Soll Düsseldorf die Olympischen Spiele bekommen? Noch steht nicht fest, für welche Sommerspiele die Region Rhein-Ruhr - bei erfolgreicher Bewerbung - den Zuschlag erhalten könnte. Zur Auswahl stehen die Jahre 2036, 2040 und 2044. Doch schon jetzt müssen die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer darüber abstimmen, ob sie dieses XXL-Sportereignis vor ihrer Haustüre wollen - oder eben nicht. Seit Montag, 9. März, werden die Unterlagen für einen Ratsbürgerentscheid zu den Olympischen Spielen von der Stadt zugestellt.

Hier alle wichtigen Fragen und Antworten zur Düsseldorfer Abstimmung in Sachen Olympia-Bewerbung:

Olympische Spiele in Düsseldorf: Über was wird genau abgestimmt?

Es wird darüber abgestimmt, ob sich die NRW-Landeshauptstadt an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Ausrichtung des bedeutenden Sportspektakels bewerben soll. Erst, wenn die Rhein-Ruhr-Bewerbung klar ist, geht man in den innerdeutschen Wettstreit mit den Städten Berlin, Hamburg und München. Da zudem das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele inzwischen im Paket vergibt, wären Sommerspiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 möglich. Eine Austragung im Jahr 2036 sorgt vielerorts für Kritik, da sie exakt 100 Jahre nach den Nazi-Spielen in Berlin stattfinden würde.

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Wer darf alles abstimmen?

Abstimmungsberechtigt sind laut Stadt alle Bürgerinnen und Bürger, die die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedstaates besitzen, mindestens 16 Jahre alt sind und mindestens ab dem 3. April 2026 in Düsseldorf ihren Hauptwohnsitz haben oder sich gewöhnlich dort aufhalten und keine andere Wohnung außerhalb Düsseldorfs haben.

Wie kann abgestimmt werden?

Die Abstimmung erfolgt ausschließlich per Brief. Die Unterlagen werden zusammen mit der Abstimmungsbenachrichtigung zwischen 9. und 29. März 2026 automatisch zugesendet. Eine gesonderte Beantragung ist nicht erforderlich. Auf dem Stimmzettel lautet die Frage: „Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt Düsseldorf an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“ Die Antwort erfolgt mit „Ja“ oder „Nein“. Der hellrote Abstimmungsbrief kann kostenfrei innerhalb Deutschlands per Post zurückgesendet werden.

Was passiert am Auszählungstag selbst?

Da es sich um eine reine Briefabstimmung handelt, werden am 19. April 2026 keine Abstimmungsräume im Stadtgebiet geöffnet sein, so wie es etwa bei Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahlen der Fall ist. Wer - aus welchen Gründen auch immer - zu spät dran ist, kann den hellroten Abstimmungsbrief spätestens am Sonntag, 19. April, bis 16 Uhr in den Briefkasten des Amtes für Statistik und Wahlen an der Mecumstraße 10 in Bilk einwerfen. Später eingehende Stimmen werden nicht berücksichtigt, so die Stadt. Wegen der mehrtägigen Postlaufzeiten empfiehlt die Stadt deshalb, diesen ab dem 16. April direkt in den Briefkasten des zuständigen Amtes einzuwerfen.

Was ist zu tun, wenn man keine Olympia-Post von der Stadt bekommt?

Sollten die Unterlagen bis zum 29. März nicht zugestellt worden sein, empfiehlt sich ab dem 30. März eine umgehende Kontaktaufnahme mit dem Amt für Statistik und Wahlen an der Mecumstraße entweder telefonisch unter 0211-8993368 oder per Mail an: briefwahl@duesseldorf.de. Eine persönliche Vorsprache ist zudem ohne Termin vom 30. März bis 18. April 2026 innerhalb der Öffnungszeiten möglich. Diese sind montags bis mittwochs von 9 bis 14 Uhr, donnerstags von 9 bis 18 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr, sowie zusätzlich am Samstag, 18. April, von 9 bis 12 Uhr. Die Abstimmungsunterlagen und ein amtlicher Lichtbildausweis sind grundsätzlich mitzubringen, so die Stadt.

