Düsseldorf ist die drittglücklichste Stadt Deutschlands: Das ist zumindest das Ergebnis des SKL-Glücksatlas für das Jahr 2026. Das seit 2011 erscheinende Ranking versucht, die Lebenszufriedenheit der Deutschen zu messen. Und nachdem sich die NRW-Landeshauptstadt im vergangenen Jahr die Bronzemedaille gesichert hatte, konnte Düsseldorf seinen Treppchenplatz verteidigen und im Glücksindex des Rankings sogar steigen.

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Gleichzeitig misst das Ranking jedoch auch sogenannte „objektive“ Faktoren. Blickt man auf diese Aspekte, die etwa die Beschäftigungslage in der Stadt und die Einkommen ihrer Bewohner betrachten, schafft es Düsseldorf knapp ans Ende der Top-20 (Rang 18). Wie also erklären sich diese deutlichen Abweichungen, und wie sieht die Lebensqualität und Versorgungslage tatsächlich aus?

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Düsseldorf im Glücksatlas: Lebensqualität und Zufriedenheit liegen deutlich auseinander

Im Glücksatlas selbst werden die 40 größten deutschen Städte in Anlehnung an die teils großen Unterschiede zwischen der objektiven Lebensqualität und dem subjektiven Glücksempfinden in Over- und Underperformer eingeordnet. Ersteres bedeutet dabei, dass die Befragten subjektiv glücklicher sind, als es die Auswertung zur Lebensqualität nahelegen würde. Bei den Underperformern gilt das Gegenteil. Am deutlichsten ist das etwa am Beispiel Karlsruhe, wo der Glücksindex nur für Platz 37 reicht, während die Stadt laut der gemessenen Lebensqualität auf Rang 2 liegt. Spitzenreiter Erfurt (Platz 1 bei der Lebenszufriedenheit) landet bei der „objektiven“ Betrachtung nur auf Rang 27.

Die „objektive“ Lebensqualität setzt sich laut den Erstellern des Glücksatlas aus insgesamt 30 einzelnen Aspekten zusammen. Diese teilen sich auf acht verschiedene Kategorien auf: Wohnen, Kriminalität, Demografie, Infrastruktur, Wohlstand und Arbeitsmarkt, Gesundheit, Familie und Bildung sowie Umweltqualität.

Düsseldorf: Alleinlebende häufiger unzufrieden, verheiratete Frauen glücklicher

Düsseldorf wird dabei wie der Bereich zwischen Duisburg und Aachen als eine sogenannte Glücksregion bezeichnet. Krefeld, Aachen, Oberhausen, Mönchengladbach und Duisburg liegen dabei allesamt in den Top-10 im Bereich der Lebenszufriedenheit. Die hohe Zufriedenheit (7,36 von zehn Punkten) in Düsseldorf wird dabei insbesondere mit dem Wohlstand der Stadt und dem hohen Bildungsniveau erklärt. „Einkommen und Steuerkraft liegen über dem Durchschnitt der Großstädte, zugleich ist die Schulabbrecherquote niedrig“, heißt es in der Auswertung.

Insgesamt haben sogar mehr als die Hälfte der Befragten (53,5 Prozent) die Stadt mit acht bis zehn Punkten bei der Lebenszufriedenheit bewertet. Dem gegenüber haben nur 4,1 Prozent angegeben, sie seien eher unzufrieden. Auffällig sei dabei insbesondere, dass kaum jemand bei der Befragung angegeben hat, wirklich unzufrieden zu sein. Dieser Anteil liege in Düsseldorf nur bei der Hälfte des Durchschnitts der 40 betrachteten Städte. Überdurchschnittlich oft glücklich seien der Auswertung nach verheiratete Frauen höheren Alters. Demgegenüber nur mäßig zufrieden oder unglücklich seien wiederum Alleinlebende mittleren Alters. In einer Stadt in Düsseldorf, wo mehr als die Hälfte der städtischen Haushalte (56 Prozent) nur aus einer Person bestehen, ist dies durchaus ein bedeutender Faktor.

Dieser spiegelt sich auch in den Abzügen bei der „objektiven“ Lebensqualität wider – obwohl sich Düsseldorf hier im Vergleich zum Atlas 2025 um ganze zehn Ränge gesteigert hat. Daneben spielen aber auch Umwelteinflüsse wie hohe Lärmbelastung, schlechte Luftqualität und auch eine vergleichsweise geringe Zahl an Stadtparks, gemessen an der Einwohnerzahl, eine Rolle. Im vergangenen Jahr sorgte auch noch die im Vergleich zu anderen Städten hohe Zahl an Straftaten und Wohnungseinbrüchen für eine schlechtere Bewertung der Lebensqualität. Im aktuellen Jahr, spielt die Kriminalität in Düsseldorf jedoch keine herausgestellte Rolle mehr.

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Düsseldorf: Studie zeigt sehr gute Versorgungslage im Deutschlandvergleich

Eine weitere aktuelle Auswertung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln beschäftigt sich ebenfalls mit Aspekten, die in die Lebensqualität in Düsseldorf hineinspielen. Es geht dabei um die Versorgungslage in der Stadt. Im Vergleich von 10.817 Gemeinden in Deutschland wird Düsseldorf im „sehr guten“ Bereich eingestuft. Heraus sticht dabei die Lage im Bereich Gesundheit. Hier landet die NRW-Landeshauptstadt sogar deutschlandweit auf Rang 51 aller Gemeinden. Insgesamt landet die Rheinmetropole auf dem 133. Platz.

Am schlechtesten – im Falle Düsseldorfs bedeutet das, außerhalb des bestbewertesten Zehntels der Gemeinden – liegt die Stadt in den Bereichen Digitalisierung (Rang 1194) und überraschenderweise bei der Freizeit (Rang 2761).