Die Kündigung für die beliebte Pizzeria „A la Mimo“ an der Dinslakener Klosterstraße hat bis nach Berlin Wellen geschlagen. Der Dinslakener Bundestagsabgeordnete Sascha H. Wagner (Die Linke) setzt sich in einem Brief an den Eigentümer der Immobilie, einen Gastronomen aus Gelsenkirchen, für den Erhalt des „A La Mimo“ ein. Der Hausbesitzer, der in der Vergangenheit schon das Dinslakener Glockenspiel an der Neustraße an einen Schrotthändler verkauft hat, hatte dem Betreiber der Pizzeria, Alaa El Abbouchi, überraschend nach zehn Jahren gekündigt.

Gäste der Pizzeria sammeln Unterschriften

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Für Alaa El Abbouchi kam die Kündigung aus heiterem Himmel. Obwohl er selbst renoviert hatte, hatte er eine weitere Renovierung durch den Hausbesitzer hingenommen – inklusive der damit verbundenen Mieterhöhung. Dann könne das „A la Mimo“ auch „für immer“ dortbleiben, habe es geheißen. Die Pizzeria sei die Lebensgrundlage für seine Familie. Gäste des „A la Mimo“ sammeln Unterschriften für deren Verbleib.

Alaa El Abbouchi führt seit rund zehn Jahren die Pizzeria „A la Mimo“ an der Klosterstraße.
Alaa El Abbouchi führt seit rund zehn Jahren die Pizzeria „A la Mimo“ an der Klosterstraße.© NRZ | aha

Es geht um einen über viele Jahre gewachsenen Ort des täglichen Lebens in unserer Stadt – und um die Existenz einer Familie, die sich hier mit viel Arbeit und persönlichem Einsatz eine wirtschaftliche Grundlage aufgebaut hat.

Sascha H. Wagner, im Brief an den Hauseigentümer

„Mit großer Sorge“ habe er den Bericht über die drohende Beendigung des Mietverhältnisses der Pizzeria „A La Mimo“ in Dinslaken gelesen, schreibt nun der Bundestagsabgeordnete Sascha H. Wagner an den Immobilienbesitzer. Es gehe um „weit mehr als um ein gewöhnliches Mietverhältnis“, so Wagner: „Es geht um einen über viele Jahre gewachsenen Ort des täglichen Lebens in unserer Stadt – und um die Existenz einer Familie, die sich hier mit viel Arbeit und persönlichem Einsatz eine wirtschaftliche Grundlage aufgebaut hat.“

Das „A La Mimo“ sei seit rund zehn Jahren Teil des Dinslakener Stadtbildes und „für viele Menschen längst mehr als eine Möglichkeit, etwas zu essen. Es ist ein Treffpunkt, ein Stück Nachbarschaft und ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen.“ Gerade in einer Innenstadt, die auf „lebendige Gastronomie, inhabergeführte Geschäfte und persönliche Begegnungen angewiesen“ sei, seien Betriebe wie die Pizzeria an der Klosterstraße „von unschätzbarem Wert“, so Wagner: „Sie schaffen Aufenthaltsqualität, beleben Straßen und Plätze und tragen dazu bei, dass eine Innenstadt nicht nur aus Verkaufsflächen und Gebäuden besteht, sondern ein Ort bleibt, an dem Menschen gerne leben und sich begegnen.“

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Darum bittet Wagner den Hauseigentümer

Besonders betroffen mache ihn „die persönliche Dimension“ der Kündigung. Für die Betreiberfamilie stehe die „wirtschaftliche Existenz und damit ein erheblicher Teil ihrer Lebensplanung“ auf dem Spiel: „Ich möchte Sie deshalb ausdrücklich bitten, Ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und alle Möglichkeiten für eine Fortsetzung des Mietverhältnisses auszuloten“, so der Bundestagsabgeordnete.

„Selbstverständlich“ stehe es Eigentümerinnen und Eigentümern grundsätzlich frei, über ihre Immobilie zu entscheiden. Aber wenn eine Entscheidung „erhebliche Auswirkungen auf Menschen, ihre Arbeitsplätze und das gewachsene soziale Umfeld“ eines Stadtteils habe, sollte neben den wirtschaftlichen Interessen auch die „Verantwortung gegenüber der örtlichen Gemeinschaft berücksichtigt werden“, so Wagner.

Es handele sich um ein „Stück Dinslakener Innenstadt“

Er bittet den Eigentümer der Immobilie, gemeinsam mit Alaa El Abbouchi nach einer Lösung zu suchen, die beiden Seiten gerecht werde: „Ein Fortbestand des Lokals wäre nicht nur im Interesse der Betreiberfamilie, sondern auch im Interesse zahlreicher Dinslakenerinnen und Dinslakener, die diesen Ort über Jahre schätzen gelernt haben“, so der Bundestagsabgeordnete: „Manchmal besteht der Wert einer Immobilie eben nicht allein in ihrer Rendite, sondern auch darin, was an einem Ort über Jahre gewachsen ist. Ich hoffe daher sehr, dass Sie dazu beitragen, dieses Stück Dinslakener Innenstadt und die damit verbundene Existenzgrundlage der Betreiberfamilie zu erhalten.“

Für ein Gespräch über eine mögliche Lösung stehe auch er selbst „gerne zur Verfügung“, schreibt Wagner abschließend. (aha)