Wer es nicht weiß, der könnte diese unscheinbare Erinnerung an Ed Sheeran glatt übersehen: Mit schwarzem Edding hat der Star Anfang September ein Autogramm auf einem der Pilates-Geräte im Düsseldorfer Studio „égoiste“ hinterlassen. „Thank you“ ist im Kursraum an der Unterbilker Friedenstraße auf dem Metall der stylischen Trainingsmaschine mit dem Namen „Reformer“ zu lesen. Darunter ein paar Hieroglyphen, die wohl für den Namen des Sängers stehen.

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„Das war ein Glücksmoment für uns“, sagt Lea Kannapin und lächelt bei der Erinnerung an den Besuch des prominenten Musikers. Es gibt sogar ein Foto, das sie und Mit-Gründerin Cécile Wolf Arm in Arm mit Ed Sheeran im Studio zeigt. Der Superstar trägt: weißes T-Shirt, kurze Sporthose, schwarze Socken. Das ist allerdings auch schon alles, was wir über den ungewöhnlichen Besuch während seiner Konzert-Tour in Unterbilk erfahren. Denn sein Management hat sich von den Düsseldorfer Studio-Inhaberinnen schriftlich geben lassen, dass sie keine Details über die sportliche Stippvisite ausplaudern.

Aber über ihr im Dezember 2024 gegründetes Erfolgsprojekt „égoiste“, das den Personal-Trainer von Ed Sheeran bei der Recherche nach einem angemessenen Pilates-Spot für seinen Schützling in Düsseldorf am meisten überzeugt hat, sprechen die Unternehmerinnen natürlich gerne. Sie haben mit ihrer Idee, einen Ort zu schaffen, an dem Sport, Community und Lifestyle zur Einheit werden, offenbar ins Schwarze getroffen.

12.000 Kunden sind nach nicht mal einem Jahr der Marke „égoiste“ schon in der Kartei. Nach dem Start mit ihrem ersten Studio an der Bastionstraße in der Carlstadt folgte ein gutes halbes Jahr später schon die zweite Filiale in Unterbilk. „Wir hatten von Anfang an unser Motto: Go big or go home“, beschreibt Cécile Wolf (35), wie die beiden ihre Unternehmensgründung angegangen sind.
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Die beiden kennen sich aus dem Management einer Modemarke. Ausgestattet mit ihrer Vision eines Geschäftsmodells rund um Pilates und „Well-being“ und mit reichlich Selbstbewusstsein, Know-how und Optimismus haben sie „égoiste“ erschaffen. Der Name ihrer Marke soll für ein gesundes Lebensgefühl stehen. „Und für die Zeit, die man sich selber schenkt“, erklärt Lea Kannapin und zeigt uns, was das im Unterbilker Studio bedeuten kann.
Erst Pilates, dann Wohlfühlbehandlungen in der Düsseldorfer „Longevity Area“
Wir huschen leise durch den Kursraum, wo an diesem Dienstagmorgen auf den Reformer-Geräten ein Kurs auf Englisch gegeben wird. Im Raum nebenan, der eine kleine Terrasse zum Hinterhof hat, haben die Geschäftsfrauen eine „Longevity Area“ eingerichtet. Hier gibt es all das, was „Langlebigkeit“ und Jugendlichkeit fördern soll. Neben dem Kerngeschäft Pilates hat sich dieses Angebot als Glücksgriff entpuppt. „Longevity ist extrem nachgefragt.“

Was kann man hier machen in dem Raum, dem die Gründerinnen ein Ambiente mit viel Beige und minimalistischem Design verpasst haben? Herzstück ist die „Cryo Sauna“, eine Art Kabine, in der der Körper mit Temperaturen von bis zu minus 196 Grad konfrontiert wird. Mit dem Ziel, die Regeneration nach dem Sport durch den Kälte-Schock zu fördern. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, die Durchblutung gefördert, das Immunsystem gestärkt. Und: Es werden sogar Glückshormone ausgeschüttet.
„Man ist danach einfach total aufgetankt und gepusht“, sagt Lea Kannapin. Die 36-Jährige macht vor, wie‘s geht: Bekleidet mit Unterwäsche, Handschuhen und isolierenden Füßlingen steigt sie in die Kammer, aus der oben der Kopf herausschaut. Mit flüssigem Stickstoff wird die Sauna heruntergekühlt, in der man drei Minuten bleiben sollte. Und weil das eine ganz schöne Herausforderung ist, wird das Kälte-Saunieren immer von einer Person begleitet, die beim Durchhalten hilft.

