Eine Reisegruppe aus Thüringen? Oder Besucher des Ostermarktes im Museum? Nein, es sind die Bewahrer der Tradition, die sich an diesem Freitag an der Wöllepump in der Altstadt eingefunden haben. Seit 25 Jahren stiftet der Heimatverein der ältesten erhaltenen Wasserpumpe Dinslakens eine Osterkrone. „Ich bin jedes Jahr froh, dass sie am Ende drauf ist und hält“, schmunzelt der Vorsitzende des Heimatvereins, Ingo Tenberg. Das Gebinde ist nicht ganz leicht zu installieren, erfüllt aber einen wichtigen Zweck.

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Die Wöllepump reicht weit zurück in eine Zeit, in der es noch kein fließendes Wasser gab. Die schmucke Pumpe lieferte „das beste Wasser in der Stadt“, das auch umgehend für Eintöpfe verwendet werden konnte – damals keine Selbstverständlichkeit. Laut Tenberg erfüllte sie aber auch noch eine andere Funktion. Sie war „eine Art Facebook“. Beim Wasserholen wurde getratscht und ausgetauscht. Nachrichten verbreiteten sich so in der Stadt.
Geschichte der Pumpe zeigt Wandel der Lebensbedingungen auf
Seit einem Vierteljahrhundert ehrt der Heimatverein die Pumpe in besonderer Weise. Der Brauch aus dem Süden Deutschlands soll österliche Stimmung verbreiten, und „einen Hinweis auf die Osterbotschaft geben, den Sieg Christi über den Tod und das Wasser als Quell des Lebens“, so Tenberg. Praktisch: Sie weist den Besuchern auch gleich den Weg zum Museum Voswinkelshof, wo parallel der Ostermarkt stattfindet.
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Warum ist der Erhalt der Pumpe so wichtig, wo heute jeder fließendes Wasser im Haus hat? Tenberg muss nicht lange überlegen: „Die Pumpe erzählt davon, wie Menschen früher gelebt haben, auch unter hygienischen Gesichtspunkten. Sie war sehr bedeutsam für die Menschen in der Stadt.“ Manche historische Gebilde können so dabei helfen, gesamthistorische Zusammenhänge zu erkennen. Der Heimatverein habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Geschichte neu zu erzählen. So könne man auch ein junges Publikum erreichen. „Man muss die Geschichte nur anders aufbereiten.“
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