Wenn die Tochter über den Ex-OB und Vater und ihren Familienkonflikt einen Film dreht, dann handelt es sich um Familie Geisel. Tatsächlich läuft Montagnacht (1. Juni) ab 23.55 Uhr im ZDF – und schon jetzt in der Mediathek – eine Doku über den ehemaligen Düsseldorfer SPD-Oberbürgermeister. Und tatsächlich ist es ein Machwerk von Indira Geisel, heute 29 und Absolventin der Hochschule für Fernsehen und Film München. Sie drehte eine Dokumentation über das „Auf und Ab in der politischen Familie Geisel“ – mit dem Titel „Politik ist persönlich“. Der Film, der in Co-Produktion mit dem „Kleinen Fernsehspiel“ ausgestrahlt wird, dauert satte 103 Minuten.

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Als Thomas Geisel politisch von der SPD zu Sahra Wagenknecht und dem BSW wechselte, waren nicht alle begeistert, auch in seiner Familie nicht. Es gab heftige Auseinandersetzungen, vor allem mit Geisels Vater, einem Urgestein der baden-württembergischen Sozialdemokratie. Den persönlichen Zugang zu dem ungewöhnlichen Drama hatte vor allem die älteste Tochter Indira.

„Mein Team und ich glauben, dass es sich wirklich um ein Dokument handelt – natürlich für meine Familie, aber auch für die heutige Sozialdemokratie“, sagt Indira Geisel. Der Vater kommt eher nicht gut weg, die Darstellung ist ungeschönt und die einzigartige Konstellation sorgt dafür, dass ein zugleich unterhaltsames Zeitzeugnis entsteht. „Es geht mir um eine radikale Offenheit, von der ich glaube, dass sie unserer politischen Kultur guttun könnte“, betont die älteste Tochter des heutigen BSW-Europaabgeordneten, der zuletzt wegen seiner Russland-Nähe scharf kritisiert wurde.

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Produzent Thomas Slatter schreibt: „Der Dokumentarfilm handelt von drei Generationen einer Familie und dem Unglück der (westdeutschen) Sozialdemokratie.“ Er handelt „auch generell von Vätern und Söhnen und Töchtern und der Frage, wie es nun weitergehen soll“. Der Film, der in acht Bundesländern und in Brüssel und Straßburg gedreht wurde, hat seine besonderen Bezüge zu Düsseldorf. Denn dort lebt Thomas Geisel nach wie vor – wenn er nicht gerade in Brüssel ist.