Der Japan-Tag in Düsseldorf sorgt seit Jahren für hohe Besucherzahlen. Popkultur vom asiatischen Inselstaat ist voll im Trend. Manga, Cosplays oder Matcha: Japanische Kultur ist schon längst im Mainstream angekommen. Der Aufstieg des Pokémon-Franchises ist ein weiteres Beispiel dafür, wie japanische Kultur den Westen erobert.

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Gene Zims und Erdem Cingeoz profitieren vom Hype um japanische Sammelkarten. Die Kölner handeln mit Pokémonsammelkarten und verkaufen diese am Japan-Tag im Toys und Helden-Geschäft in der Altstadt an der Flingernstraße 45 von 10 bis 20 Uhr. Pokémonsammelkarten waren mit ihrem Erscheinen 1996 in Japan ein Riesenerfolg und sind bis heute Kult. 2022 wurde eine Pokémonkarte für 5 Millionen Dollar versteigert. Das löste einen Sammlerhype aus, der bis heute anhält.
Der Wert einer Karte wird stark von der Nachfrage bestimmt
Erdem Cingeoz, Pokémonkarten-Händler
„Ich habe selbst als Kind viel Pokémon auf dem DS gezockt“, erklärt Zims. Der 26-Jährige begann mit dem Handel, während der Corona-Pandemie. In dieser Zeit begeisterten sich einige wieder für ihre Kindheitshobbys. Neben Zims auch sein Geschäftspartner Erdem Cingoez, der 2020 in das Kartensammelgeschäft einstieg. Zusammen führen die beiden in Köln seit 2025 ein Unternehmen bei dem sich alles um die bunten Kärtchen dreht. „The Over World“ kauft und verkauft Sammelkarten jeder Art, aber die Pokémonkarten stehen klar im Mittelpunkt. Zims und Cingeoz starteten Anfang Mai ein Geschäft am Friesenwall 13 und einen Verkaufsstand von „The Over World“ im Toys und Helden-Store auf der Hohestraße 135 in Köln.
10.000 Euro fürs Rasenmähen – Lugia bringt Jungen aus Köln Riesengewinn
Cingoez kümmert sich hierbei, um die Bewertung der Karten. Sein Unternehmen „Platin Grading Service“ überprüft die Sammelkarten auf ihren Wert. Das Grading ist für Spielkartensammler ein wichtiger Schritt. Darüber wird ermittelt, wie viel eine Karte Wert ist. Cingoez erklärt, worauf es dabei ankommt: „Natürlich ist das Alter und die Seltenheit der Karte wichtig, aber genauso ihr Zustand.“
Eine bewertete Karte wird mit Folie vakuumverpackt und beschriftet. So können Fälschungen vermieden werden. Die beschriftete Vakuumverpackung ist wie eine Art Attest, das Echtheit und Wert festhalten. „Aber der Wert einer Karte wird stark von der Nachfrage bestimmt“, erläutert Cingoez.
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Der 30-Jährige erinnert sich an einen besonders glücklichen Kartenfund: Ein Junge hatte für seinen Nachbarn den Rasen gemäht und als Dank eine Pokémon-Karte bekommen. Zusammen mit seinem Vater ging dieser Junge dann zu Cingoez, um den Wert der Karte zu ermitteln. Die erwies sich als besonders selten, beliebt und in einem tadellosen Zustand. Das Motiv der Pokémon-Karte war „Lugia“. Diese blaue Echse ist bei Sammlern begehrt, die Karte war außerdem auf Japanisch und über 20 Jahre alt. „Von diesen Karten wird es nicht viele geben und dann war sie noch perfekt erhalten“, gibt Cingoez zu Bedenken. Die Beliebtheit, die Seltenheit und der Zustand dieser Lugia-Karte brachte ihr eine Bewertung von bis zu 10.000 Euro ein.
Pokémon-Karten als Anlage für Großinvestoren und Aktie für den kleinen Mann
Auch wenn diese Funde selten sind, eine wertvolle Karte kann bis heute am Kiosk gekauft werden. In Päckchen für nur fünf Euro können sich Karten im Wert von 1000 Euro finden. Diese Preise machen das Hobby, um die Spielkarten niederschwellig und erschwinglich. Der Hype um die bunten Tierchen sorgt für Ausverkauf bei vielen Händlern. Davon ist auch Zims betroffen: „Amigo vertreibt in Deutschland für Pokémon die Karten und von denen wird es immer schwieriger neue Karten zu bekommen.“
Deswegen seien viele seiner Pokémon-Karten auch aus dem Ankauf von privaten Sammlern. Auf Instagram und TikTok wirbt Zims für seine Ware, einen Onlineshop gibt es nicht, und das hat einen Grund: „Wir wollen, dass die Menschen zu uns kommen, damit ein Kontakt entsteht“, erklärt der Kölner.
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Die Pokémon-Community lebe nämlich von ihrem Austausch und der Leidenschaft für das Franchise. Congoez sieht im weltweiten Hype, die Sammelleidenschaft bedroht: „Unternehmen und Großinvestoren nutzen mittlerweile die Karten als Anlage, da geht es immer mehr um das schnelle Geld und weniger um den Spaß.“ Durch den Verzicht auf den Online-Handel bliebe der persönliche Kontakt zu den Kunden indes bestehen.
Pokémon-Kartenverkauf am Japan-Tag – The Over World verkauft bei Toys und Helden
Am Japan-Tag hoffen die beiden bei Toys und Helden viele aus der Sammelcommunity zu treffen. Im Toys und Helden in Köln hat The Over World bereits einen Verkaufsstand. Gefragt sind die Karten auch beim Inhaber von Toys und Helden, Mark Kniffka: „Die Leute laufen sich die Füße platt, um an die Karten zu kommen. Bei uns werden sie dann endlich fündig.“
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Zims und Congoez sorgen für ein ausreichendes Angebot am Samstag, damit alle Sammler auf ihre Kosten kommen. „Wir werden sowohl teure als auch günstige Karten anbieten. Es soll für alle was dabei sein“, so Zims.




