneimittelversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Region.“






