In den kommenden Jahren soll sich Düsseldorfs wohl bekannteste Straße verändern. Schon seit Längerem plant die Stadt eine zumindest teilweise Umgestaltung der Königsallee. Verändern soll sich der östliche Bereich der Kö, zwischen Graf-Adolf-Straße und Blumenstraße. Noch vor der Sommerpause soll der Stadtrat die dafür nötigen Arbeiten beschließen, für die rund zehn Millionen Euro veranschlagt sind. Geplant ist insbesondere eine neue Gewichtung des Verkehrs zugunsten von Fußgängern und Radfahrern.
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Blickt man auf die Verwaltungspläne, die am Mittwoch (24. Juni) dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss zur Beratung und dem Stadtrat am 16. Juli zur endgültigen Entscheidung vorgelegt wurden, hat der Entwurf zwei erklärte Ziele. Einmal soll auf der östlichen Kö – wo aufgrund des Einzelhandels und der Boutiquen der Verkehrsschwerpunkt liegt – die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Zusätzlich soll ein separater, zweispuriger Radweg eingerichtet werden. So soll „die Kö als vielseitiger Begegnungs- und Aufenthaltsort weiterentwickelt werden“.
Neugestaltung der Düsseldorfer Kö: Weniger Autoverkehr und Parkplätze geplant
Abstriche muss angesichts dieser Pläne der Autoverkehr machen. So sieht die Neugestaltung etwa vor, dass die Fahrbahn für Kraftfahrzeuge auf eine Breite von 3,80 bis 4,25 Meter reduziert wird. Ein Maß, das laut Stadt „für den Fahrverkehr und das Ein- und Ausparken ausreichend“ sein soll. Ebenfalls wird die Zahl der Parkplätze an der östlichen Kö reduziert. Dadurch, dass der neue in beide Richtungen befahrbare Radweg an der Fahrbahnseite hin zum Kö-Graben entstehen soll, müssen die hier aktuell befindlichen schrägen Parkplätze einem Längsparkstreifen weichen. Aus den 130 aktuell verfügbaren Plätzen werden so 83 im Bereich zwischen Bahnstraße und Blumenstraße.
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Der bereits bestehende Längsparkstreifen vor den Geschäften soll ebenfalls nicht mehr als reine Parkfläche bestehen bleiben. Die Stadt plant hier einen etwa 2,30 Meter breiten „Multifunktionsstreifen“, der auf verschiedene Weisen genutzt werden soll. Hier soll etwa Außengastronomie Platz finden, aber auch im Zuge von Veranstaltungen, soll dieser Bereich nutzbar sein. Daneben soll der Bereich auch weiterhin für Anlieferungsverkehr und Kurzzeitparken genutzt werden können. Zusätzlich soll Raum für Sharing-Angebote entstehen. In der Vorlage ist auch „Valet-Parken“ als Nutzungsmöglichkeit genannt. In ihrer aktuellen Form werden die noch bestehenden 82 Parkplätze allerdings wegfallen.
Neuaufstellung der Taxi-Plätze
Die aktuell bestehenden Stellplätze für Taxis am Südende der Kö sollen von sechs Stück auf drei reduziert werden. Noch deutlicher fällt die Reduzierung am Nordende des Düsseldorfer Boulevards aus. Hier entfallen sieben von zehn Stellplätzen. Die drei übrig gebliebenen sollen zum Knoten Königsallee/Theodor-Körner-Straße/Blumenstraße verlegt werden.
Neuer Fahrradweg auf der östlichen Kö: So will Düsseldorf den Verkehr neu regeln
Kernaspekt der neuen Planung ist jedoch zweifelsohne der neue Fahrradweg. Laut Stadt hätten Verkehrsmessungen auf der östlichen Kö ergeben, dass dort „überdurchschnittlich viele Radfahrende pro Tag“ unterwegs seien. Tatsächlich gab es bereits einmal Pläne für einen ausgebauten Fahrradweg. Der dafür errichtete Asphaltstreifen entlang des Kö-Grabens sei, so die Stadt, baulich jedoch nicht für den regelmäßigen Radverkehr in beide Fahrtrichtungen geeignet. In Zukunft soll dieser asphaltierte Bereich nur noch von Fußgängern genutzt werden. Man plant, diesen dann „einen attraktiven, befestigten Flanierstreifen auf der Grabenseite zu bieten“.
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Der neue Fahrradweg wiederum soll mindestens 3,20 Meter breit sein und bietet somit zwei 1,60 Meter breite Fahrstreifen, die durch eine gestrichelte Linienmarkierung getrennt werden sollen. Zum Fußgängerbereich am Kö-Graben hin soll der Bordstein als Abgrenzung dienen. Auf der anderen Seite des Radweges soll es eine rund einen Meter breite Sicherheitszone zum neuen Längsparkstreifen geben. Dieser soll verhindern, dass Personen, die aus den geparkten Fahrzeugen aussteigen, in den Radverkehr geraten.

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Zu dieser Neuaufteilung der Verkehrsführung gehören auch noch weitere Arbeiten, insbesondere an den Kreuzungen. So sollen Ampeln eine eigene Grünphase für den Radverkehr erhalten – sogar die Einrichtung einer „grünen Welle“ für die Radfahrenden soll geprüft werden. Daneben werden aufgrund der Bauarbeiten entlang der kompletten Strecke etwa WC-Häuschen, Litfaßsäulen und E-Lade-Säulen versetzt. Um den Radverkehr aus Richtung Talstraße über die Graf-Adolf-Straße zu führen, soll dort außerdem eine große Verkehrsinsel eingerichtet werden. So soll auch ein sicherer Wartebereich geschaffen werden, wenn Radfahrende aufgrund der Verkehrssituation die Straße nicht auf einmal queren können. Daneben sind auch an den weiteren Kreuzungen teils kleinere, teils größere Anpassungen vorgesehen.
Laut städtischer Planung soll die Neugestaltung der östlichen Königsallee frühestens 2029 realisiert werden.





