Zwei laue Sommerabende, internationale Künstlerinnen und Künstler auf den Spielflächen, französisches Flair und begeisterte Zuschauer: Zum Festival „Abfahrt Eins“ verwandelte sich das Gelände um das Museum Voswinckelshof am Wochenenden 24. und 25. Juli zu einer außergewöhnlichen Open-Air-Bühne. Hunderte Besucher und Besucherinnen nutzten die beiden Tage, um Straßentheater auf höchstem Niveau in besonderem Ambiente in der Dinslakener Innenstadt zu erleben.

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Bereits am Freitagnachmittag zog das aus historischen Zirkuswagen gebaute und mit einer Vielzahl von originalen Gegenständen dekorierte „Le Petit Paris“ zahlreiche Gäste an, auf der Fläche zu verweilen. Rund um den restaurierten Zirkuswagen aus dem Jahr 1942 herrschte entspannte Stimmung und sorgte für ein anheimelndes Entrée, bevor am Abend die Vorstellungen begannen.

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Bei Jasques Lecoq in Barcelona gelernt

Den Auftakt am Freitag machte die preisgekrönte Compagnie Bucraá Circus mit ihrer Inszenierung „El Gran Final“. In technisch perfekter Ausgestaltung zeigten die beiden Akteure ihr Können und gleichzeitig, wie eindrucksvoll das Spiel mit stimmigen Gesten zu einem Erlebnis auf „der Straße“ werden kann.

Die Compagnie Bucraá Circus erzählte die bewegende Geschichte einer Freundschaft,
Die Compagnie Bucraá Circus erzählte die bewegende Geschichte einer Freundschaft,© PR | Stadt Dinslaken

Fernando Villella und Marc Florencio – beide Künstler haben ihr künstlerisches Handwerk nach den Grundlagen des legendären Jasques Lecoq in Barcelona erlernt – erzählten ohne Worte und als Clowns die Geschichte einer Freundschaft, die durch den Krieg auseinandergerissen wurde und nach auseinandergelebten Jahrzehnten eine zweite Chance erhält. Mit feiner Körpersprache, ausdrucksstarker Mimik und emotionaler Tiefe gelang es den Künstlern, das Publikum gleichermaßen zum Lachen wie zum Nachdenken zu bringen. Immer wieder war die stille Aufmerksamkeit Teil der Vorführung. Das hinderte aber nicht vor herzlichem Szenenapplaus und der lösenden finalen Begeisterung, als zum Ende eine über zehn Meter weit fliegende Torte über den Köpfen der Gäste das Ziel fand: nämlich genau mitten im Gesicht von Marc Florencio.

Artistik, Musik, Slapstick, Clownerie und Zirkuskunst

Im Anschluss sorgte die deutsche Produktion „Misirlou“ für einen spektakulären Kontrast auf dem Gelände. Luftartistik, kraftvolle Akrobatik und humorvolle Szenen verschmolzen zu einer temporeichen Show, die das Publikum mit beeindruckenden Darbietungen in luftiger Höhe immer wieder staunen ließ. Präzision, Mut und eine gehörige Portion Rock’n’Roll machten den ersten Festivalabend zu einem berauschenden Erlebnis.

Festivalatmosphäre bei freiem Eintritt

Neben den hochkarätigen Aufführungen war es vor allem die besondere Festivalatmosphäre, die „Abfahrt Eins“ erneut auszeichnete. Das historische Gelände des Museum Voswinckelshof bot den passenden Rahmen für zwei Abende, an denen Kultur, Kulinarik und Begegnung zusammenfanden.

Viele Besucher blieben noch lange nach den Vorstellungen bei einem Getränk und ließen den Abend in entspannter Atmosphäre ausklingen. Dass der Eintritt erneut frei war, unterstreicht den offenen Charakter der Veranstaltung. Dankbar und begeistert honorierten die Besuchenden die Leistungen der Künstlerinnen und Künstler.

Am Samstag setzte sich die besondere Atmosphäre mit der international erfolgreichen Compagnie Mundo Costrini (Barcelona) mit „The Crazy Mozarts“ fort. Was zunächst als klassisches Konzert begann, entwickelte sich schnell zu einer rasanten Mischung aus Musik, Slapstick, Clownerie und Zirkuskunst. Immer wieder wurden Zuschauer charmant in das Geschehen einbezogen, was für zahlreiche Lacher und langanhaltenden Applaus sorgte.

Skurrile Alltagssituationen im Zug

Den Schlusspunkt setzte die australische Compagnie A Movement of Humans. Sie präsentierte mit „Now Departing“ eine fantasievolle Inszenierung rund um das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine außergewöhnliche Zugkonstruktion wurde dabei zur Bühne für spektakuläre Artistik, musikalische Überraschungen, humorvolle Begegnungen und skurrile Alltagssituationen. Die Besucher zeigten sich begeistert von der gelungenen Mischung aus Akrobatik, Erzählkunst und Situationskomik.

Applaus für die Künstlerinnen und Künstler der Compagnie A Movement of Humans.
Applaus für die Künstlerinnen und Künstler der Compagnie A Movement of Humans.© PR | Stadt Dinslaken