Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Dinslaken fordert eine „klare Strategie für den Hitzeschutz“. Dazu hat sie eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Die Grünen wollen wissen, wie der aktuelle Stand in Schulen, Kindertagesstätten, Verwaltungsgebäuden und weiteren Liegenschaften ist und welche konkreten Maßnahmen geplant sind. „Die durch den Klimawandel bedingten Hitzeperioden nehmen in ihrer Intensität und Dauer zu und stellen eine wachsende Belastung für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ der Menschen in Dinslaken dar, heißt es in dem Schreiben an Bürgermeister Simon Panke.

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Der Alltag sei dadurch bereits spürbar beeinträchtigt. „In diesem Jahr mussten Schulen schon mehrfach hitzefrei geben, und Kitas kündigten an, Kinder bei zu hohen Raumtemperaturen früher abholen zu lassen. Auch Beschäftigte in städtischen Einrichtungen arbeiten zunehmend unter belastenden Bedingungen“, schreibt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Pressemitteilung.

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Die diesjährige Ankündigung, dass die Betreuung in städtischen Kindertagesstätten bei zu hohen Raumtemperaturen nicht gewährleistet werden könne, sei angesichts der Arbeitsbedingungen nachvollziehbar, stelle Familien jedoch vor erhebliche Herausforderungen, erklären die Grünen in ihrer Anfrage. Mit künftig häufiger auftretenden und länger andauernden Hitzeperioden könne auch die vermehrte Gewährung von „Hitzefrei“ an Dinslakener Schulen keine nachhaltige Lösung sein: „Unterrichtsausfälle sind weder für die Schülerinnen und Schüler noch für ihre Familien hinnehmbar.“

Grüne aus Dinslaken verweisen auf erhöhte gesundheitliche Belastung

Die Beschäftigten in den Gebäuden der Bibliothek, des DinServices sowie der gesamten Verwaltung litten zunehmend unter den hohen Temperaturen. Neben dem Schutz der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei auch die dauerhafte Funktions- und Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung von zentraler Bedeutung. „Überhitzte Büroräume beeinträchtigen nachweislich Konzentration, Leistungsfähigkeit und Arbeitsqualität“, stellen die Grünen in ihrer Anfrage fest.

Gleichzeitig führten hohe Temperaturen zu einer erhöhten gesundheitlichen Belastung und könnten krankheitsbedingte Ausfälle begünstigen. Ein wirksamer Hitzeschutz trage daher nicht nur zum Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei, sondern sichere auch die Handlungsfähigkeit der Verwaltung und die zuverlässige Erbringung öffentlicher Dienstleistungen für die Bürgerschaft.

Hitze ist längst kein kurzfristiges Problem mehr, sondern eine dauerhafte Herausforderung für unsere Stadt.

Rico Koske, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Dinslakener Stadtrat

Hitze sei längst kein kurzfristiges Problem mehr, „sondern eine dauerhafte Herausforderung für unsere Stadt“, sagt Rico Koske, Fraktionsvorsitzender der grünen Ratsfraktion. „Wenn Unterricht ausfällt oder Betreuung eingeschränkt wird, hat das direkte Folgen für Familien. Wir halten es für falsch, dass ein umfassender Hitzeaktionsplan aus Haushaltsgründen derzeit nicht umgesetzt werden kann. Deshalb braucht es zumindest einen klaren, schrittweisen Fahrplan mit Prioritäten.“

Baulicher Wärmeschutz

Die Grünen möchten beantwortet haben, welche Gebäude bereits über wirksamen Hitzeschutz verfügen und wo Nachrüstungen geplant oder erforderlich sind. Neben dem Einsatz von Klimaanlagen sollen unter anderem auch Anpassungsmaßnahmen wie Verschattung, Begrünung, baulicher Wärmeschutz sowie Anpassungen auf Schul- und Kitageländen geprüft werden.

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„Hitzeschutz bedeutet neben dem Einbau von Klimaanlagen unsere Gebäude langfristig hitzeresilenter zu machen und dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer*innen zu berücksichtigen“, betont auch Sammy Siegel für die grüne Fraktion. Oft ließen sich schon mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen spürbare Verbesserungen erreichen.

Darüber hinaus bitten die Grünen um eine Übersicht über mögliche Förderprogramme von Bund, Land und EU. „Wir brauchen eine vorausschauende Planung, damit wir nicht jedes Jahr aufs Neue auf extreme Hitze reagieren müssen“, konstatiert Sammy Siegel. „Nur so stellen wir sicher, dass Schulen, Kitas und Verwaltung auch in Zukunft verlässlich funktionieren.“

Die Stadt Dinslaken arbeitet mit 15 weiteren Kommunen entlang der Emscher, den Kommunen des Kreises Recklinghausen sowie Emschergenossenschaft und Lippeverband und Partnern auf Bundes- und Landesebene unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk an einer gemeinsamen Hitzeaktionsplanung.