Eigentlich wohnt Claudia Goebels in einer ruhigen Ecke der Carlstadt: In einer Anliegerstraße, vis-à-vis der Staatskanzlei. Doch wenn das Wetter gut ist, ist es rund um den Horionplatz alles andere als ruhig. Im Minutentakt brettern Autos durch die Straße – auf der Suche nach einem Parkplatz. Denn von hier sind es nur wenige hundert Meter bis zum Rheinufer, dem Stadtstrand und der Altstadt.

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„Den sehen wir gleich wieder“, sagt Goebels und schaut einem Auto hinterher. Und sie soll recht behalten. Der schwarze Audi fährt vom Horionplatz in die Berger Allee – eine Sackgasse. Keine zwei Minuten später kommt der Sportwagen zurück, biegt in die Straße Carlstor ein. Auch da findet er keinen Parkplatz, dreht und fährt davon.
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Ein silberner Mercedes handhabt es anders: Der Fahrer stellt sich mit seiner Limousine noch vor ein parkendes Auto. Den Mindestabstand, den man vor einer Einmündung eigentlich einhalten muss, ignoriert er. Einen notwendigen Parkschein zieht er ebenfalls nicht.

„So geht das fast täglich. Fahren bei uns in der Woche 15 bis 20 Autos und Lkw pro Stunde durch die Straßen, sind es ab freitagabends und im Sommer an jedem schönen Abend um die 400“, berichtet Claudia Goebels. Und viele von ihnen wollen eben auch parken.
Das bringt die Anwohnerinnen und Anwohner des Horionplatzes, der Berger Allee und der Straße Carlstor zunehmend auf die Palme, denn Parkplätze finden sie kaum noch in ihrem Viertel – trotz Anwohnerparkausweis. „Manchmal suchen wir 20, 30 Minuten nach einem Parkplatz. Eltern warten mit ihren Kindern im Auto, weil sie den Pkw nicht abstellen können. Es ist ein ständiger Konkurrenzkampf zwischen Anwohnern und dem Freizeit-Ausflugsverkehr“, erzählt Goebels.
Anwohnerparken soll 2026 in Düsseldorf teurer werden
Eine Garantie auf einen Parkplatz haben die Anwohner mit dem Parkausweis nicht, sie müssen nur keinen Parkschein für den sonst gebührenpflichtigen Stellplatz ziehen. Kein gut durchdachtes Konzept, wie die Anwohnerin findet. „Düsseldorf sollte sich da ein Beispiel an anderen Städten nehmen, zum Beispiel an Freiburg.“ Dort ist ein Teil der Parkplätze – etwa eine Straßenseite – ausschließlich für Bewohner reserviert, für alle anderen öffentlichen Parkplätze müssen Einzel-Parkscheine gelöst werden.
Auch in Utrecht in den Niederlanden oder in Ljubljana in Slowenien habe Goebels bessere Lösungen für Anwohner gesehen. „Die Innenstadt und die historische Altstadt sind mit Schranken gesperrt. Der Lieferverkehr ist morgens möglich, Besucher parken draußen auf öffentlichen Parkplätzen, Anwohner kommen mit Videokennung problemlos in ihre Viertel“, berichtet die Düsseldorferin. Ein Konzept, das sich Goebels auch gut für die Alt- und Carlstadt vorstellen könnte.
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An dieser Stelle bedanken wir uns auch bei denjenigen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern, die uns im Vorfeld Hinweise gegeben haben, worüber wir rund um den 5. Mai berichten können. Was an dieser Stelle aber noch gesagt werden sollte: Unser Engagement hört am 6. Mai nicht auf. Wir werden weiter für Sie vor Ort sein. Geben Sie uns gerne weiterhin Tipps und Anregungen. Denn bei uns ist jeder Tag ein Tag des Lokaljournalismus.
Was Claudia Goebels besonders ärgert: Das Anwohnerparken in Düsseldorf soll ab Oktober teurer werden. Statt wie bisher 30 Euro sind dann voraussichtlich je nach Lage des Gebiets 60, 120 oder 180 Euro fällig. Die höheren Gebühren seien per se nicht das Problem, betont sie. „Aber die flankierenden Maßnahmen und ein Gesamtkonzept für den Verkehr fehlen weiterhin.“
Am Horionplatz und den umliegenden Straßen ist das Parken kostenpflichtig. Kontrolliert werde das – vor allem in den Abendstunden und am Wochenende – so gut wie gar nicht. Und so zieht kaum einer derjenigen, die ihr Auto dort abends abstellen und gen Altstadt pilgern, einen Parkschein. Ab 22 Uhr und sonntags ist das Parken sogar kostenlos. „Es kann doch nicht richtig sein, dass wir für unseren Anwohnerparkausweis zahlen, Touristen und Besucher aber einfach so parken können. Und unter der Woche ist selbst ein Knöllchen günstiger als ein Parkschein für den ganzen Tag.“
Laute Musik, Müll und Wildpinkler am Düsseldorfer Horionplatz
Die Parkplatznot rund um den Horionplatz sei nicht immer so groß gewesen. „Das Problem fing mit der Eröffnung des Stadtstrandes so richtig an“, sagt Goebels, die seit 27 Jahren gegenüber der Staatskanzlei lebt. Und: Rund 80 Parkplätze seien in den vergangenen eineinhalb Jahren weggefallen – weil Baustellenflächen eingerichtet und eine Fahrradstation errichtet wurde.
Aber nicht nur die ständige Parkplatzsuche der Autofahrer bereite Ärger, viele der Altstadt-Besucher parken kreuz und quer oder stellen sich in Feuerwehreinfahrten. „Wir rufen fast jedes Wochenende das Ordnungsamt“, sagt Claudia Goebels. „Nachts läuft laut Musik in den Autos, es wird in die Büsche uriniert, Müll einfach auf die Straße geworfen.“
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Besonders schlimm sei es am ersten, langen Mai-Wochenende gewesen: „Die Autos fuhren wie Perlen an einer Perlenkette in die Anliegerstraße Horionplatz. Das Mannesmannufer war trotz absolutem Halteverbot zugeparkt.“ Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien weit und breit nicht zu sehen gewesen – erst als die Anwohner des Horionplatzes mehrfach zum Telefon gegriffen hätten, seien die OSD-Kräfte aufgetaucht.
„Ich wohne gerne hier, wir haben eine tolle Nachbarschaft“, sagt Claudia Goebels. „Ich hoffe wirklich, dass die Stadt das Anwohnerparken bald nicht nur teurer macht, sondern damit auch ein Verkehrskonzept auf den Weg bringt.“





