Wer die Tür aufdrückt, braucht einen Moment, um sich an die Farbe zu gewöhnen. Pink, wohin das Auge reicht: plüschige Sessel, Kussmünder an den Wänden, ein Springbrunnen mit pinkem Frosch und perlmuttglänzendem Apfel. Vor der Tür ein Aufsteller: „Bester Matcha“. Und an einer Wand, fast beiläufig: Fotos von Beyoncé und Pharrell Williams. Das ist das „Eat fine“ in Düsseldorf. Kein gewöhnliches Café.
Öffnungszeiten und Adressen
Café & Matcha Bar Klosterstraße 62, 40211 Düsseldorf, Telefon: +49 211 47456699
Öffnungszeiten:
Di–Fr: 12 – 18 Uhr
Sa–So: 11 – 18 Uhr
Montag: Creative Break (Geschlossen)
Showroom & Catering Bilker Allee 209, 40215 Düsseldorf
Von der Musikbranche ins Café: Sonja Andishamans überraschender Weg
Sonja Andishaman wollte nie ein Café. „Viele denken, das ist so ein Mädchentraum“, sagt sie und lacht. „Ich habe Gastronomie gelernt und wollte eigentlich nie wieder damit zu tun haben.“ Was sie stattdessen wollte: Musik. Jahrelang arbeitete sie in der internationalen Musikbranche, buchte Künstler, arbeitete als Creative Director – unter anderem für Virgil Abloh, dem Gründer von Off-White und Kreativdirektor bei Louis Vuitton.
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Dann wurde ihr Vater schwer krank, er bekam ALS, sie wollte sich deshalb beruflich neu orientieren. Und zeitgleich bestellte Pop-Superstar Beyoncé bei ihr. „Sie hat die Cupcakes gepostet – das haben wir nie erwartet oder forciert“, sagt Andishaman. „Sie hat uns damit einfach die Türen geöffnet.“ Die Anfragen explodierten. Andishamans Mutter war dabei, und sie eröffneten das Café. Der Kreis schloss sich. „Ich hatte so ein Cupcake-Rezept aus Amerika. Und auf einmal hat alles zusammengepasst.“ Seit 2014 führen sie nun gemeinsam das „Eat fine“.

Beyoncé und Pharrell Williams schätzen handgemachte vegane Cupcakes
Die Cupcakes, die damals alles ins Rollen brachten, waren keine schnelle Bestellung. Kussmünder, handausgestochen, für jedes einzelne Mitglied von Beyoncés Tour. Vegane Cupcakes ohne Ei und trotzdem saftig, detailreich, unverwechselbar. Was sie bis heute bewegt: Dass jemand wie Beyoncé, der sich alles leisten kann, genau das wertschätzt.
Auch Sänger Pharrell Williams bestellt im „Eat fine“. Zuletzt ließ er sich zur Eröffnung einer Fashionshow in Paris Cupcakes nach Maß anfertigen. Andishaman erinnert sich an einen Moment mit ihm: „Ich bin zu Pharrell gegangen, habe geklingelt, und er hat die Tür aufgemacht und gefragt: Hast du die Cupcakes dabei?“ Neben ihm standen Geschenke von Dior und Louis Vuitton. Sie hatte „nur“ Cupcakes, aber dem Sänger waren genau die wichtig.

Pinkes Café setzt auf Wohlfühl-Atmosphäre und Matcha-Kreationen
Das Café sah nicht immer so knallig aus. Irgendwann griff Andishaman zu Farbe und strich alles pink. Nicht aus einem Trend heraus, nicht als Konzept. „Ich wollte nicht pink wegen Barbie“, sagt sie. „Es ist einfach eine schöne Farbe und ich wollte, dass sich die Leute hier wohlfühlen.“
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Das Ergebnis: Pink ist jetzt überall. Die Wände, die Sessel, die Lampe. Dazu selbstgebackene vegane Cupcakes und Matcha-Kreationen in allen Variationen: aber bio, weitgehend zuckerfrei, seit mehr als elf Jahren.
„Eat fine“ in Düsseldorf schafft familiäre Atmosphäre für Gäste
Diese Wertschätzung, die Andishaman bei Weltstars erlebt, findet sie genauso bei den Menschen, die einfach um die Ecke wohnen. „Das Schönste ist wirklich, dass jeder, der hierherkommt, sich anfühlt wie Familie“, sagt sie. Sie kenne Geschichten über Beziehungen, über Business, über Schicksale. „Wenn wir zu haben, schreiben die uns: Wann bist du wieder da? Hier ist mein Safe Place.“ Manchmal machen sich die Gäste schick, als würden sie auf eine Party gehen. Dabei wollen sie nur einen Matcha. Und ein bisschen Pink.



