Mehrere Umweltorganisationen machen sich für ein Ende der Bebauungspläne an der Flurstraße in Dinslaken stark. Die dortige Grünfläche soll mit Wohnhäusern bebaut werden, der Beschluss dazu wurde trotz vehementer Bürgerproteste Ende 2022 gefasst. Nun haben die Grünen beantragt, den Beschluss aufzuheben – und werden darin von den Bürgerinitiativen Grüne Lunge Eppinghoven und BIGG Dinslaken unterstützt.

Der Erhalt der Flächen in ihrer jetzigen Form ist für unsere Stadt von zentraler Bedeutung

BI Grüne Lunge Eppinghoven und BIGG

Die „Grüne Lunge Eppinghoven“ zählt zudem auch den NABU Dinslaken, den BUND im Kreis Wesel zu ihren Unterstützern und ist „optimistisch, in Kürze weitere Dinslakener Organisationen hinzugewinnen zu können“, wie es in einer Mitteilung an die Presse heißt. Die Forderung der Grünen, auf die Bebauung der Flächen an der Flurstraße zu verzichten und die entsprechenden Beschlüsse aufzuheben, „ist aus unserer Sicht fachlich geboten und alternativlos“, teilen die Bürgerinitiativen mit: „Der Erhalt der Flächen in ihrer jetzigen Form ist für unsere Stadt von zentraler Bedeutung“, heißt es weiter.

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So wird die Forderung begründet

Die Flächen an der Flurstraße würden „eine kritische Funktion für die Frischluftversorgung und die allgemeine Klimaanpassungsfähigkeit Dinslakens“ erfüllen, heißt es in der Begründung. Eine Versiegelung würde diese „natürliche Klimaanlage“ im Biotopverbund mit anderen Flächen „unwiederbringlich zerstören“, so die Stellungnahme. Außerdem böten die landwirtschaftlich genutzten Kultur- und Ackerflächen „einen wichtigen Lebensraum für die lokale Fauna und Flora“. Der Erhalt der Artenvielfalt müsse „Vorrang vor kurzfristigen Bebauungsinteressen“ haben, obendrein seien die unversiegelten Flächen wichtig für den Oberflächenabfluss: „In Zeiten zunehmender Starkregenereignisse ist der Schutz solcher Versickerungsflächen aktiver Hochwasserschutz für die Anwohner“, so BIGG und Grüne Lunge Eppinghoven.

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Landwirtschaftliche Nutzflächen seien zudem eine „begrenzte Ressource“ und ihr Erhalt sei aus „ökologischen, ökonomischen und sozialen Gründen von entscheidender Bedeutung für unsere Region“. Der Bereich sei zusätzlich ein „beliebter, gut erreichbarer Naherholungs- und Naturerlebnisort“ für Menschen jeden Alters.

Initiativen: Darum ist das Wohnkonzept veraltet

Die Stadt will das ohnehin geplante Wohnquartier an der Trabrennbahn weiter verdichten. Auch deswegen sei „der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum auf dieser ökologisch wertvollen Fläche schlicht nicht mehr gegeben, um die Ziele des Konzepts ‚Wohnen 2030‘ zu erreichen“. Es fehle außerdem ein tragfähiges Verkehrskonzept für die engen Straßen in dem Bereich.

Das Konzept „Wohnen 2030“ müsse auf Basis aktueller Bevölkerungszahlen und eines regelmäßigen Monitorings grundlegend überarbeitet werden, fordern die Bürgerinitiativen: „Eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung darf nicht auf veralteten Annahmen beruhen, die unsere letzte ökologische Infrastruktur opfern.“

Infoveranstaltung vor der Ratssitzung

Über den Antrag der Grünen soll in der Ratssitzung am Dienstag, 7. Juli, entschieden werden. Die Bürgerinitiativen wollen am Wochenende zuvor mit einer Infoveranstaltung auf die Problematik aufmerksam machen.