Der erste Satz im Bericht der Lebensmittelkontrolleure reicht schon, um zu verstehen, warum das „Haus des Shawarmas“ wegen Gesundheitsgefahr geschlossen wurde: „Es wurden wiederholt schwerwiegende hygienische Mängel festgestellt“, heißt es dort. Konkret ist von Insekten, verdorbenen Lebensmitteln und Salmonellen die Rede.

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Im Herbst des vergangenen Jahres sorgte der Imbiss am Worringer Platz für Aufsehen. Mehrere Gäste klagten über Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Die Stadt bestätigte bis dato mehr als 40 Salmonellen-Erkrankungen.

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Im Portal „Lebensmitteltransparenz NRW“ ist seit Kurzem einsehbar, welche Zustände in der Küche wirklich herrschten. Die Kontrolleure berichten von einem stark verschmutzten und mit Lebensmittelresten belegten Boden. In mehreren Wannen befanden sich verdorbene und teilweise verschimmelte Lebensmittelreste, darunter Gewürzgurken. Offene Bodenläufe (Gullis) ohne Geruchstopper führten zu einem „intensiven, fauligen Geruch“ in den Räumen.

Verdorbene Gewürzgurken und Zitronen wurden bereitgehalten – und sollten demnach noch für die Zubereitung der Speisen verwendet werden. Zudem wurde die maximal zulässige Höchsttemperatur für die gelagerten Lebensmittel auf dem Fußboden überschritten.

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Ein „erhebliches Aufkommen“ an Fluginsekten wurde unter anderem in der Küche und in den Nebenräumen festgestellt. Die im Lokal hergestellten, verarbeiteten und in den Verkehr gebrachten Lebensmittel waren dadurch einer Kontaminationsgefahr ausgesetzt. Letzter Punkt der Lebensmittelkontrolleure: Bei Probennahmen haben sie eindeutig Salmonellen nachweisen können.

Die Kontrolle im „Haus des Shawarmas“ fand am 28. Oktober statt. Bei der ersten Nachkontrolle einen Tag später sowie bei der zweiten Kontrolle am 30. Oktober waren die Hygienemängel nicht vollständig behoben. Bei einer weiteren Nachkontrolle am 10. November wurde es dann sogar noch schlimmer: Die Kontrolleure stellten dann noch einen Schädlingsbefall im Obergeschoss fest. Der Betrieb ist abgemeldet und geschlossen.

„Haus des Shawarmas“ in Düsseldorf: Betreiber antworten auf Kritik nach Lebensmittelvergiftungen

Die Kritik am „Haus des Shawarmas“ begann im Oktober 2025 insbesondere online und zog seitdem in der Düsseldorfer Stadtgesellschaft ihre Kreise. Auf TikTok etwa teilte eine Nutzerin ein Video, in welchem sie im Krankenhaus saß. An eine Infusion angeschlossen, schrieb sie: „Mein Zustand hat sich nach fünf Tagen nicht gebessert, daher beginnen sie jetzt mit einer Antibiotikatherapie.“ Fast zwei Millionen Aufrufe hatte das Video der Nutzerin „allahamdullah12“ damals bereits. Die junge Frau dokumentierte ihren Krankenhausaufenthalt und auch die Reaktionen von „Haus des Shawarmas“.

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So kommentierte sie ein Statement vom Team des Imbisses, bei dem die Lebensmittelvergiftungen als „unglücklicher Vorfall, der in jedem Restaurant vorkommen kann“ geschildert werden. Man arbeite „immer mit hoher Sorgfalt und Sauberkeit“, das wisse jeder, der schon im „Haus des Shawarmas“ gegessen habe. Die Kritik auf Social Media schade dem Ruf des Lokals und „verletze“ die Mitarbeitenden. Bis dahin arbeite man mit den Behörden zusammen und warte auf die Laborergebnisse, „die zeigen werden, dass unser Essen sicher ist“, so das Statement.

