Es war als das nächste Vorzeige-Wohnbauprojekt in Düsseldorf geplant. Doch seit November vergangenen Jahres herrscht auf der fast komplett fertiggestellten Baustelle des Gebäudekomplexes „Cube Central 378“ an der Erkrather Straße in Flingern Stillstand. Wegen der Insolvenz des bisherigen Investors, Projektentwickler Cube Asset X, wurden die Arbeiten auf dem Grundstück, das sich auf einem Teil des Parkplatzes des B8-Centers zwischen der Erkrather Straße und der Kiefernstraße befindet, gestoppt.

Anwohnende blicken seitdem täglich auf einen nicht fertiggestellten Gebäudekomplex, der beinahe schon wie ein hochmoderner Lost Place wirkt. An vielen Wänden wurden von außen sowie an die bereits montierten Fenster von innen Graffitis gesprüht. Und das, obwohl die Baustelle weiterhin komplett umzäunt ist. Doch nicht nur wegen des Vandalismus sind Anwohnerinnen und Anwohner der angrenzenden Kiefernstraße genervt.

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Wegen der Bauzäune, die um die komplette Dauerbaustelle aufgestellt worden sind, ist der dortige Bürgersteig nicht mehr begehbar. „Was mich richtig nervt, ist, dass wir die Seite der Straße und des Gehwegs, an der sich die Baustelle befindet, kaum noch nutzen können“, klagt Anwohnerin Betti Thielker, die seit rund 40 Jahren in dem langjährigen Arbeiterviertel lebt und sich im Rahmen des Tages des Lokaljournalismus an diese Redaktion wandte. „Weder für Fußgänger, noch für Radfahrer ist da noch Platz. Auch die Parkbuchten können nicht genutzt werden. Es nervt nur noch“, schimpft die 63-Jährige.

Anwohnerärger über Baustelle an der Erkrather Straße in Düsseldorf
Ein Blick von der Kiefernstraße auf die Dauerbaustelle „Cube Central“. Wegen der Bauzäune steht Passanten und Radfahrern der Gehweg direkt vor dem Gebäudekomplex nicht mehr zur Verfügung.© NRZ Düsseldorf | Christopher Damm

Anwohnerin über Bauzäune an der Kiefernstraße: „ein totales Nadelöhr“

Und weil es an der Kiefernstraße, zumindest direkt an der Baustelle, weniger Parkplätze gibt, stellen viele Autofahrer ihre Wagen nun oftmals gegenüber der Bauwagensiedlung und der Konzerthalle „AK47“ ab. Genau an die Stelle, die die Bewohner seit vielen Jahren liebevoll Dorfplatz nennen. So auch bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwochmorgen (29. April). „Unser Dorfplatz ist mal wieder zugeparkt. Hier fährt mittlerweile auch alles und jeder durch. Normalerweise ist hier eine Sperre, eine Art Sackgasse. Durch die Baustelle ist dies logischerweise aufgehoben worden, aber die Kiefernstraße ist nur noch eine Durchfahrtsstraße. Das nervt uns kolossal“, ärgert sich Thielker.

Danke für Hinweise, Anregungen und Tipps!

Täglich arbeitet die NRZ-Redaktion dort, wo Sie zu Hause sind. Wir berichten über Dinge, die schief laufen, über neue Entwicklungen, aber auch über Positives. Wir stellen Menschen aus Düsseldorf in den Mittelpunkt und wollen dabei helfen, das Leben in unserer Rheinmetropole noch ein bisschen besser zu machen. All das wollen wir am 5. Mai 2026 noch mehr in den Fokus rücken, denn dann ist der Tag des Lokaljournalismus.

An dieser Stelle bedanken wir uns auch bei denjenigen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern, die uns im Vorfeld Hinweise gegeben haben, worüber wir rund um den 5. Mai berichten können. Was an dieser Stelle aber noch gesagt werden sollte: Unser Engagement hört am 6. Mai nicht auf. Wir werden weiter für Sie vor Ort sein. Geben Sie uns gerne weiterhin Tipps und Anregungen. Denn bei uns ist jeder Tag ein Tag des Lokaljournalismus.

Viele Jahre war die Kiefernstraße eine provisorische Sackgasse. Poller auf der Fahrbahn sorgten dafür, dass Autofahrer sowohl von der Erkrather Straße als auch von der Fichtenstraße kommend nur bis zum Knick am AK47 fahren konnten. Seitdem die Poller aufgrund der Baustelle abmontiert worden sind, herrscht auf der einst verkehrsberuhigten Straße nun täglich weitaus mehr Betrieb als noch vor dem Baustart des Cube Central. „Es ist ein totales Nadelöhr und teilweise sehr gefährlich“, betont Betti Thielker.

