Vor knapp zwei Monaten hat der Rat der Stadt Voerde den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Nun hat der Kreis Wesel ohne Einwendungen das Zahlenwerk zur Kenntnis genommen. Damit war für die Stadt der Weg frei, die Haushaltssatzung öffentlich bekannt zu machen. Dies ist am Mittwoch (20. Mai) geschehen. Damit ist die Haushaltssatzung für das laufende Jahr in Kraft getreten.

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„Dieser Haushalt ist ein besonderer, in vielerlei Hinsicht“, erklärt Kämmerer Alexander Hauser. Wie schon in seiner Rede zur Einbringung des Etat-Entwurfs im Dezember 2025 im Stadtrat deutlich wurde, hat sich die Lage für die Kommunen in NRW in der jüngsten Vergangenheit erheblich verschlechtert. Nach finanziell besseren Jahren kommen auf die Stadt Voerde wieder sehr schwierige Zeiten zu. „Die Teuerungseffekte, die Bürgerinnen und Bürger bei jedem Einkauf, bei jedem Tanken spüren, hinterlassen auch tiefe Spuren im städtischen Haushalt. Nach Jahren mit soliden bis zu im Wortsinne außerordentlichen Jahresergebnissen, die den Aufbau einer Ausgleichsrücklage von rund 30 Millionen Euro ermöglicht haben, hat sich aufgrund der allgemein ungünstigen Rahmenbedingungen der letzten Jahre mittlerweile wieder ein erhebliches und strukturell nachhaltiges Defizit gebildet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Dieses gelte es nun, möglichst schnell wieder zu kompensieren, um das drohende Szenario, ein Haushaltssicherungskonzept im kommenden Jahr aufzustellen, abwenden zu können. Damit wären „gravierende Einschnitte in die Handlungsfreiheit der Kommune“ verbunden.

„Es sieht derzeit nicht gut aus – für eine dauerhafte Finanzierung der bestehenden staatlichen Leistungen in allen Lebensbereichen wird absehbar das Geld weder auf Bundes-, Landes, noch der kommunalen Ebene reichen. Ich hoffe daher, dass es jetzt schnell zu den dringend notwendigen Reformen im Bund, vor allem hinsichtlich der Finanzierung der explodierenden Kosten der Sozialsysteme und nachfolgend auch bei der Ausgestaltung der Gemeindefinanzierung auf der Landesebene kommt. Gelingt es nicht, die Kostenspirale auf diesen Ebenen zu stoppen, werden wir alle schon bald nochmals spürbar höhere Lasten aus Steuern und Abgaben tragen müssen“, erklärt Voerdes Kämmerer besorgt.

Im Internet abrufbar

Zunächst jedoch sei die Bewirtschaftung des Haushalts 2026 nunmehr gesichert und wichtige Projekte wie beispielsweise die Neugestaltung der Otto-Willmann-Schule oder der weitere Ausbau der OGS-Kapazitäten könnten weiter vorangetrieben werden. Auch etliche Straßenerneuerungen und -ausbauten stehen Hauser zufolge noch für dieses Jahr auf der Agenda. Hier sei die Zeit der vorläufigen Haushaltsführung, also bis zum Inkrafttreten des Haushalts, „bestmöglich für vorbereitende Tätigkeiten neuer und intensive Bearbeitung bereits laufender Projekte, wie beispielsweise an der Alten Hünxer Straße, genutzt“ worden.

Ob dem nächsten Haushaltsplan ein Haushaltssicherungskonzept beiliegt oder nicht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen lassen leider derzeit nur wenig Raum für Optimismus.

Alexander Hauser, Kämmerer der Stadt Voerde

Dennoch seien fast sechs Monate, in denen nur sehr eingeschränkt agiert werden könne, operativ sehr hinderlich. Um dies im kommenden Jahr möglichst zu vermeiden, arbeitet die Verwaltung nach eigenen Angaben bereits intensiv am Haushaltsplan 2027, der voraussichtlich im September dieses Jahres im Entwurf eingebracht werden wird. Besonders sei somit – neben der sich dramatisch entwickelnden Finanzsituation – auch die vergleichsweise Kurzlebigkeit dieses Haushalts.

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„Ob dem nächsten Haushaltsplan ein Haushaltssicherungskonzept beiliegt oder nicht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen lassen leider derzeit nur wenig Raum für Optimismus“, erklärt Kämmerer Alexander Hauser.

Der Haushaltsplan 2026 der Stadt Voerde ist mit allen Details ab sofort im Internet unter www.voerde.de/leben-voerde/stadtverwaltung/finanzen einsehbar.