Wo erhält man zusätzliche Informationen?

Die Stadt hat auf ihrer Website Informationen zusammengestellt und dort auch die Details und Zeitangaben zur Abstimmung bekannt gegeben. Seit Montag (9. März) ist auch ein Informationsheft in den Bürgerbüros, im Amt für Statistik und Wahlen oder auf Anfrage erhältlich. Das soll demnächst auch online heruntergeladen werden können.

Wie ist die Haltung der Politik zu den Olympischen Spielen?

Die Düsseldorfer Politik spricht sich klar für eine Durchführung der Olympischen Spiele aus. Für einen Bürgerentscheid gab es in der Ratssitzung im vergangenen Sommer allerdings nur eine knappe Mehrheit. CDU und FDP waren dagegen. Aktuell wirbt die Stadt mit Plakaten an Haltestellen für einen positiven Ausgang des Entscheids. Im Januar leuchtete auch schon das Schauspielhaus – mit der bunten Video-Installation wurde ebenfalls auf die Abstimmung aufmerksam gemacht.

Louisa Lippmann (r.) und Laura Ludwig
Louisa Lippmann (l.) und Laura Ludwig, Deutsche Beachvolleyballerinnen, waren gemeinsamen bei den zurückliegenden Olympischen Spielen in Paris dabei. Ihre Sportart wird immer beliebter und könnte ebenfalls in Düsseldorf stattfinden.© DPA Images | Eva Manhart

Die SPD Düsseldorf hat diese Woche offensiv für die Spiele geworben. „Wir wollen Olympische und Paralympische Spiele, die zu Düsseldorf passen“, sagt Fraktionschefin Sabrina Proschmann. „Mit überwiegender Nutzung vorhandener Sportstätten, kurzen Wegen in der Region und einem klaren Anspruch an Nachhaltigkeit. Entscheidend ist für uns, dass die Spiele konkrete Vorteile für die Menschen in unserer Stadt bringen: modernisierte Sportstätten, mehr Barrierefreiheit und starke Programme für Kinder, Jugendliche und unsere Vereine.“

Welche Sportarten sollen in Düsseldorf ausgetragen werden - und wo?

In Düsseldorf sind unter allen beteiligten Kommunen die meisten Wettkämpfe vorgesehen. Dazu gehören beispielsweise Volleyball, Handball, Basketball, Ringen oder Fußball. Das Rhein-Ruhr-Konzept sieht zudem vor, in Köln das olympische Dorf für die Athleten zu errichten. In Mönchengladbach würden Wettbewerbe im Hockey stattfinden, in Dortmund ebenfalls Spiele im Fußball und Handball. In Düsseldorf sind Sportstätten wie die Arena, der Rather Dome oder das Castello als Sportstätten etabliert. Bei den Deutschen Finals zeigte man sich vor knapp drei Jahren zudem sehr kreativ: Es gab Triathlon im Medienhafen und Stabhochsprung an der Rheinuferpromenade.

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Was passiert, wenn sich Düsseldorf gegen Olympische Spiele entscheidet?

Das ist eine gute Frage, weil die Antwort noch niemand so richtig geben kann. Falls sich die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mehrheitlich gegen OIympia entscheiden, stünde die Rhein-Ruhr-Bewerbung zumindest auf der Kippe. Düsseldorf galt wegen ihrer zahlreichen Sportstätten lange als so genannte Lead City innerhalb der gemeinsamen Bewerbung.

Wie geht es bei einem positiven Bürgerentscheid weiter?

Im Herbst will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, mit welcher Stadt oder Region sich Deutschland um das Großereignis bewirbt. Neben der Region Rhein/Ruhr, zu der also auch Düsseldorf zählt, kandidieren Berlin, Hamburg und München. Bei einem Bürgerentscheid in München hatte eine Mehrheit im Oktober vergangenen Jahres Ja zu den Olympischen und Paralympischen Spielen gesagt.