Es ist ein Rätsel. In Dinslaken sind am Wochenende zwei Schildkröten unabhängig voneinander verschwunden. Beide Tiere waren in abgeschlossenen Gärten und beide sind noch nie ausgebrochen. Die eine, Kleopatra, war sogar schon mehr als 50 Jahre bei ihrer Familie. Wurden sie gestohlen? Oder liegt es an der Hitze? Die Besitzer bitten alle Menschen in Dinslaken, die Augen aufzuhalten.

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Kleopatra ist eine Griechische Landschildkröte und lebte schon bei den Steegs im Dinslakener Bruch, lange bevor die Artenschutzverordnung die Tiere unter besonderen Schutz gestellt hat. „51 Jahre haben wir die Schildkröte schon, sie hat uns immer begleitet“, sagt Jörg Steeg (71). Kleopatra – die sich übrigens nach Jahrzehnten als Schildkröterich entpuppt hat – residiert auf 200 Quadratmetern im Garten der Steegs im Bereich Hedwig-/Ursulastraße.
Der Garten ist umzäunt
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Der Garten ist umzäunt, ausbüxen nicht möglich. Dachten die Steegs jedenfalls – bis Samstag, 20. Juni. Nach einem Einkauf am Vormittag war Kleopatra verschwunden – innerhalb von zwei Stunden. Als die Eheleute zurückkehrten, stand sie eben nicht wie gewohnt an ihrem – oder seinem – Stammplatz, um die Familie zu begrüßen.
Zuerst hat sich Jörg Steeg nichts dabei gedacht. Kleopatra sei ein „sehr aktives Tier“. Als die Steegs eine Zeit lang einen Labrador hatten, war Kleopatra trotzdem der Chef im Garten. „Wenn die Schildkröte irgendwo durchwollte, wo der 30 Kilo schwere Hund lag, ist sie da durch“, berichtet Jörg Steeg. Manchmal versteckt sich Kleopatra auch. Und wenn sie wieder auftaucht, dann sieht sie fast aus, als würde sie über die verzweifelt suchenden Besitzer lachen.
Es ist unverständlich, wo die Schildkröte geblieben ist.
Jörg Steeg, vermisst Schilkröten-Männchen Kleopatra
Griechische Landschildkröten sind „Meister im Ausbrechen“, sagt eine Mitarbeiterin des Terrazoos Rheinberg auf NRZ-Anfrage. Aber die Steegs haben am Samstag den eigenen und die Nachbargärten durchsucht. „Ich habe sogar in den Nachbargärten mit einem Rechen herumgestochert“, berichtet Jörg Steeg. Aber keine lachende Kleopatra ist aufgetaucht. Auch in den Zäunen habe er kein Loch entdecken können: „Es ist unverständlich, wo die Schildkröte geblieben ist“, sagt er.
Verliebt in einen Lederschuh
Ohne seinen Schuh, einen Lederschuh von Jörg Steeg, würde Herr Kleopatra eigentlich ohnehin nirgendwo hingehen. „Diesen Schuh hat sie adoptiert“, sagt der 71-Jährige – fast wie der Trauerschwan in Münster, der sich damals unsterblich in ein Tretboot verliebt hat. Er sei auch nicht ersetzbar, der Schuh: Die Schuhe seiner Frau interessierten Kleopatra kein bisschen, erzählt Jörg Steeg – aber seinem folge die Schildkröte auf dem Fuße.

War Kleopatra die Hitze zu viel? Griechische Landschildkröten sind wechselwarm und haben es gerne kuschelig. Aber bei Temperaturen über 35 Grad kann es selbst ihnen zu heiß unterm Panzer werden. Bisher, so berichtet Jörg Steeg, habe sich die Schildkröte aber nur im Winter vergraben. Wenn es Herbst wird, zieht Kleopatra deswegen in ein großes Fass mit Kies, Erde und Laub um. „Innerhalb von sechs oder sieben Tagen ist sie immer verbuddelt“, so der Besitzer – und wacht dann erst im Frühjahr wieder auf.
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Und eine Entführung? Eine erwachsene Griechische Landschildkröte kann immerhin mehrere hundert Euro kosten – „aber das wäre schon sehr böswillig“, findet Jörg Steeg. Die Familie bittet, die Augen nach Kleopatra aufzuhalten.
Auch im Averbruch wird eine Griechische Landschildkröte vermisst

Kurios: Im Averbruch, im Bereich der Straße In der Werth, ist am selben Wochenende, am Sonntag, 21. Juni, ebenfalls eine Griechische Landschildkröte verschwunden. Auch sie hat einen Partner zurückgelassen – eine andere Griechische Landschildkröte. Und auch dieses Tier ist noch nie zuvor ausgebüxt, sagt Besitzer Pascal Schultz.
Wer eines der beiden Tiere findet, wird gebeten, sich bei der NRZ via Mail (lok.dinslaken@nrz.de) oder Nachricht via Facebook (facebook.com/nrzdinslaken) oder Instagram (instagram.com/nrzdinslaken) zu melden. Wir informieren die Besitzer sofort.