Auch wir feuern an und zählen die letzten Sekunden laut herunter. Beim Öffnen der Tür entweicht eisiger Dampf. Lea strahlt und hält uns ihren Oberschenke hin. „Fühlt mal!“ Ein Eisbein. Aber nur für wenige Sekunden. „Jetzt ist mir schon wieder warm und ich fühle mich super!“ 26 Euro kosten drei Minuten Eiszeit als Einzelticket. Im Oktober gibt es Longevity-Anwendungen in Unterbilk als Sonderangebote, die Cryo Sauna kostet dann 15 Euro.
Infos zum Pilates-Studio „égoiste“
An zwei Standorten ist das „égoiste Boutique Pilates Studio“ in Düsseldorf vertreten: Bastionstraße 19 in der Carlstadt und Friedenstraße 38a in Unterbilk.
Unterrichtet wird Reformer, Mat Pilates und Yoga in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Beide Standorte haben eine Matcha Bar. Im Studio in Unterbilk gibt es außerdem die „Longevity Area“, wo Behandlungen wie Cryo Sauna, LED-Maske und „Lymphatic Compression“ angeboten werden.
Die Preise für einen Kurs auf den Reformer-Geräten liegen bei 32 Euro, das Training auf der Matte kostet 25 Euro pro Stunde. Alle Kurse haben höchstens zehn Teilnehmer. Außerdem gibt es Zehnerkarten, verschiedene Mitgliedschaften und Studentenrabatte.
Alle Informationen gibt es hier: www.egoiste-studio.de.
Man kann die eisige Sauna aber auch kombinieren mit anderen „Treatments“. Zum Beispiel 15 bis 30 Minuten „Lymphatic Compression“ in einer Kompressionshose. Das soll unter anderem die Muskelregeneration und den Lymphfluss unterstützen. (Einzelticket 19 Euro, 15 Minuten). Oder aber man bucht die LED-Maske: Mit der Kraft „regenerierenden Lichts“ soll hier das Hautbild verbessert werden. „Man bekommt sofort einen schönen Glow“, sagt Cécile. (Einzelticket 19 Euro, fünf Minuten).

Nach dem Sport und dem Besuch in der „Longevity Area“ wird die Matcha Bar am Empfang zum Treffpunkt. Hier gibt es Kreationen wie Iced Matcha mit weißer Schokolade oder Beeren, Smoothies, Protein Milk oder einen Drink namens „Beauty Booster“ mit Blaubeeren, Banane, Chiasamen, Kokos, Datteln und Kollagenpulver (8,90 Euro). Dass ein solches Angebot bei der Kundschaft ankommt, zeige sich vor allem im Studio in der Carlstadt. Auch wer hier gar nicht trainiere, komme vorbei, um Matcha oder Shakes zu trinken.
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„Wir wollten von Anfang an DAS Studio sein“, blickt Cécile Wolf zurück auf die Motivation bei der Geschäftsgründung. Die beiden haben viele Ideen, um den Ausbau ihrer Marke weiter voranzutreiben. Dazu gehört, dass ein Teil der bisher 50 Trainerinnen und Trainer bei „égoiste“ ausgebildet wurde. Auch weitere Standorte sind eine Option. „Vieles ist denkbar“, hält Lea Kannapin die Zukunftspläne vage. Der Besuch von Ed Sheeran hat ihnen auf jeden Fall einen ganz besonderen Werbe-Boost beschert. Fast 3000 Herzchen hat der Beitrag auf Instagram.





