Die extreme Trockenheit wütet nicht nur in den südlichen Ländern Europas, sondern ist auch in der Emscher- und Lippe-Region angekommen. Nach dem bereits sehr trockenen und heißen Juni bricht der vergangene Monat einen neuen Rekord: Es war der trockenste Juli in den Verbandsgebieten von Emschergenossenschaft und Lippeverband seit Auswertungsbeginn 1931. Das belegen die Auswertungen von Niederschlägen der beiden regionalen Wasserwirtschaftsverbände, die jetzt veröffentlicht wurden.

Kaum Regen und sehr hohe Temperaturen

Im Emscher-Gebiet fielen im Mittel nur 11,6 mm Regen (130-jähriges Mittel = 83 mm; ein Millimeter entspricht einem Liter pro Quadratmeter). Damit gab es an der Emscher so wenig Regen wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn. Den bisherigen Platz eins belegte der Juli 2018 mit 13,9 mm. Im Lippeverbands-Gebiet lag das Gebietsmittel bei nur 13,4 mm (130-jähriges Mittel = 81 mm). Damit war es auch an der Lippe der trockenste Juli. Bislang lag hier der Juli 1983 auf dem ersten Rang der trockensten Julimonate. Damals fielen mit einer Monatssumme von 22 mm fast 10 mm mehr Niederschlag als im diesjährigen Juli.

Im Schnitt fiel lediglich an sieben Tagen Regen. Davon erreichten aber nur drei Tage im Emscher-Gebiet und vier Tage im Verbandsgebiet an der Lippe Summen größer als 1,0 mm. Die Gewitterlagen am 5., 16. und 26. Juli sorgten für den Hauptteil des geringen Niederschlages. Auf die Hitzeperiode Ende Juni folgte somit eine bereits fünf Wochen andauernde Trockenphase, in der nur sehr geringe Niederschlagsmengen erfasst wurden.

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Auch die Temperaturen waren im vergangenen Monat überdurchschnittlich hoch. Das Monatsmittel der Lufttemperatur lag im Juli bei 21,0 °C (gemessen an der Ludger-Mintrop-Stadtklimastation der Ruhr-Universität Bochum) und damit 2,2 °C über dem langjährigen Mittel.

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Die Folgen von Trockenheit und Hitze

Hohe Temperaturen und Trockenheit können negative Folgen für Böden und Gewässer haben. In Flüssen und Bächen kann es durch die Gefahr von Niedrigwasserständen zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehaltes kommen, was Lebewesen im Wasser beeinträchtigen könnte. Eine Austrocknung von Böden kann wiederum zur Folge haben, dass diese bei plötzlich auftretendem Starkregen kein Wasser aufnehmen können, wodurch die Überflutungsgefahr steigt.

Emschergenossenschaft und Lippeverband

Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben.

Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet.

Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 2.000 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Sie kümmern sich um rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, mehr als 500 Pumpwerke und 59 Kläranlagen.

Die nun nach dem heißen Juni ebenfalls im Juli zu beobachtenden Temperaturentwicklungen und die Trockenheit bekräftigen einmal mehr die Erfordernis, das Schwammstadt-Prinzip in der Region umzusetzen und die Städte und Kreise in der Emscher-Lippe-Region klimaresilient zu gestalten. Wenn es einmal regnet, dann sollte dieses Wasser nicht in der Schmutzwasserkanalisation landen, sondern vor Ort versickern oder in Gewässer abgeleitet werden. Auf diese Weise würden Grundwasser, Flüsse, Bäche und Böden gestärkt und an die Folgen des Klimawandels angepasst – sie wären künftig resilienter und weniger anfällig bei heißeren Temperaturen, heißt es in einer Pressemitteilung der beiden Wasserverbände.