Nutzerin „allahamdullah12“ beschrieb das Statement als Umkehr von Schuldigen und Opfern. Und auch in den Kommentaren hielten sich die TikTok-Nutzer nicht zurück. „Was für ein Statement, nicht mal eine Entschuldigung“, schrieb einer. „Also das ist ja wirklich das Allerletzte“, kommentierte jemand anderes. Immer wieder wurden auch mögliche juristische Konsequenzen angesprochen, zu denen sich die Nutzerin selbst jedoch nicht äußerte.

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„Haus des Shawarmas“ lässt negative Bewertungen löschen: „Die können gar nicht alle betroffen gewesen sein“

Die Kontroverse bezog sich jedoch längst nicht mehr auf TikTok und die anderen sozialen Medien. Seitdem die ersten Fälle bekannt wurden, gab es auch viele negative Beschwerden und negative Rezensionen bei Google. Am 31. Oktober wurden bei einer Google-Suche rund ein Dutzend 1-Sterne-Bewertungen angezeigt, in denen ein Krankenhausaufenthalt nach einem Besuch im „Haus des Shawarmas“ erwähnt wurde. Rund eine Woche später waren diese allerdings verschwunden.

Gegenüber der Rheinischen Post (RP) erklärte Betreiber Basel Madarati, er habe die Löschung der negativen Bewertungen bei Google erwirkt. Als Begründung sagte er der Düsseldorfer Zeitung: „Es waren so viele, die können gar nicht alle betroffen gewesen sein.“ Auch im Düsseldorfer Forum der Plattform Reddit wurde vor einem Besuch des Lokals gewarnt. Zusätzlich beklagten Nutzer auf der Instagram-Seite von „Haus des Shawarmas“, dass wohl Kommentare gelöscht werden.

Madarati erklärte in der RP, dass es wohl das Ende für den Imbiss an der Worringer Straße sei: „Die vergangenen Tage haben meine Psyche kaputtgemacht und meine Existenz zerstört.“ Auf eine Anfrage der NRZ bezüglich eines Statements antwortete das in Essen beheimatete Unternehmen bis heute nicht.

„Vorübergehend geschlossen wegen Wasserschaden“ steht im Fenster des "Haus des Shawarmas" an der Worringer Straße.
„Vorübergehend geschlossen wegen Wasserschaden“ steht im Fenster des "Haus des Shawarmas" an der Worringer Straße.© NRZ | Lucas Gangluff

„Beißender Gestank“ und verschimmelte Pommes: „Haus des Shawarmas“ schon mehrfach Probleme bei Kontrollen

Das „Haus des Shawarmas“ in Düsseldorf war kein unbeschriebenes Blatt für die Lebensmittelkontrolle. Ein Blick in das Portal lebensmitteltransparenz.nrw, in dem die Ergebnisse von Gastro-Kontrollen veröffentlicht werden, zeigte zwei negative Einträge für das Lokal im Jahr 2025. So wurden an der Worringer Straße bereits am 6. Mai „Schädlingsbefall“ durch Mäusekot und Fliegen festgestellt. Hühnerfleisch – im Bericht „mikrobiologisch problematische Produkte“ – sei nicht getrennt von Gemüse gelagert gewesen. Im Fleischwolf seien getrocknete Fleischreste und Fliegenbesatz gefunden worden. Hier wurden eine Vielzahl der Mängel, aber noch nicht alle am nächsten Tag bereinigt.

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Und auch bei einer Kontrolle am 11. September fiel das Lokal negativ auf. Grund war hier ein beißender Geruch im Keller sowie erneut ein starker Befall von Fluginsekten. Auch „Schadnager“ seien festgestellt worden. Im Kühlhaus fanden die Kontrolleure verschimmelte Pommes Frites und andere Lebensmittel wurden nicht im richtigen Maße gekühlt aufbewahrt. Laut Portal wurden die Mängel da schon am nächsten Tag beseitigt.