Vor drei Jahren hat die Stadt Dinslaken ihre Bürgerinnen und Bürger sowie Politik und freie Träger der Wohlfahrtspflege zur Zusammenarbeit aufgerufen. Es sollte ein sozialpolitisches Leitbild für die Stadt erarbeitet werden - eine Art „sozialer Fahrplan“, wie es hieß. Es ging auch darum, Transparenz in Prozesse und Verwaltungsstrukturen zu bringen. Aber das Projekt scheint ins Stocken geraten zu sein, beklagen jetzt die Grünen. Und wollen das Thema in die Diskussion bringen.

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Mit einem Antrag soll die Verwaltung nach dem Vorschlag der Ratsfraktion beauftragt werden, gemeinsam mit Politik, freien Trägern, Initiativen und Bürgern einen „verbindlichen Fahrplan für den Abschluss des Prozesses“ zu erarbeiten. 

Beate Stock-Schröer ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dinslakener Stadtrat.
Beate Stock-Schröer ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dinslakener Stadtrat.© privat | Bündnis 90/ Die Grünen

„In den vergangenen Jahren ist schon eine Menge wichtiger Arbeit in den Leitbildprozess geflossen. Es wäre schade, das jetzt liegen zu lassen“, sagt Beate Stock-Schröer, Vorsitzende des Sozialausschusses, und fügt hinzu: „Soziale Herausforderungen wie Teilhabe, Armutsprävention, Integration, Bildungsgerechtigkeit und der demografische Wandel lassen sich nur mit einer langfristigen Strategie angehen. All diese Aspekte brauchen eine gemeinsame Richtung, an der sich Politik und Verwaltung orientieren können.“ Ein sozialpolitisches Leitbild könne dabei helfen, „Prioritäten zu setzen, Angebote besser aufeinander abzustimmen und Entscheidungen nachvollziehbarer zu machen“.

Gerade wenn die finanziellen Spielräume enger werden, brauchen wir einen klaren Kompass.

Martin Höffkes, Grüne Dinslaken

„Gerade wenn die finanziellen Spielräume enger werden, brauchen wir einen klaren Kompass“, ergänzt Martin Höffkes, Mitglied im Sozialausschuss: „Dann müssen wir gemeinsam und transparent entscheiden, wo Ressourcen am dringendsten gebraucht werden.“ Ein sozialpolitisches Leitbild könnte aus Sicht der Grünen dafür die Grundlage schaffen. 

Das fordern die Grünen

Konkret solle der Leitbildprozess gemeinsam mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren fortgeführt werden. Dabei solle unter anderem erfasst werden, wo in Dinslaken soziale Bedarfe besonders groß sind und wie bestehende Angebote besser zusammenwirken können. So würden sozialpolitische Entscheidungen nachvollziehbarer gemacht. Wichtig ist den Grünen außerdem, die Vielfalt der Träger zu erhalten und die Bürgerinnen und Bürger stärker einzubeziehen.

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Ziel ist es aus Sicht der Fraktion, mit dem Leitbild „eine klare Richtung“ für die kommenden Jahre vorzugeben und die „soziale Infrastruktur der Stadt auf einer Grundlage, die von Politik, Verwaltung und den sozialen Akteur*innen gemeinsam getragen wird, zukunftsfest zu machen“.