Das war wirklich ein Blitzstart: Am 28. November 2025 hat das japanisch-vietnamesische Restaurant „Baba Sushi“ in Düsseldorf-Unterbilk neu eröffnet, am Valentinstag vor einer Woche war das Buch mit den Reservierungen so voll, dass Dennis Koller ein breites Lächeln im Gesicht hat, als er die Seite zeigt, auf der 700 Anfragen dicht an dicht mit Kugelschreiber notiert sind. „Ja, das läuft hier wirklich sehr gut an“, sagt der Mann, der das neue kulinarische Angebot am Fürstenwall managt.

Dass der Laden so kurz nach der Neueröffnung brummt, hat zum einen damit zu tun, dass „Baba Sushi“ in Düsseldorf schon einen Namen hat: 2019 eröffnete das erste Restaurant an der Münsterstraße. In Unterbilk wird das Erfolgskonzept jetzt also in einem zweiten Lokal fortgeführt. Zum anderen hat man hier im Viertel offenbar sehnsüchtig darauf gewartet, dass es endlich ein neues Angebot in der leer stehenden Gaststätte gibt, wo man früher beim „Trompeter“ und zuletzt im griechischen Lokal „Efsin“ speisen konnte.
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Die „asiatische Fusionsküche“, die hier neuerdings auf die Teller kommt, scheint den Unterbilkern zu munden. „Wir haben schon viele Stammkunden aus der Nachbarschaft“, freut sich Dennis Koller, der das Ziel hat, sich mit „Baba Sushi“ in den Stadtteil zu integrieren. „Wir möchten ein fester Bestandteil der Gegend sein.“

Neugierig auf das Angebot macht allein schon die Fassade, die niemand übersehen kann. Der Künstler Famsy hat das Eckhaus am Fürstenwall 66b mit knalligem Graffiti herausgeputzt. Auf der Wand neben der Eingangstür empfängt unter anderem ein riesiger Tiger mit weit aufgerissenem Maul die Gäste. Umso erstaunlicher ist der Kontrast, wenn man das Lokal betritt. Wer schon mal bei einem der Vorbesitzer hier gesessen hat, erkennt nichts mehr wieder. „Gott sei Dank!“, sagt Dennis Koller und lacht.

Holzvertäfelte Wände mit filigranen Verzierungen, Spiegel an den Decken, marmorierte Tischplatten, asiatische Dekoration, Blumen, lindgrüne Stuhlkissen und viel Glanz, Licht und Silber sorgen für ein nobles Ambiente mit fernöstlichem Flair. Das Gefühl von Luxus wird auf angenehme Weise wieder zurückgenommen durch die offene Küche direkt im Eingangsbereich, in der laut und fröhlich gearbeitet wird. „Die lockere Atmosphäre gehört hier zu unserem Vibe“, betont der Restaurant-Manager. „Unser Team ist wie eine kleine Familie und das spüren auch die Gäste.“
Bei „Baba Sushi“ in Düsseldorf wird das Essen beim Servieren in Eisnebel gehüllt
Er übersetzt einen vietnamesischen Satz, der gerade aus der Küche zu hören ist. „Fang an!“, hat der Küchenchef einem Kollegen zugerufen, damit Sushi und Tellergerichte der größeren Gruppe, die heute zum Mittagessen hier ist, gleichzeitig serviert werden können. Das ist bei „Baba Sushi“ eine außergewöhnliche Zeremonie. „Wir arbeiten mit Trockeneis.“ Das soll natürlich nicht verspeist werden, sondern dient der Optik. Auf ein Zeichen des Küchenchefs hin wird das Zaubermittel in Gefäße auf den Sushi-Brettchen geschüttet, sodass diese beim Servieren in malerischen Eisnebel gehüllt sind.