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Auch Anwohnerin Anne Marzoh ärgert sich: „Ich habe zwei kleine Kinder, man kommt auf der Seite teilweise überhaupt nicht mehr durch, weder mit dem Fahrrad noch sonst. Es ist eine Katastrophe.“ Die entstandene Engstelle habe jedenfalls bereits Auswirkungen gehabt, erzählt die 43-Jährige. „Meine Eltern hatten ihr Auto hier stehen, dann ist da jemand reingefahren, weil es hier aktuell natürlich supereng ist. Es hat sich aber leider kein mutmaßlicher Unfallverursacher gemeldet. Meine Eltern sind auf dem Schaden sitzen geblieben. Deswegen sollen die Poller wieder dauerhaft eingesetzt werden, dann wird es hier auch wieder ruhiger und weniger eng.“

Anwohnerschaft ärgert sich über Müll und Dreck

Doch nicht nur der fehlende Platz, Falschparker und der nun regelmäßige Verkehr vor der eigenen Türe ärgern die Menschen an der Kiefernstraße. Auch der durch die Bauarbeiten entstandene Müll und Dreck sei lange Zeit überhaupt nicht entsorgt worden. „Erst vor zwei Wochen wurden hier drei fette 40 Kubikmeter große Container aufgestellt, dann wurde der Müll endlich entsorgt“, berichtet Tanja Arceri, die seit 32 Jahren an der Kiefernstraße wohnt. „Es gab mehrere Beschwerden, endlich wurde an der Baustelle aufgeräumt“, so die 53-Jährige.

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Zuvor sei der Müll „erst mal nur vor die Baustelle gekippt worden, weil die Container zunächst nicht bezahlt wurden. Das ist dann alles auf die Kiefernstraße rübergeweht. Ob es Styropor war, oder Plastik – alles lag bei uns vor den Haustüren. Das war bestimmt zwei Monate lang so. Zum Glück ist es nun endlich abgeholt worden“, schildert Anne Marzoh, die auch schon über 20 Jahre an der Kiefernstraße wohnt.

Anwohnerärger über Baustelle an der Erkrather Straße in Düsseldorf
Die Dauerbaustelle am „Cube Central" an der Erkrather Straße sorgt für verärgerte Anwohner.© NRZ Düsseldorf | Christopher Damm

Zudem wurden an der Baustelle vor einigen Wochen Videoüberwachungstürme von Bauwatch aufgestellt, weil sich in den vergangenen Monaten immer wieder Unbefugte Zutritt verschafft haben sollen. „Der Bau war bis dahin freizugänglich. Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Das sorgt natürlich für eine Menge Gefahr bei den Kindern, vor allem wenn die Baustelle nicht richtig abgesichert ist. An Silvester standen sogar welche auf dem Dach“, erzählt Anwohner Michael Calignano.

Erst aufgrund von Beschwerden sei dort nachgebessert worden, so der 61-Jährige. Dennoch müsse weitaus mehr passieren. „Es ist zu wenig. Sie haben zwar den Müll entsorgt. Und auch erst, nachdem wir uns beschwert und Druck ausgeübt haben. Auch die Kameras sind erst nach langer Zeit aufgestellt worden, nachdem wir Bedenken geäußert haben wegen der freien Zugänglichkeit.“ Tanja Arceri sei jedenfalls sehr „froh, dass da bisher nichts passiert ist“.

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Wie es mit dem Cube Central weitergeht, ist unklar

Seit November 2025 liegen die Arbeiten in dem geplanten Gebäudekomplex jedenfalls komplett auf Eis. Die Handwerksfirmen haben lediglich noch „ihre Sachen abgeholt und zusammengepackt, seitdem herrscht hier Stillstand“, erzählt Betti Thielker. An der Kiefernstraße stehen noch neue Fenster und Glastüren, die noch montiert werden müssen. Teilweise sind einige Büroräume und Wohnungen von innen bereits fertiggestellt, während andere Räumlichkeiten sich noch im Rohzustand befinden.

Anwohnerärger über Baustelle an der Erkrather Straße in Düsseldorf
An der verwaisten Dauerbaustelle des Projektes „Cube Central" stehen unter anderem noch Fenster, die für die Montage bereits geliefert worden sind.© NRZ Düsseldorf | Christopher Damm

Wann und wie es im Cube Central weitergeht, ist aktuell aber unklar. Laut des Portals zinsbaustein.de hat offenbar die ZBI Fondsmanagement GmbH aus Erlangen den Gebäudekomplex für rund 85 Millionen Euro erworben. Wie ein Sprecher der ZBI Gruppe auf eine Anfrage der NRZ mitteilte, sieht das Unternehmen aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens „zur Wahrung der Interessen des Fonds und unserer Anleger aktuell von einer Stellungnahme“ zum Cube Central an der Erkrather Straße ab. Mit dem „vorläufigen Insolvenzverwalter“ sei die ZBI Gruppe jedoch „in fortlaufendem, intensivem Austausch“, so der Unternehmenssprecher weiter. Zum weiteren Vorgehen an der verwaisten Dauerbaustelle machte er aber keine Angaben.

Für Betti Thielker steht jedenfalls fest: „Die Baustelle muss jetzt endlich zurückgebaut werden. Ob die jetzt in den Gebäuden noch was machen, oder nicht, ist mir und uns allen ziemlich egal. Da haben wir eh keinen Einfluss. Worauf wir aber Einfluss haben, ist, dass die die Parkbuchten wieder herrichten, die Poller einsetzen und wir die Straße wieder so haben, wie sie vor dem Beginn der Baustelle mal war. Wir wollen unseren Dorfplatz zurück.“