Es steht fest: Auch in diesem Jahr wird es auf der Düsseldorfer Rheinkirmes ein Abschlussfeuerwerk geben. Dies kündigten die Veranstalter des beliebten Volksfestes, die St. Sebastianus-Schützen, an diesem Mittwoch (25. Februar) während einer Pressekonferenz im Ratinger Hof an. Nach dem Unglück mit insgesamt 19 Verletzten, das sich während des Feuerwerks am 18. Juli 2025 gegen 22.45 Uhr ereignete, war lange Zeit über die Zukunft des beliebten Pyro-Spektakels spekuliert worden. Bei dem Unfall waren zwei Querschläger in eine Menschenmenge auf der Kniebrücke geflogen. Zu den Verletzten zählten auch Kinder. Die Nacht geht als eines der größten Unglücke in die Geschichte des Volksfestes ein.

Die Entscheidung, das Feuerwerk wieder am zweiten Kirmesfreitag (24. Juli) auf der Düsseldorfer Rheinkirmes stattfinden zu lassen, fiel nun nach Auswertung einer Mitgliederumfrage der veranstaltenden Schützen. Mehr als 80 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus. „Wir sind von dem Unglück immer noch tief betroffen, und es fällt uns nicht leicht, heute zu lächeln“, sagte Sebastianer-Chef Andreas-Paul Stieber den versammelten Medien. Man habe im Vorstand vieles abgewogen und sei letztlich dem Votum der Mitglieder gefolgt. Laut Schützenchef Stieber haben sich etwas mehr als die Hälfte der mehr als 1000 Schützen im Verein an der Umfrage beteiligt: „Wir haben uns für die Fortführung der Tradition entschieden und hoffen, dass wir mit der Entscheidung richtigliegen.“

Feuerwerk Düsseldorf: Das sind die neuen Sicherheitsvorkehrungen

Das Pyro-Feuerwerk soll laut St. Sebastianer nun mit höheren Sicherheitsstandards über die Bühne gehen. Und auch wieder mit der Nico Europe GmbH, einem Vertrieb für Großfeuerwerke mit Standorten in Berlin und Remscheid. Um einem ähnlichen Unglück wie im Vorjahr vorzubeugen, sollen jetzt die Abschussplattformen tiefergelegt und auf der Rheinwiese räumlich verschoben werden, um mehr Abstand zur Brücke zu gewinnen. Darüber hinaus sind Fangschutzvorrichtungen direkt neben den jeweiligen Abschussplattformen und Stahlcontainern geplant, um mögliche Querschläger zu verhindern. Die Feuerwerkskugeln werden indes auch in diesem Jahr wieder aus italienischer, spanischer oder chinesischer Herstellung sein – wie schon 2025.

Nach Feuerwerks-Unglück auf der Rheinkirmes
Der Moment des Unglücks am 18. Juli 2025: Ein Feuerwerkskörper explodiert beim Abschlussfeuerwerk der Rheinkirmes, Querschläger fliegen in eine Menschenmenge auf der Brücke.© David Young/dpa | David Young

Nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen ist der Unfall vom 18. Juli auf eine fehlerhafte Feuerwerkskugel zurückzuführen, die auf dem Boden neben den Abschussgestellen explodierte und eine Reihe von Abschussrohren beschädigte. Infolgedessen kam es zu Bodenexplosionen und zu einigen Querschlägern, unter anderem in Richtung Kniebrücke. „Das Feuerwerk wurde von den zuständigen Behörden seinerzeit ordnungsgemäß abgenommen, und es liegen bis heute keine Erkenntnisse für einen Fehler beim Aufbau des Feuerwerks oder für eine unsachgemäße Bedienung vor“, betonte NICO-Vertriebsleiter Martin Schmitz während des Medientermins mehrmals. Für das Feuerwerk habe man zudem ausschließlich Feuerwerkskörper mit dem höchsten Sicherheitslevel verwendet.

+++ Folgen Sie der NRZ Düsseldorf jetzt auch bei Instagram! +++

Rechtlich ist die Angelegenheit für das Unternehmen jedoch nicht erledigt, die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Es stehen Regressforderungen der Opfer an. Vertriebsleiter Schmitz konnte „aus Datenschutzgründen“ am Mittwoch nur so viel sagen: „Unser Rechtsbeistand und unsere Versicherung sind mit dem Thema beschäftigt. Wir haben unmittelbar nach dem Unfall allen Verletzten und Geschädigten unsere Unterstützung angeboten. Wir stehen zu unserer Verantwortung.“ Schützenchef Stieber ergänzte, dass man mit vielen der Betroffenen weiterhin in Kontakt stünde und wisse, dass es ihnen inzwischen körperlich besser gehe. „Es wird aber viel Zeit benötigen, bis die seelischen Narben verheilt sein werden. Wer so etwas einmal miterlebt hat, wird es in seinem Leben schwer vergessen können.“

Freitags

Vitamin D - Dein Newsletter für Düsseldorf

Jede Woche Deine Dosis Düsseldorf: Spannende Geschichten, besondere Menschen und ausgesuchte Gastro-Tipps.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Veranstalter der Düsseldorfer Rheinkirmes zeigten sich auch gleich nach dem Unglück schockiert und tief getroffen. Obwohl unmittelbar nach dem Vorfall in Teilen der Öffentlichkeit Rufe laut wurden, künftig auf das Abschlussfeuerwerk zu verzichten, kündigten die Schützen jedoch an, „keine affekthafte Entscheidung“ über die Zukunft der beliebten Pyro-Show treffen zu wollen.

Lesen Sie auch diese Nachrichten aus Düsseldorf

Fest steht indes auch, dass es in diesem Jahr erneut zwei Drohnenshows geben wird. Die eine am Abend des 24. Juli, also – wie im letzten Jahr – zum Termin des Pyro-Feuerwerks. „Wann die andere Drohnenshow steigen wird, wissen wir noch nicht abschließend“, so Sven Gerling, Sicherheitschef der St. Sebastianer. „Erst einmal war uns die Entscheidung zum Feuerwerk wichtig. Jetzt kümmern wir uns um die Detailplanung.“

  • Ein bisschen Vitamin D gefällig? Mit unserem neuen Newsletter gibt es jeden Freitag eine ganz persönliche Auswahl der besten Geschichten der Woche – zusammengestellt von einem Mitglied unserer Redaktion. Neben den wichtigsten News gibt es außerdem Gastro- und Veranstaltungstipps sowie das Neueste von der Fortuna. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.

Wie die Veranstalter des Japan-Tages, Stadttochter D.Live, bereits im Oktober vergangenen Jahres ankündigten, wird es auch bei der diesjährigen Ausgabe am 23. Mai wieder das japanische Feuerwerk geben – trotz des Unglücks auf der Rheinkirmes.