Vor genau fünf Jahrzehnten nahm der Kindheitstraum des Österreichers Bernhard Paul vom „schönsten Circus der Welt“ in NRW seinen Anfang: Am 18. Mai feierte der Gründer des Circus Roncalli mit der Show „Die größte Poesie des Universums“ Welturaufführung in Bonn. Doch der große Erfolg bleibt zunächst aus. Erst die Premiere von „Die Reise zum Regenbogen“ im Juni 1980 in Köln war der Startschuss für den legendären Erfolg.

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Mit seinem Zirkus ist Bernhard Paul schließlich viel rumgekommen: Als erster westlicher Zirkus überhaupt gastierte er in Moskau. Es gab Gastspiele in Kopenhagen, Brüssel, New York. „Wir waren schon immer ein richtiger Wanderzirkus und waren nicht nur rund um den Kirchturm unterwegs.“ Etwa 45 Millionen Menschen haben die Vorstellungen im vergangenen halben Jahrhundert gesehen.

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In diesem Jahr wird das Circus-Theater Roncalli, wie der Zirkus seit 2018 auch heißt, 50 Jahre alt. Gefeiert wird das seit März mit einer Jubiläumstournee in mehreren Städten. Vom 30. Mai bis 28. Juni macht der Roncalli-Chef mit seiner Jubiläumstour Halt in Düsseldorf. 44 Shows werden im großen Zelt, das im Rheinpark am Robert-Lehr-Ufer aufgebaut wird, gezeigt. „Für uns ist Düsseldorf der schönste Platz auf der gesamten Tournee, an dem wir gastieren“, sagt Bernhard Paul. Es sind nicht die einzigen positiven Worte, die der Roncalli-Chef über die NRW-Landeshauptstadt verliert.

Denn Düsseldorf hat im Leben von Bernhard Paul schon immer eine große Rolle gespielt: Hier entdeckte er Anfang der 80er-Jahre in einem Schrebergarten einen 1923 erbauten Salonwagen, rettete ihn vor dem Verfall und restaurierte ihn. Heute befindet sich ein rollendes Café darin. Für seine Shows erhielt er ebenfalls Unterstützung aus Düsseldorf: 1980 sammelten Bürgerinnen und Bürger unter dem Motto „Roncalli muss spielen!“ sogar Unterschriften für ihren Wunschzirkus. 1997 eröffnete Paul unter der Rheinkniebrücke Roncalli’s Apollo-Varieté.

Exklusive Roncalli-Nostalgiewelt in Düsseldorf

„Ich möchte den Düsseldorfern etwas zurückgeben. Ich fühle mich mit ihnen und der Stadt sehr verbunden“, sagt der Zirkusdirektor. Nirgendwo auf der zweijährigen Jubiläumstournee wird das Gelände daher so groß sein wie in Düsseldorf. Und so baut Paul nicht nur ein klassisches Zirkuszelt für die Show auf, sondern schafft eine einmalige Roncalli-Nostalgiewelt. Im Rheinpark werden historische Karussells und ein Riesenrad, Salonwagen und eine interaktive Ausstellung zu sehen sein. Dieser Bereich wird für alle Besucher kostenlos zugänglich sein – auch ohne Ticket für eine Zirkusvorstellung.

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Apropos Zirkusvorstellung: Zum Programm selbst will Paul nicht viel verraten: „Aber es hat den Namen ‚Jubiläum‘ verdient. Das Programm ist kein Best of oder ein poetisch-verträumter Rückblick“, betont der Roncalli-Gründer. Mit dabei sind Clowns, die seit mehr als 20 Jahren zum festen Roncalli-Ensemble gehören. Das Demian-Gritsko-Team zeigt Kunststücke an der russischen Schaukel und am Reck. Die beiden Peruaner Joel Yaicate Saavedra und Pablo Nonato Panduro präsentieren Adagio-Akrobatik – langsame Akrobatik auf dem Körper des anderen. Dazu kommen unter anderem Einrad- und Trampolinnummern sowie Ring-Jonglage.

Vorstellungen und Preise

An Spieltagen gibt es zwei Vorstellungen: Mittwoch bis Samstag um 15 und 19.30 Uhr, sonntags um 11 und 15 Uhr. Montags und dienstags finden keine Shows statt. An Fronleichnam (4. Juni) gibt es Vorstellungen um 11 und 15 Uhr.

Die Roncalli-Nostalgiewelt hat mittwochs bis samstags von 13 bis 21 Uhr sowie sonntags und feiertags von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online unter www.roncalli.de und telefonisch unter 0211/98709966 erhältlich. Die Karten kosten zwischen 16 und 86 Euro.

Auch Bernhard Pauls Tochter Lili Paul-Roncalli steigt in die Manege und zeigt eine neue Darbietung aus Tanz und Akrobatik. Insgesamt reisen rund 100 Mitarbeiter nach Düsseldorf. Die Hälfte ist in der Manege, die andere Hälfte hinter den Kulissen aktiv. Die Artisten stammen aus 22 Nationen – und sie wohnen während der Spielzeit im historischen Salonwagen direkt im Rheinpark. „Es lohnt sich, dort mal einen Blick hinzuwerfen. Normale Campingwagen wird man bei uns nämlich nicht sehen“, sagt Bernhard Paul. Der feiert im nächsten Jahr übrigens direkt das nächste Jubiläum: seinen 80. Geburtstag.