Unterricht zum Erleben und Anfassen: Am Rotbach in Dinslaken soll ein neuer Lernort entstehen, der Unterricht im Freien möglich macht. Wo genau, das steht noch nicht fest. Kinder und Jugendliche verschiedener Schulen konnten aber bei einem Workshop im Rathaus ihre Ideen einbringen. Spätestens im Herbst will das Architekturbüro L02 aus Münster den Entwurf vorstellen.

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Blaue Klassenzimmer gibt es bereits in anderen NRW-Kommunen wie Bottrop. Die sind oftmals wie ein kleines Amphitheater aufgebaut. Kinder können auf Natursteinen Platz nehmen und spannende Experimente in der Natur beobachten. Die Stadt Dinslaken und der Lippeverband wollen dieses Konzept nun auch am Rotbach umsetzen.

Pavillon am Rotbach als Vorschlag

Mitte Juni trafen sich Kinder und Jugendliche der Gemeinschaftsgrundschulen Hühnerheide, Averbruchschule, Lohberg und Gartenschule sowie Schülerinnen und Schüler des Gustav-Heinemann-Gymnasiums, des Theodor-Heuss-Gymnasiums und der Ernst-Barlach-Gesamtschule, um mit Experten Vorschläge zu erarbeiten. Bürgermeister Simon Panke begrüßte die rund 55 Personen. Danach ging es ans Eingemachte: Die gesamte Gruppe machte sich trotz Nieselwetters gut gelaunt auf den Weg zum Rotbach. Dort konnte die Gruppe an sieben verschiedenen Stationen mit Unterstützung der Umweltpädagogin Christiane Hüdepohl ein erstes praktisches Verständnis davon gewinnen, was man alles in einem Blauen Klassenzimmer unternehmen kann – etwa das Suchen von Insekten und Bachbewohnern mit Pinseln und Becherlupen.

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Anschließend modellierten die Kinder im Rathaus mit Bastelmaterialien ihr Wunschzimmer. Landschaftsarchitektin Maren Workert hörte aufmerksam zu und konnte zahlreiche Ideen mit auf den heimischen Schreibtisch nehmen. Heraus stachen Wünsche nach einem intensiven Naturerlebnis, ein Zugang zum Bach und ein geschützter Ort wie ein Pavillon.

Welche Ideen und Vorstellungen sich konkret umsetzen lassen, wird sorgfältig geprüft und mit dem Lippeverband, der Stadt Dinslaken und weiteren Behörden abgestimmt. Das Blaue Klassenzimmer ist ein Projekt der Kooperation „Gemeinsam für Emscher und Lippe“. Es wird mit Mitteln der Städtebauförderung des Landes und des Bundes ermöglicht.

Die Nachbarkommune Voerde hat ein ähnliches Konzept vor fünf Jahren umgesetzt. Im Park hinter dem Wasserschloss Haus Voerde wurde 2021 neben dem neuen Spielplatz auch ein „grünes Klassenzimmer“ eröffnet. Es handelt sich um eine arenaförmige Anlage aus Ruhrsandstein-Quadern. Das „grüne Klassenzimmer“ soll als alternativer Lernort dienen mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen einen „verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt zu vermitteln“. Dafür und für den Spielplatz konnte die Stadt auf Fördermittel im Rahmen des Leader-Projekts zurückgreifen.