Der Effekt zeigt Wirkung: Von den Gästen ist ein erstauntes Raunen zu hören. Sie sitzen übrigens in einem der Separees, wo an langen Tafeln jeweils bis zu 18 Leute Platz finden. Es gibt keine Stühle, sondern Bänke, auf denen man auch im Schneidersitz oder kniend essen kann. Wer das nicht möchte, kann die Beine aber auch nach westlicher Art ganz normal unter dem Tisch ausstrecken. Bei „Baba Sushi“ gibt es außerdem noch kleinere Nischen, in denen sechs Menschen einen geschützteren Platz haben.
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Und was steht auf der Speisekarte? „Wir verbinden klassische Sushi-Techniken mit modernen Einflüssen“, beschreibt Dennis Koller das Angebot, zu dem auch Hauptspeisen wie Currys, Ramen, Wok-Gerichte und einiges mehr gehören. Wer das Restaurant auf der Münsterstraße schon kennt, findet am Fürstenwall zwar vieles wieder, aber jeder Standort hat auch seine eigenen kulinarischen Noten. In Unterbilk gibt es zum Beispiel keine „Pho-Suppen“ wie in Derendorf, dafür aber Ramen und Kreationen mit Soba-Nudeln.

Ein paar Gerichte haben sich schon als Publikumslieblinge herauskristallisiert. Auf der Sushi-Karte gehört dazu die „Luxury Beef Roll“ mit Rucola, Avocado, Mango und Frischkäse, umwickelt mit dünnem Rinderfilet, Sesam und Parmesan. Dazu gibt es Trüffel- und Unagi-Soße. Acht Stück kosten 17 Euro. Häufig bestellt werde auch „Crunchy Sushi“, das mit einer Panade umhüllt und dann frittiert wird. Sechs Stück gibt es je nach Sorte ab acht Euro. Dennis Koller verrät sein Lieblingsgericht: „Yaki Soba“ – eine bunte Mischung aus Ramennudeln, Hühnerfleisch, Soba-Soße, Sojasprossen, Spinat, Ei, Rotkohl und Sesam für 17 Euro.
„Baba Sushi“ in Düsseldorf-Unterbilk
Das zweite Restaurant von „Baba Sushi“ ist in Unterbilk am Fürstenwall 66b, 40219 Düsseldorf, zu finden. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 11:30–15 und 17–23 Uhr, Freitag bis Sonntag 12–23 Uhr. Reservierungen sind online möglich unter www.baba-sushi2.de oder per Telefon unter 0211/98 90 83 88.
Ein weiteres „Baba Sushi“ gibt es in Düsseldorf-Derendorf an der Münsterstraße 22. Es wird aktuell renoviert und öffnet wieder am 8. März. Weitere Informationen: www.baba-sushi.de.
Hinter „Baba Sushi“ steckt übrigens eine Gruppe von vier Investoren, die weitere Lokale mit ähnlichem Konzept in anderen Städten haben. Dazu gehören: Mido (fünf Filialen in Berlin), Yedo (Saarbrücken, Heilbronn, Homburg) und Memory Burger (Saarland).
Es gibt auch eine wechselnde Mittagskarte mit Gerichten, die montags bis freitags von 11.30 bis 15 Uhr aufgetischt werden. Aktuell sind das Udon-Nudeln mit Gemüse und Tofu für 12,50 Euro, Rindfleisch mit Zitronengras und Reis für 13,90 Euro und drei verschiedene Sushi-Menüs ab 11,50 Euro. Auch Angebote für Veganer seien immer dabei. Grundsätzlich gelte: Wer Unverträglichkeiten oder besondere Ernährungsformen hat, für den wird immer eine Lösung gefunden. „Wir bereiten ja alles frisch zu, da sind wir flexibel.“
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Im Keller erinnert übrigens noch ein Schild an einer Tür daran, dass hier einst eine Kegelbahn war. Das ist allerdings das einzige Relikt vergangener Zeiten. Selbst die Toiletten sind jetzt bei „Baba Sushi“ ein Erlebnis mit sehr ungewöhnlichem Design. Allein dafür lohnt der Besuch.



