Seit Tagen ist der Rotbach in Dinslaken stellenweise ausgetrocknet. Dieses Bild bietet sich nicht nur Spaziergängern und Radfahrern, die auf den Wegen entlang des Flusses unterwegs sind. Auch die Jugendlichen, die das ND-Heim an der Beethovenstraße besuchen, haben einen guten Blick auf das leere Bachbett. Der trostlose Anblick veranlasste sie jetzt dazu, etwas Gutes zu tun: Sie räumten den Müll aus dem verdreckten Bachbett.

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Zusammen mit den Mitarbeitern des ND-Heims stiegen die Kinder das Ufer hinab und lasen Scherben, leere Flaschen, Fahrradschlösser, Kleidung und Müllsäcke auf. Anschließend landete alles in Eimern. „So hat die ständige Dürre zumindest etwas Gutes, denn so konnten alle fleißigen Sammler, ohne nasse Füße zu bekommen, etwas Sinnvolles leisten“, schreibt das ND-Heim in einer Mail.
Nicht überall ist der Rotbach ausgetrocknet. Flussabwärts in der Eppingstraße fließt noch gereinigtes Abwasser in den Bach. Der trockengelegte Rotbach ist ein wiederkehrendes Phänomen in den Sommermonaten.
Abgesehen von der Reinigungsaktion macht die Stadtverwaltung darauf aufmerksam, dass das Bachbett nicht betreten werden darf, auch wenn es trockenliegt. Denn gerade die verbleibenden feuchten Bereiche seien wichtige Rückzugsorte für Fische, Amphibien und Insekten. „Das Betreten des Bachbetts kann diese Lebensräume zerstören und gefährdet die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten“, so die Stadt.
Außerdem verlaufe der Rotbach abschnittsweise durch ausgewiesene Naturschutzgebiete. Dort gelt ohnehin ein striktes Betretungsverbot. „Darüber hinaus untersagt auch die Ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt Dinslaken Nutzungen, die der Zweckbestimmung von Gewässern und Uferbereichen entgegenstehen“, heißt es: „Ein trockenes Bachbett ist kein Wanderweg“, mahnt die Behörde.
Der Rotbach hat eine Länge von rund 22 Kilometern, entspringt in Grafenühle und mündet in den Rhein. In jüngster Vergangenheit renaturierte die Stadt Dinslaken den Abschnitt zwischen B8 und Gneisenaustraße. Durch den natürlicheren Bachlauf sollen sich mehr Pflanzen- und Tierarten ansiedeln. Außerdem soll der Bach dadurch besser auf Hochwasser und Trockenheit vorbereitet sein. Demnächst soll der Rotbach zwischen Eppingsktraße und dem Wohnungswald mehr Platz bekommen. (lo)




