Hünxe soll Gesellschafterin der Grafschaft Moers Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH werden, um so mehr Wohnraum zu schaffen, der nach Möglichkeit öffentlich gefördert ist.

Neuer Weg im Wohnungsbau in Hünxe: Gemeinde sucht Partner für Mehrfamilienhäuser

Es ist eine Interessante Idee, die sich die Hünxer Verwaltung ausgedacht hat: Hünxe ist auf der Suche nach Investoren, die im Gemeindegebiet Mehrfamilienhäuser realisieren, nach Möglichkeit mit öffentlich gefördertem Wohnraum. „Die Gemeinde Hünxe steht vor einigen Entwicklung beim Thema Bauland“, erklärte Bürgermeister Michael Häsel. Die Situation am öffentlich geförderten Wohnungsmarkt gestalte sich schwierig. Deshalb sucht die Gemeinde nach einem Partner.

Grafschaft Moers Wohnungsbaugesellschaft: öffentlicher Partner für geförderte Wohnungen

Genau deshalb möchte die Verwaltung an der Stelle einen besonderen Schritt wagen: Die Gemeinde Hünxe soll sich als Gesellschafter an der Grafschaft Moers Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH beteiligen.

Hauptgesellschafter des Unternehmens ist der Kreis Wesel. Daneben sind die Städte Rheinberg, Neukirchen-Vluyn und Xanten sowie die Gemeinden Alpen und Schermbeck an der Gesellschaft beteiligt. Die Grafschaft Moers GmbH betreut aktuell über 2.000 Wohneinheiten im Kreis Wesel und setzt bei der Entwicklung von Wohnraum vorrangig auf öffentlich geförderte Wohnbauprojekte.

Breite politische Unterstützung für sozialen Wohnungsbau in Hünxe

Im Haupt- und Finanzausschuss zeigte sich die Politik angetan vom Vorschlag aus der Verwaltung. „Wir begrüßen es sehr, dass die Verhandlungen aufgenommen werden, und hoffen, dass sie zu einem positiven Ergebnis geführt werden können“, sagte Ralf Lange, Fraktionsvorsitzender der Engagierten Bürger Hünxe (EBH). Für seine Fraktion sei es besonders wichtig, dass es sich bei der Grafschaft Moers GmbH um eine Baugesellschaft handelt, die komplett im Besitz der öffentlichen Hand ist und auf sozialen Wohnungsbau setzt. „Wir können uns erhoffen, gemeinsam entsprechende Projekte in Hünxe realisieren zu können.“

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Auch von Seiten der Grünen gab es Zustimmung zu der Idee. Wenn die Gemeinde Hünxe selbst nicht investieren könne, müsse man sich Partner suchen. „Wir hoffen sehr, dass wir mit der Gesellschaft auch über ein Mehrgenerationenwohnen verhandeln können und das irgendwann mal in Hünxe umgesetzt wird“, sagte Heike Kohlhase, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Beitritt zur Wohnungsbaugesellschaft: Kosten, Zeitplan und Rolle von Hamminkeln

Dr. Michael Wefelnberg, Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat, fragte nach, wie eine Beteiligung ablaufen könnte. „Ich gehe davon aus, dass es über eine Eigenkapitalerhöhung möglich ist“, erklärte Bürgermeister Michael Häsel. Er wies allerdings darauf hin, dass man jetzt erstmal Verhandlungen mit dem Kreis aufnehme. Auch die Nachbargemeinde Hamminkeln möchte der Baugesellschaft beitreten. „Es ist natürlich sinnvoll, die Gesellschafterverträge nur einmal zu ändern“, sagte Michael Häsel. Deshalb werde man wohl, wenn die Verhandlungen positiv verlaufen, zu einem gemeinsamen Zeitpunkt mit Hamminkeln eintreten.

Dorle Kok, Fraktionsvorsitzende der FDP, äußerte sich generell auch positiv zum geplanten Beitritt. Sie fragte, mit Bezug auf die Entscheidung aus Hamminkeln, ob Hünxe ebenfalls zum 1. Januar 2027 der Baugesellschaft beitreten möchte. Außerdem wollte sie wissen, ob die 250.000 Euro, die dafür in Hamminkeln angenommen wurden, realistisch und im Haushalt vorhanden wären.

Wir werden das natürlich versuchen.

Michael Häsel, Der Bürgermeister von Hünxe antwortete auf die Frage, ob die Gemeinde wie Hamminkeln zum Januar 2027 der Grafschafter Moers GmbH beitreten möchte.

„Wir werden das natürlich versuchen“, erklärte Bürgermeister Michael Häsel dazu. Da die benötigten Gelder in den investiven Bereich des Haushalts fallen würden, gehe man in der Verwaltung davon aus, dass man die 250.000 Euro auch schon im laufenden Haushaltsjahr generieren könnte. Außerdem könnte man gleichzeitig mit der Stadt Hamminkeln die Genehmigung beim Kreis und der Bezirksregierung einholen, sich an der Gesellschaft zu beteiligen.

Am Ende stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, die Verhandlungen mit dem Kreis Wesel aufzunehmen.