Dieser Keller hat es in sich: Hier surren 3D-Drucker leise vor sich hin, Schülerinnen und Schüler kommen rein und kaufen Schlüsselanhänger, Einkaufswagen-Chips oder Fingerspiele. Die stapeln sich in ordentlich aneinandergereihten Boxen neben dem Eingang. An einer schmalen Fensterfront stehen Computer, an denen andere Jugendliche neue Produkte designen. Hier wird konzentriert gearbeitet. Aber manchmal ist es auch richtig laut im InnoLab der Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf. Dann haben Otis und Niko gerade den Plastik-Schredder angeworfen.
Die Recyling-Crew kümmert sich um die Fanpost
Seit Februar ist der große Keller das neue Zuhause des Innovationslabors der Schule. Vorher war es eine Ecke im Technikraum, in der die Schüler und Schülerinnen 3D-Druck kennenlernten. Jetzt passiert hier eine Menge mehr. Denn mit der Anschaffung einer Recyclingmaschine für die Druckreste wuchs die Idee, nachhaltig und kreativ zu arbeiten. Schon ein halbes Jahr später feiert die Schülerfirma „3EulenDesign“ große Erfolge.

Das haben die Jugendlichen ihrem Lehrer Volkan Karaca zu verdanken. Auch wenn der Deutsch- und Techniklehrer das gar nicht hören möchte und lieber den Einsatz seiner Schüler lobt. Die haben in der Lehrerkonferenz ihre Ideen vorgestellt und mit Talentförderung im MINT-Bereich und digitalem Lernen argumentiert.
Um in den Keller ziehen zu dürfen, mussten sie schließlich erst einmal die Lehrerinnen und Lehrer überzeugen, denen der Raum zur Verfügung gestellt werden sollte. Wenige Tage später konnten sie die ersten PCs aufstellen.
Fanpost aus ganz Deutschland
„Wir starten in der Mittagspause“, erzählt der zwölfjährige Diego. Dann werden die Rechner hochgefahren und alle, die hereinkommen, tragen sich in eine Liste ein. Otis und Niko gehören zur Recycling-Crew. Sie sortieren die Fanpost. Das sind Pakete mit 3D-Druckerresten. Dazu gehören zum Beispiel Fehldrucke und Stützen, die ein 3D-Drucker verwendet, um Modelle zu bauen. Die Pakete trudeln aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz ein, seitdem der Instagram-Account @3eulendesign über das InnoLab berichtet. Die drei Eulen sind im Logo der Schule zu sehen.

Das Material wird geschreddert, gesiebt und dann in einer Recycling-Maschine eingeschmolzen. So entsteht dann Filament – ein drahtförmiger Kunststoff. „Das ist sozusagen die Tinte für den 3D-Drucker“, erklärt Diego. Er wird im Lab auch „Voice of InnoLab“ genannt, weil er so gut erklären kann. Gemeinsam mit Juri hat er bereits an einem Workshop des LVR-Zentrums für Medien und Bildung teilgenommen. Und zwar nicht, um zuzuhören, sondern um Lehrerinnen und Lehrern die Arbeit mit einem 3D-Drucker zu erklären.
Viele Begegnungen und Kontakte
Ohne Kontakte geht es nicht: Die braucht auch eine Schülerfirma, um Erfahrungen auszutauschen und Partner für Kooperationen zu finden. Zuerst war es ein Nachbarschaftsfest des Bürgerzentrums Salzmannbau, bei dem die Jugendlichen ihre Produkte vorstellten. Darauf wurde dann Blockblock Cleanups, eine Organisation, die Müllsammelaktionen veranstaltet und über Nachhaltigkeit informiert, aufmerksam. Inzwischen herrscht auch mit dem LVR Medienzentrum und der Startupscheune Duisburg reger Kontakt.

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Für alle Begegnungen sei man sehr dankbar, „denn dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten“, freut sich der 19-jährige Timo. Auch erste Aufträge trudeln ein. Für die Neueröffnung eines Physio-Zentrums hat das InnoLab EinkaufswagenChips mit dem Logo der Firma produziert.

Oberstufenschüler Timo sagt, er habe im InnoLab viel gelernt. Nicht nur über 3D-Technik und die professionellen Programme dafür. Auch über Teamarbeit und, „dass es wichtig ist, einfach mal anzufangen und nicht nur zu überlegen, wie es funktionieren könnte.“
Übrigens: Im InnoLab können alle Schülerinnen und Schüler kreativ werden und designen, nicht nur der harte Kern des Teams. In der Mittagspause sitzen auch Mädchen an den PCs. Obwohl es durchaus noch mehr werden könnten, sagt Lehrer und Projektleiter Volkan Karaca. Selbst dafür gibt es im InnoLab vermutlich bald eine Lösung.





