Wie kommt ein älterer Mensch nach einer Lungenentzündung, einem Sturz oder einer Operation wieder auf die Beine? Und was kann getan werden, damit nach einem Krankenhausaufenthalt nicht dauerhaft Hilfe im Alltag nötig wird? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die moderne Altersmedizin. Auch am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken gibt es einen Fachbereich, der sich damit in seiner täglichen Arbeit befasst: die Sektion Altersmedizin. Deren Leiterin, Dr. med. Nicola Zimansky, macht anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, bei älteren Patientinnen und Patienten nicht nur die akute Erkrankung zu behandeln, sondern gleichzeitig ihre Selbstständigkeit im Blick zu behalten.

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„Viele ältere Menschen leben mit mehreren Erkrankungen gleichzeitig. Deshalb reicht es häufig nicht aus, nur die einzelne Diagnose zu betrachten“, erklärt Dr. med. Nicola Zimansky. Sie zeigt auf, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Arthrose oder Osteoporose ebenso zusammenkommen können wie nachlassende Muskelkraft, Gedächtnisstörungen oder Mangelernährung. Ein weiterer Aspekt ist, dass ältere Menschen auf akute Erkrankungen häufig anders reagieren als jüngere. Demnach kann sich eine Infektion bei ihnen beispielsweise zunächst durch Verwirrtheit bemerkbar machen. Schon wenige Tage Bettruhe können zudem dazu führen, dass Muskelkraft verloren geht und die Mobilität deutlich nachlässt. Aus einer zunächst gut behandelbaren Erkrankung kann so schnell die Gefahr entstehen, im Alltag dauerhaft auf Hilfe angewiesen zu sein.
Frührehabilitation: Team sichert schnelle Rückkehr zur Selbstständigkeit
Jeder Tag zählt.
Dr. med. Nicola Zimansky, Leiterin der Sektion Altersmedizin
Genau deshalb setzt die Altersmedizin früh an: Begleitende rehabilitative Maßnahmen beginnen nicht erst nach der Akutbehandlung, sondern bereits während des Krankenhausaufenthaltes. Ärztinnen und Ärzte, speziell geschulte Pflegekräfte, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ernährungsberatung und Sozialdienst arbeiten dabei eng zusammen. Neben der medizinischen Behandlung werden unter anderem Mobilität, Gleichgewicht, Kraft, Alltagsfähigkeiten, Ernährung, Schluckfunktion und Gedächtnis beurteilt. Daraus entsteht ein individueller Therapieplan. „Unser Ziel ist nicht nur, die akute Erkrankung zu stabilisieren“, sagt Dr. Zimansky. „Entscheidend ist auch, Fähigkeiten zu erhalten oder möglichst schnell zurückzugewinnen.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Zeit: „Jeder Tag zählt“, sagt die Medizinerin.
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Ein Schwerpunkt der Sektion Altersmedizin ist deshalb die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung. Sie richtet sich an ältere Menschen, die nach einer akuten Erkrankung oder Operation noch Unterstützung benötigen, um wieder möglichst selbstständig zu werden. Dabei kann es ganz konkret darum gehen, wieder sicher aufzustehen, Treppen zu bewältigen, sich selbst anzuziehen oder Mahlzeiten eigenständig einzunehmen. Für Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen sind damit häufig auch sehr praktische Fragen verbunden: Kann die eigene Wohnung weiterhin bewohnt werden? Ist Treppensteigen wieder möglich? Reicht die Kraft für den Alltag? Welche Unterstützung wird nach der Entlassung benötigt?
Vorbeugung spielt eine wichtige Rolle
Auch hier arbeitet die Altersmedizin eng mit Angehörigen, Hausärztinnen und Hausärzten, Facharztpraxen, ambulanten Pflegediensten und Rehabilitationskliniken zusammen – denn der Übergang aus dem Krankenhaus in die weitere Versorgung soll möglichst gut vorbereitet werden. Nicht nur die Behandlung akuter Erkrankungen gehört zu den Aufgaben, auch die Vorbeugung spielt eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise Sturzprävention, der Erhalt von Muskelkraft, die Erkennung von Mangelernährung, die Behandlung von Schluckstörungen und die Überprüfung der Medikamenteneinnahme. „Für viele ältere Menschen bedeutet eine erfolgreiche Behandlung weit mehr, als dass medizinische Werte wieder stimmen“, betont Dr. Zimansky. „Es geht darum, wieder selbst einkaufen zu können, Freunde zu besuchen, die eigenen Treppen zu schaffen oder weiterhin im vertrauten Zuhause leben zu können.“
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Die Aufnahme in die Sektion Altersmedizin am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken ist über eine Einweisung durch die Haus- oder Facharztpraxis, die Notfallambulanz oder durch eine Verlegung aus einer anderen Krankenhausabteilung möglich. Die Anmeldung und Terminabsprache erfolgen über das Sekretariat der Altersmedizin. Weitere Informationen zu dem Fachbereich gibt es unter https://www.evkln.de/ekd/sektion-altersmedizin.html.







